Die Gerichte und Behörden, die mit dem Staufener Missbrauchsfall zu tun hatten, stehen zu Recht in der Kritik. Daran konnte auch der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe nichts ändern, die im Übrigen nur aus den Beteiligten bestand. Ein externer Unbeteiligter als fester Bestandteil der Projektgruppe hätte dem Ansinnen, Lehren aus dem Fall ziehen zu wollen, gut getan.

Stattdessen flüchtet sich das Jugendamt in Ausreden. Wenn die Verteidigung lautet, man habe Hinweise nicht weitergegeben, weil man das Kind nicht in Gefahr bringen wollte, können Prozessbeobachter nur den Kopf schütteln.

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Sowohl die Polizei mit der zu langsamen Weitergabe von Hinweisen als auch das Jugendamt haben Fehler gemacht. Fehler, die dazu geführt haben, dass das Leid des Jungen unnötig verlängert wurde. Die Gerichte müssen sich vorwerfen lassen, dass sie den Fall nicht gründlich analysiert haben. Viele Fälle und wenig Zeit für die Richter rechtfertigen das Vorgehen nicht. Dafür tragen sie zu viel Verantwortung.