Am 3. September 1978, einem Sonntag, fielen manche Bürger im Zollernalbkreis buchstäblich aus dem Bett. Ein Erdbeben der Stärke 5,7 (Richterskala) erschütterte am frühen Morgen die Schwäbische Alb im Raum Albstadt. Besonders die Ortsteile Tailfingen und Onstmettingen waren getroffen. Für mitteleuropäische Verhältnisse waren die Schäden dramatisch.

Bereits in den ersten Tagen wurde die verheerende Bilanz deutlich: Einige tausend Gebäude waren erheblich beschädigt worden. Und einige hundert mussten aus Gründen der Sicherheit abgestützt werden, berichtet das Regierungspräsidium (RP) Freiburg. Auch an der Burg Hohenzollern stürzten Teile der zahlreichen Türme und exponierte Kamine ein. Die Münchner Rück-Versicherung schätzte damals den Gesamtschaden auf 275 Millionen Mark.

Kreis richtete Notquartiere ein

"Albstadts schreckliches Erwachen", so titelte der SÜDKURIER damals auf einer Sonderseite am Montag, 4. September. Der Bericht hebt die zügige Hilfe hervor, mit der noch am Sonntag auf die Katastrophe reagiert wurde.

Bild: RP Freiburg

Schnell wurden die ersten Lastwagen organisiert, um zerbrochene Ziegel wegzubringen. Vor allem Dächer hatte es getroffen. An manchen Häusern war das halbe Dach durch das Beben in sich zusammengefallen. Die Eigentümer standen fassungslos auf dem Dachboden – wenn sie sich nach oben trauten.

Der Kreis richtete damals Notquartiere ein. 300 Menschen übernachteten dort, weil ihre Quartiere unbewohnbar waren. Sie kehrten in der Mitte der Woche in ihre Häuser zurück, nachdem diese gesichert und mit Stützen versehen waren.

Bild: RP Freiburg

Flugverbot für Überschallflugzeuge

700 freiwillige Helfer, unter anderem von Rotem Kreuz und THW, taten Dienst. Von amtlicher Seite wurde freilich auch vor "Haien" gewarnt – Unternehmen, die schnelle Hilfe anboten oder die Geschädigten mit vermeintlich günstigen Krediten ködern wollten. Das Finanzamt bot betroffenen Firmen an, ihre Steuern zu stunden sowie Sonderabschreibungen zu gewähren.

Bild: RP Freiburg

An 30 Kirchen waren allein im Erzbistum Freiburg Schäden gemeldet. Vor allem die Türme reagierten auf das sonntägliche Beben. Auch die Bundeswehr, die damals noch stark im Kreis vertreten war, zog Konsequenzen. Die Luftwaffe mit Sitz im nahen Meßstetten erließ ein Flugverbot für Überschallflugzeuge für den Kreis. Die anderen Flugzeuge mussten mindestens 1700 Meter hoch fliegen oder am Boden bleiben, um Vibrationen zu vermeiden. Am Truppenübungsplatz Heuberg wurden die Schießstände gesperrt.

So berichtete der SÜDKURIER damals auf einer Sonderseite

Dateiname:So berichtete der SÜDKURIER damals (1)
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Datum:02.09.2018
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Datum:02.09.2018
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