Eine Woche nachdem es einer Einsatzmannschaft, bestehend aus Technischem Hilfswerk (THW), Polizei und Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), gelungen ist, den Rumpf des in den Bodensee abgestürzten Flugzeugs zu bergen, sind Einsatzkräfte zur Unfallstelle zurückgekehrt.

Mit drei Booten suchte die Wasserschutzpolizei gestern Vormittag den Seegrund nahe der Insel Mainau ab. Mit Hilfe eines Sonargeräts verschafften sich die Beamten einen Überblick über die letzten unter Wasser verbliebenen Trümmerteile. Nach einer anschließenden Auswertung werde entschieden, ob es zu weiteren Untersuchungen an der Absturzstelle kommen werde, erklärte Polizeisprecher Jens Purath. Das wäre am Mittwoch der Fall. Zum Einsatz könnte ein Tauchroboter kommen, der die Möglichkeit hat, kleinere Wrackteile zu bergen.

Dabei haben die Ermittler des Absturzes ein spezielles Ziel vor Augen. "Uns fehlt bisher noch ein zwei Meter langes Einzelteil – die linke Hälfte des sogenannten Heck-Leitwerks", berichtete BFU-Sprecher Germout Freitag. Dieses Einzelteil spiele eine wesentliche Rolle bei der Steuerung eines Kleinflugzeugs vom Typ der abgestürzten Piper Malibu. "Wenn das Heck-Leitwerk in der Luft abbricht, wird die Maschine manövrierunfähig", erklärte Freitag. "Das kann ein Absturzgrund sein." Die Unfalluntersucher wollen deshalb herausfinden, ob das besagte Bauteil zum Zeitpunkt des Aufpralls intakt war oder schon in der Luft abgebrochen ist.

Die BFU-Mitarbeiter selbst sind mittlerweile nicht mehr vor Ort. Am späten Freitagabend kehrten sie nach Braunschweig zurück. Man sei zufrieden mit dem Stand der Ermittlungen, so Freitag. Das bisher gesammelte Datenmaterial, darunter auch ein Video des Absturzes, stimme die Mitarbeiter optimistisch, die Absturzursache klären zu können. "Wir sind zuversichtlich – selbst, wenn es nicht gelingen sollte, das fehlende Heck-Leitwerk ausfindig zu machen", betonte Freitag. Bis zur Veröffentlichung des Abschlussberichts der BFU könne allerdings noch ein ganzes Jahr vergehen, erklärte der Sprecher weiter. Die bisher geborgenen Wrackteile würden bis dahin beim THW-Konstanz aufbewahrt. Es sei nicht nötig gewesen, die Trümmer für tiefergehende Analysen nach Braunschweig zu bringen.

Vergangene Woche war eine Propellermaschine bei Konstanz-Litzelstetten in den Bodensee gestürzt. Bei dem ums Leben gekommenen 74 Jahre alten Pilot und seiner 75-jährigen Partnerin steht mittlerweile der Absturz als Todesursache fest. Das sei Ergebnis der Obduktion, erklärte die Staatsanwaltschaft Konstanz. Die Ermittler schließen damit auch aus, dass andere Gründe, zum Beispiel gesundheitliche Beschwerden, Drogen- oder Alkoholeinfluss, zu dem Unglück geführt haben.