Das Tief „Burglind“ war für viele Zeitgenossen unerfreulich. Die Betreiber von Windanlagen dagegen jubelten über das stürmisch bewegte Wetter – es bescherte ihnen eine rekordverdächtige Ausbeute an Strom. Solche Erfolgsmeldungen werden die Gegner dieser alternativen Energie nicht beeindrucken. Der Widerstand gegen die Windkraft wächst. Die euphorische Stimmung der frühen 90er-Jahre, als die ersten zierlichen Räder auf den Hausberg gesetzt wurden, ist der Ernüchterung gewichen. Inzwischen wird sogar dem Wind misstraut.

Die kleinen Anbieter, früher als Vorreiter gewürdigt, stehen unter verschärfter Beobachtung. Das zeigt der Vorstoß des Windclusters Baden-Württemberg. Diese Lobby drängen auf gleiche Bedingungen für große und kleine Betreiber. Was hier treuherzig gefordert wird, führt indessen zur Ungleichheit am Markt. Eine dörfliche Initiative kann nicht mit den Giganten mithalten. Deshalb war und ist es richtig, die Bürgergesellschaften zu bevorzugen.

Kuriose Fußnote: Der Chef der Lobby ist ein alter politische Bekannter. Walter Döring warb als FDP-Mann früher für Mittelstand und örtliches Handwerk. Das ist lange her. Nach dem unfreiwilligen Abgang aus dem Wirtschaftsministerium widmet sich der Liberale den Mega-Versorgern. Das ist sein gutes Recht, doch ein Gschmäckle hat es trotzdem. Es ist ein windiges Geschäft.