Staufen im Breisgau: Hinter dem Städtchen, das wenige Kilometer von Freiburg entfernt liegt, erhebt sich der Hochschwarzwald. An den Ausläufern des Gebirges schmiegt sich die Wohnsiedlung, in der die Angeklagte Berrin T. mit ihrem Sohn lebte, später ging auch Christian L., ihr Freund und Mitangeklagter, dort ein und aus.

Bild: Mirjam Moll

Vermieter Dietrich Henninges hatte versucht, die Frau aus der Wohnung zu klagen – ohne etwas von dem grausamen Schicksal des Jungen zu ahnen. Der frühere Arzt wollte den fremden Mann einfach nicht im Haus haben. Das Gericht aber versagte ihm die Klage auf Eigennutzung. Das Paar blieb.

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Von außen wirkt das Haus am Hang unscheinbar. Das Obergeschoss hat Henninges bereits verkauft, die Souterrainwohnung vermietet er.

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In dieser Wohnung hat Berrin T. mit ihrem Sohn gelebt. Vermieter Henninges berichtet, den Jungen stets höflich erlebt zu haben. Erst in den letzten Wochen des Mietverhältnisses, bevor die Frau und ihr Liebhaber festgenommen wurden, habe er öfter laute "Auseinandersetzungen" mitbekommen. "Ich will nicht", soll das Kind gerufen haben. Inzwischen lebt hier ein neuer Mieter mit seinem Sohn, dessen Spielsachen draußen auf dem Terrassentisch liegen. Von dem Schicksal der Vormieter weiß der Mann, der nicht aus der Region kommt, nach Angaben des Vermieters nichts.

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Die systematischen Vergewaltigungen sollen nach Angaben des Vermieters aber nicht in seinem Haus stattgefunden haben, sondern in der Nähe des Bahnhofs Münstertalbahn in einem dort abgestellten Wohncontainer. Auf dem Bild ist der Bahnübergang zu sehen, daneben eine Skulptur eines Marterpfahls.

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Unweit vom Bahnhof liegt der Stadtsee. Dort hat die Kriminalpolizei schließlich belastendes Beweismaterial sicherstellen können – eine Festplatte, die die Angeklagten dort offenbar versenkt hatten. Um sie zu finden, musste der See zur Hälfte abgelassen werden. Erst dann wurden die Taucher fündig.

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Im Stadtzentrum vor dem Rathaus Staufens liegen einige Cafés, eine Bäckerei, ein Fotogeschäft. Vom Schicksal des Jungen weiß hier jeder. Doch die Menschen hier sprechen nicht gerne darüber, fürchten um das Image ihrer Stadt.

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