Jahrelang waren die Endlagerpläne der Schweiz in Deutschland nur ein Randthema, das einige hartnäckige Atomkraftgegner umtrieb. Doch das hat sich mit den Standorten für die brisante Oberflächenanlage eines Tiefenlagers dramatisch geändert. Die Region scheint aufgeschreckt, und das ist gut so.

Denn bei aller Zustimmung für eine sichere Lagerung der hochgiftigen Abfälle wirft das Langzeit-Vorhaben der Eidgenossen noch unzählige Fragen auf. Und die müssen erst einmal beantwortet werden, bevor der erste Bagger auffährt. Dabei ruht eine große Verantwortung auf den Schultern sowohl der Wissenschaftler wie auch der Politiker auf beiden Seiten der Grenze.

Trotz aller Vorkehrungen wird das Endlager ein riesiges Experiment bleiben, dessen Ausgang wohl keiner der heute Lebenden erfahren dürfte. Und weil in den fünf Schweizer Kernkraftwerken jährlich 70 Tonnen strahlender Müll anfallen, sollte die Schweiz zu allererst eines machen: Abschalten!