Konstanz – Durch seinen hohen Schadstoffausstoß ist der Dieselmotoren ins Gerede gekommen, mancher Besitzer dieses Typs muss bereits fürchten, dass sein Fahrzeug rapide an Wert verliert. Experten widersprechen diesen Szenarios und raten, Dieselautos zu halten und nicht zu verkaufen, wenn man nicht gerade im Raum Stuttgart fährt. "Wird ein altes Modell hauptsächlich im Überlandverkehr gebraucht und sind keine Stadteinfahrten nötig, spricht wenig dagegen, diesen Diesel weiterhin zu nutzen," berichtet Christian Buric dieser Zeitung. ADAC-Sprecher Buric rät deshalb, das Dieselfahrzeug nicht überstürzt zu verkaufen. Wer auf dem Land wohne, habe dazu keinen Anlass.

Die Preise bei Autos mit Selbstzündermotoren dürften auf dem erreichten Niveau stabil bleiben. Nachdem die Preise bereits im Frühjahr gefallen sind als eine Folge der Diskussion um Fahrverbote, pendeln sie sich auf niedrigerer Basis ein. Ein Anhaltspunkt dafür ist das Dieselbarometer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), die den ADAC in technischen Fragen berät. Das Barometer zeigt seit zwei Monaten eine gewisse Beruhigung, sagt Bernd Reich. Vor einem Jahr noch hatten 36 Prozent der Dieseleigentümer gesagt, sie wollten sich schnell von ihrem fahrbaren Untersatz trennen, um damit auf das Imageproblem zu reagieren. Im Mai 2018 gaben noch 27 Prozent an, ihren Diesel zu verkaufen.

Maßgeblich sei immer, wo ein Dieselbesitzer jeweils wohnt. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land", sagt DAT-Fachmann Reich. Für manchen Dorfbewohner stehe eine Autofahrt in die Landeshauptstadt nicht zur Debatte. Für diese stattliche Gruppe verliert dieser Antriebstyp weder an Wert noch an Sympathie. Fazit: Der Diesel wird auf dem flachen Land weiterhin zum Straßenbild gehören.