Im Südwesten steht die katholische Kirche vor einer Rosskur. Dazu zwingen die Fakten, die sich kaum wegpredigen lassen. Weniger Priester machen die Gottesdienste weniger attraktiv, also findet man auch kernige Gläubige eher beim sonntäglichen Brunch als in der harten Kirchenbank. Damit sinkt langfristig auch die Kirchensteuer, mit deren Hilfe manche Lücke übertüncht wurde. Nirgends trifft das Wort vom Teufelskreis so gut wie hier.

Auch neue Mega-Pfarreien werden die Leere nicht füllen. Die geplanten XXL-Einheiten sind eine organisatorische Antwort auf eine nicht-organisatorische Frage, die viel mit dem verzweifelten Grübeln der Moderne zu tun hat: Warum sollen Menschen noch einer Religion folgen, wenn sie die Welt auch ohne Schöpfer erklären können? Die Säkularisierung des Westens schreitet voran. Girokonto, Handy und etwas Esoterik reichen. Die Wissensmaschine Google ersetzt Gott, scheinbar. Den Trend werden die Bischöfe mit neuen Planstellen nicht stoppen.