Es ist ein enorm wichtiger Schritt, der bundesweit einmalig ist: Islamischer Religionsunterricht für muslimische Kinder wird künftig in Baden-Württemberg aus den Hinterhöfen und Moscheen in die Schulen geholt. Erteilt wird er dann nicht mehr von Imamen unterschiedlicher Qualifikation und religiöser Ausrichtung. Sondern durch Pädagogen, die an einer Hochschule des Landes ausgebildet wurden und nach einem, dem christlichen Religionsunterricht vergleichbaren, Lehrplan, der von Islamwissenschaftlern und Bildungsexperten erarbeitet wurde. Die eigens dazu ersonnene Stiftung garantiert die Qualität des Unterrichts und steht für verfassungskonforme Inhalte. Dass nur zwei der vier großen islamischen Religionsgemeinschaften dabei sind, ist bedauerlich. Aber es zeigt auch, wie wichtig es ist, dass das Land hier selbst aktiv geworden ist. So ist sichergestellt: Was Kinder hierzulande im Islamunterricht lernen, wird auch hier im Land vorgegeben. Und nicht andernorts gesteuert.