Mit den milden Temperaturen öffnen auch bald wieder die Freilichmuseen. Im Mittelpunkt stehen Neuhausen ob Eck und der Vogtsbauernhof bei Gutach im Schwarzwald. Mit 680 000 Besuchern verzeichneten die sieben Freilichtmuseen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr einen Besucherzuwachs von einem Prozent. Diese Zahl nannte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freilichtmuseen, Offenburgs Landrat Frank Scherer, bei der Jahrestagung der AG im Freilichtmuseum des Landkreises Tuttlingen in Neuhausen ob Eck. In Neuhausen haben im vergangenen Jahr 94 000 Besucher den Museumskassenschalter passiert.

Im Freilichtmuseum Neuhausen beginnt das Begleitprogramm mit der Eröffnung zu Ostern, auch das Ostereierwerfen gehört dazu.
Im Freilichtmuseum Neuhausen beginnt das Begleitprogramm mit der Eröffnung zu Ostern, auch das Ostereierwerfen gehört dazu. | Bild: Hermann-Peter Steinmüller

Alle 1300 Museen im Land wurden 2017 von 19 Millionen Menschen besucht. Die 680 000 Besucher der Freilichtmuseen machen davon vier Prozent aus. Frank Scherer unterstrich die Bedeutung: „Wir erreichen mit unseren Angeboten in den sieben Freilichtmuseen sehr viele Menschen, die sonst in überhaupt kein Museum gehen.“ Der Landrat sprach im Zusammenhang mit den Freilichtmuseen von „kulturellen Zentren im ländlichen Raum“.

Aus dieser Feststellung leitet die Arbeitsgemeinschaft einen gesellschaftspolitischen Auftrag ab. Seit vielen Jahren zeigen die Freilichtmuseen nicht nur alte Häuser und schildern darin anschaulich die oft harten Lebensbedingungen ihrer Bewohner. Kulturelle Veranstaltungen und Sonderausstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen gehören zu den Begleitprogrammen aller sieben Mitglieder.

In diesem Jahr setzen die Museen ihre gemeinsame, 2017 begonnene Ausstellungsreihe unter dem Titel „Anders! Anders?“ fort. Dabei geht es um „Fremde“ oder Außenseiter im Dorf. Neuhausen steuert dazu eine Sonderschau über die Ankunft der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Region bei. Im Hohenloher Freilichtmuseum geht es um das Schicksal des fahrenden Volkes der Jenischen. Das Odenwälder Freilichtmuseum dokumentiert die dörfliche Sozialfürsorge im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In Wolfeck geht es um „Gastarbeiter“. In Kürnbach stehen „Säufer“ und „Dorfdeppen“ im Mittelpunkt und um „Jüdisches Leben“ dreht es sich im Freilichtmuseum in Beuren. Zur Bilanz gehören auch 4500 gebuchte Führungen für Schulklassen und Erwachsenengruppen.

Wer sind die Sieben?

Die Arbeitsgemeinschaft, die 1977 gegründet wurde, umfasst sieben regionale ländliche Freilichtmuseen in Baden-Württemberg. Odenwälder Freilichtmuseum in Walldürn-Gottersdorf (geöffnet nach der Winterpause täglich 10-17 Uhr, Erwachsene 4 €, Kinder bis 12 Jahren 2 €), Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall- Wackershofen (täglich 10 bis 17 Uhr, Erwachsene 8 €, Kinder ab sechs 6 €), Freilichtmuseum Beuren (Landkreis Esslingen), Vogtsbauernhöfe Gutach (täglich 9 bis 18 Uhr, Erwachsene 10 €, Kinder und Jugendliche (6 – 17 Jahre) 5,50 €), Freilichtmuseum Neuhausen (täglich 9 bis 18 Uhr, Erwachsene 6,50 €, Kinder und Jugendliche bis einschl. 16 Jahre frei), Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach (täglich 10 bis 18 Uhr, Erwachsene 5 €, Kinder 3 €), Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben (10 bis 18 Uhr, Erwachsene 5 € Jugendliche 2,50 €). Freilichtmuseum Beuren (täglich 9 bis 18 Uhr, Erwachsene 7 €, Kinder und Jugendliche sechs bis 17 Jahre 3,50 €). Die Freilichtmuseen unterhalten in Gutach eine gemeinsame Informationsstelle www.landmuseen.de oder unter der kostenlosen Telefonnummer: 0800 768 7336 (hps)