Beim Thema Gewalt rund um Fußballspiele in Baden-Württemberg gibt es wieder die bekannten zwei Seiten einer Medaille: Zum einen steigt die Zahl der Verletzten an, was auf eine erhöhte Gewaltbereitschaft der Fußballfans – passender wäre hier wohl der Begriff Rowdies oder gleich Hooligans – hindeutet. Zum anderen wurden weniger Taten angezeigt und die Polizei konnte ihre Einsatzstunden bei Spielen in den ersten fünf Fußballligen in der abgelaufenenen Hinrunde um knapp 15 Prozent reduzieren. Dies spricht dafür, dass sich die jüngst aufgelegten Sicherheitskonzepte auszahlen.

Unter dem Strich kann sich Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) auf die Fahnen schreiben, dass er mit den Stadionallianzen zu einer Beruhigung beigetragen hat. Seit Vereine, Fans, Politik und Polizei im Vorfeld von Spielen gemeinsam an einem Tisch sitzen und Einsatzstrategien beraten, hat sich die Lage den Zahlen zufolge verbessert. Allerdings spiegelt die Statistik nicht unbedingt die reale Situation. So ist zum Beispiel von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Denn treffen tausende Fans aufeinander, werden viele Straftaten nicht angezeigt. Außerdem deckt die Statistik sogenannte Sonderspiele schlicht nicht ab.