In Bildungsfragen kann ja bekanntlich jeder irgendwie mitreden. Denn alle haben in den Schulen prägende Jahre verbracht. Doch als Basis für politische Entscheidungen reicht dieses Erfahrungswissen längst nicht mehr. Der neue Bildungsbericht für Baden-Württemberg zeigt, wie schnell sich die Lage an den Schulen verändert. Die nackten Zahlen helfen auch, überbordende Diskussionen besser einzuordnen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die bei vielen Eltern heiß umstrittene Inklusion. Die Zahl der Schüler mit speziellem Förderbedarf ist zwar im Land um elf Prozent gestiegen, weil viele Eltern durch den Wegfall der Sonderschulpflicht eher bereit sind, zusätzliche Hilfen für ihr Kind anzunehmen. Aber in den allgemeinbildenden Schulen ist die Zahl der Kinder mit Förderbedarf nicht so schnell gestiegen. Die öffentliche Debatte scheint da an den Realitäten ein wenig vorbeizugehen. Nicht nur bei der Inklusion zeigt sich, dass mehr Fakten zu besseren politischen Entscheidungen führen.