Sicherheit ist ein hohes Gut in unserer demokratischen Gesellschaft – nicht weniger wichtig als die Bereiche Gesundheit und Bildung. Was wichtig ist, sollte sich der Steuerzahler auch etwas kosten lassen. Wenn sich das Innenministerium aber bei seiner Reform der Polizeireform um 50 Millionen verhaut, dann ist das schon starker Tobak in einer Zeit, in der für Vieles kein Geld da ist. Monate nach der ersten Kostenschätzung soll die Rechnung nun nicht mehr stimmen: wegen höherer Baukosten und mehr Planstellen. Kaum zu glauben, dass das alles vor einem Jahr noch unbekannt gewesen sein soll.

Wenn der Bürger das Gefühl hat, er wird an der Nase herumgeführt, dann muss ihn das kräftig ärgern. Genau das passiert aber, wenn kaum noch Verlass ist bei Aussagen über Kosten für die öffentliche Hand. Nicht anders funktionierte das bei Prestigeprojekten wie Stuttgart 21 und dem Hauptstadtflughafen. Das Prinzip ist immer gleich: Erstmal Kosten-Kosmetik betreiben, damit es politisch durchgeht.