Die anhaltend hohen Temperaturen heizen nicht nur den Rhein auf, sie erhitzen auch die Gemüter der Bodenseefischer. Nachdem das Äschensterben bei Schaffhausen zu heftigen Vorwürfen an die Adresse der deutschen Fischer auf dem Untersee geführt hat, sie würden daraus selbst noch Profit schlagen, wehrt sich der Fischereiverein Untersee gegen die Kritik der eidgenössischen Kollegen.

Äschen als Beifang 

Allerdings räumen die Fischer ein: "Tatsache ist, dass im Juli ein einzelner Unterseefischer acht Äschen als Beifang in seinen Netzen hatte und diese an ein Restaurant verkauft hat. Dort standen die Fische dann auf der Speisekarte", heißt es in einer Mitteilung.

Den Vorwurf allerdings, dass deutsche Fischer die Lage ausnutzten und gezielt Äschen oder andere bedrohte Fischarten im Untersee fischten, weisen sie zurück. Zumal es hier auch klare Bestimmungen gebe, heißt es in dem Papier. So schreibe die Unterseefischereiordnung vor, dass in dem betreffenden Areal keine Äschen gefischt werden dürfen.

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Untersee als Rückzugsort

Der Bereich des Untersees, der dann bei Stein in den Rhein übergeht, gilt bei den gegenwärtig hohen Außentemperaturen als Rückzugsort dieser Fischart. Weil es hier tiefer ist als im Rhein, halten sich die Äschen in diesem Gebiet gerne auf, wo sie auch mehr Nahrung finden.

Allerdings bemüht sich der Fischereiverein Untersee auch, Druck aus dem emotionalen Kessel zu nehmen und hebt den Einsatz der Schweizer Kollegen bei der Rettung von Äschen im Hochrhein hervor. "Gerade in diesen Zeiten, wo es den Fischen aufgrund der Trockenheit und den hohen Temperaturen nicht gut geht und Fischsterben auftreten, sollten die Fischer, egal ob Angler oder Berufsfischer, zusammenstehen und gemeinsam eine Schadensbegrenzung und eine Problemlösung betreiben", heißt es weiter in der Erklärung.

Fischer in der Schweiz siedeln Fische um 

Nach wie vor sind Schweizer Fischer bei Schaffhausen im Einsatz, um Äschen und andere Fische in vorbereitete kühlere Gefilde umzusiedeln, bis wieder mehr Wasser im Rhein ist. In den vergangenen Tagen hatten sie anderthalb Tonnen Fischkadaver aus dem 27 Grad warmen Wasser gesammelt, die dann in Abdeckerein entsorgt wurden.

Jetzt hoffen die Rhein- und die Unterseefischer auf einen Wetterumschwung, der wieder kühleres und sauerstoffreiches Wasser in den Rhein bringt. Am Ende setze man auf ein entspanntes Verhältnis. Dann werde man Vertreter des Schweizerischen Fischerei-Verbandes einladen, "um die aufgekommenen Missverständnisse auszuräumen," heißt es weiter.