Der Feuertod einer 82 Jahre alten Frau in einem Altenheim in Oberderdingen bei Karlsruhe bleibt vorerst ungesühnt. Im Mordprozess um die tödliche Brandstiftung sprach das Landgericht Karlsruhe einen 24 Jahre alten Hilfspfleger aus Mangel an Beweisen frei.

„In dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten), sagte der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt am Mittwoch gleich als ersten Satz der Urteilsbegründung. Einiges spreche zwar dafür, dass der Mann die Tat begangen habe, erläuterte er. „Aber nicht mit einer jeglichen Zweifel an seiner Täterschaft auszuschließenden Gewissheit.“ Der Kammer fehle außerdem ein überzeugendes Motiv, das den 24-Jährigen zu der Tat getrieben haben könnte. (Az.: 1 KLs 470 Js 20606/18)

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Bei dem Feuer, ausgelöst durch eine in einem leeren Bett angezündete Matratze, war Ende Mai vergangenen Jahres eine Seniorin erstickt und verbrannt. Eine weitere Heimbewohnerin wurde lebensgefährlich verletzt. Der Mann hatte während des Prozesses geschwiegen und auch gegenüber der Polizei keine Aussage gemacht. Das Urteil nahm er gelöst auf.

Hier ist heute das Urteil gefallen. Der Pfleger, der am 31. Mai 2018 in einem Seniorenheim in Oberderdingen ein Feuer gelegt haben soll, ist freigesprochen.
Hier ist heute das Urteil gefallen. Der Pfleger, der am 31. Mai 2018 in einem Seniorenheim in Oberderdingen ein Feuer gelegt haben soll, ist freigesprochen. | Bild: Uli Deck (dpa)

Mit dem Urteil endet ein Prozess, der wegen langwieriger Suche nach Indizien mehrfach in die Verlängerung gegangen war. Problematische und widersprüchliche Zeugenaussagen prägten die Verhandlungstage. Einer der Zeugen habe so dummdreist gelogen, dass ihn wohl ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage erwartet, sagte Schmidt.

Pfleger hatte beste Gelegenheit

Es sei aber festzuhalten, dass der Angeklagte, der an dem Tag in dem Heim Dienst hatte, Gelegenheit zu der Tat gehabt habe – „und zwar auch die im Vergleich zu Alternativtätern beste Gelegenheit“, betonte Schmidt. Die Kammer habe aber zu berücksichtigen, dass theoretisch auch andere den verhängnisvollen Brand gelegt haben könnten.

Der Staatsanwalt hatte lebenslang wegen Mordes gefordert und auch beantragt, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Seinen Ausführungen folgte das Gericht über weite Strecken nicht.(dpa)