Die Ergebnisse der ersten Untersuchungen sind eine Überraschung, weil die 1991 eröffnete Attraktion im skandinavischen Themenbereich neben dem abgebrannten Areal liegt, selbst vom Feuer aber unversehrt geblieben ist.

Bei dem Großbrand waren eine Häuserzeile im skandinavischen Themenbereich, das Fahrgeschäft »Piraten in Batavia« im holländischen Themenbereich und eine angrenzende Lagerhalle mit dem Kostümfundus der Parkkünstler zerstört worden – über diesem Bereich hatte sich auch die riesige Feuer- und Rauchsäule gebildet, die am Samstagabend, 26. Mai, kilometerweit zu sehen war.


Dagegen ist das Fjord Rafting vom Feuer nicht beschädigt worden – so wirkt es zumindest von außen; der Bereich ist gesperrt und kann nicht betreten werden. Ausgerechnet dort haben die Experten der Kripo nun aber laut einer knappen Mitteilung der Polizei den Brandherd ausgemacht. Ursache sei ein technischer Defekt, den das Polizeipräsidium Offenburg auf Nachfrage hin nicht konkretisierte.

Keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden

Die Auswertungen der Sachverständigen seien noch nicht abgeschlossen, erklärte Polizeisprecher Yannick Hilger. Trotzdem habe man die ersten Erkenntnisse bekannt machen wollen, da die Öffentlichkeit ein großes Interesse an dem Fall habe. Man habe keine Hinweise auf Brandstiftung gefunden.

Verkohlte Überreste eines Gebäudes im Europa-Park Rust.
Verkohlte Überreste eines Gebäudes im Europa-Park Rust. | Bild: Achim Keller/Archiv

Die Stelle, an der die Passagiere in die Rafting-Boote einsteigen, ist ein ganzes Stück von der abgebrannten Häuserzeile im skandinavischen Themenbereich entfernt, dazwischen liegt auch noch ein kleiner See. Um diesen See führt die Wildwasserbahn herum und  kommt dabei direkt an den Häusern im Stil eines norwegischen Fischerdorfs vorbei – die freilich mittlerweile nicht mehr stehen. Wo nun dort genau der Brandherd lokalisiert worden ist – zu dieser Frage hielt sich die Polizei am Mittwoch bedeckt.

Fest steht, dass das Fjord Rafting seit dem Großbrand gesperrt ist, obwohl es beim Betrachten der Szenerie wirkt, als ob die Boote abfahrbereit wären. Doch in den Kanal ist Brandschutt gefallen, der erst weggeräumt werden muss, teilt Corina Zanger mit. Laut der Parksprecherin ist es noch offen, wann die Attraktion wieder eröffnet wird.

Boote der Fjord-Raftinganlage stehen in einem leeren Becken im Europa-Park. Die Ursache für das Feuer am 26. Mai war nach Polizeiangaben vermutlich ein technischer Defekt. D
Boote der Fjord-Raftinganlage stehen in einem leeren Becken im Europa-Park. Die Ursache für das Feuer am 26. Mai war nach Polizeiangaben vermutlich ein technischer Defekt. D | Bild: Patrick Seeger (dpa)

Die Aufräumarbeiten in den vom Feuer völlig zerstörten Bereichen haben indes längst begonnen, Bagger räumen dort Schutt und Asche in rauen Mengen weg. Parallel dazu wird in der Entwicklungsabteilung von Deutschlands größtem Freizeitpark »mit Hochdruck« (Zanger) darüber getüftelt, wie es in den betroffenen Bereichen weitergeht. Spruchreif sei  noch nichts. Aber man blicke optimistisch nach vorn und sei dankbar für die moralische Unterstützung, die viele Parkfans in sozialen Netzwerken äußern. Auch der Parkbetrieb laufe reibungslos weiter, von rund 100 Attraktionen seien nur zwei außer Betrieb.
 

Verkohlte Überreste eines Gebäudes stehen im Europa-Park.
Die "Blue-Fire" im Hintergrund läuft wieder auf Hochtouren. | Bild: Patrick Seeger (dpa)
So äußerte sich Park-Chef Roland Mack nach dem Brand auf Facebook: