Nach einem kurzen Intermezzo mit Schauern und Gewittern kommt der Hochsommer zu Wochenbeginn mit voller Kraft zurück in den Südwesten. „Es geht weiter mit dem heißem Wetter“, sagte die Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Sarah Jäger. Die Waldbrandgefahr bleibt daher laut DWD vor allem im Nordosten Baden-Württembergs vorerst hoch. Erst ab Mittwoch sei erneut mit einzelnen Schauern und Gewittern zu rechnen, hieß es.

Schon zum Wochenstart sollen am Thermometer wieder Spitzenwerte von bis zu 37 Grad erreicht werden. Besonders heiß soll es am Hochrhein werden, ebenso im Markgräflerland und im Breisgau – alle drei Gebiete zählen zu den wärmsten in Deutschland. Nur über dem Bergland sei mit ein paar Quellwolken zu rechnen. Ähnlich heiß soll es am Dienstag weitergehen. „Da ist kaum eine Wolke am Himmel“, prognostizierte Jäger.

Die angenehme Seite der Hitze: Baden bei freundlichen Wassertemperaturen, hier bei Friedrichshafen.
Die angenehme Seite der Hitze: Baden bei freundlichen Wassertemperaturen, hier bei Friedrichshafen. | Bild: Felix Kästle, dpa

Bei schwülwarmen Temperaturen hatte der Sommer am Wochenende vielen eingeheizt. Bei Sonnenschein füllten sich Biergärten, Eisdielen und Straßencafés, auch zahlreiche Freiluftsportler waren unterwegs.

Zu einem tödlichen Badeunfall kam es am Rhein nahe Murg (Kreis Waldshut). Ein 38-Jähriger war gestorben, als er versuchte, den Strom zu durchschwimmen, wie die Polizei am Wochenende mitteilte. Wie die Polizei mitteilte, war der Mann am Freitag von der Schweizer Seite gestartet.

In der Mitte des Flusses bei Murg (Kreis Waldshut) verließ ihn demnach wohl die Kraft und er drohte, unterzugehen. Mehrere Jugendliche auf deutscher Seite eilten ihm zur Hilfe. Der Schweizer wurde zunächst wiederbelebt. Er starb jedoch in einer Klinik. „Offenbar hatte er seine Fähigkeiten und die Strömung des Rheins falsch eingeschätzt“, teilte die Polizei mit.

Störche stehen gemütlich in der Dreisam bei Freiburg. Da der Fluss derzeit nur sehr wenig Wasser führt, können die Vögel in Ruhe nach Fischen suchen.
Störche stehen gemütlich in der Dreisam bei Freiburg. Da der Fluss derzeit nur sehr wenig Wasser führt, können die Vögel in Ruhe nach Fischen suchen. | Bild: Patrick Seeger, dpa

Ein anderer Schwimmer starb am Sonntag am Rhein nahe der Schweizer Grenze. Nach Angaben der Polizei war der 83-Jährige in Küssaberg (Kreis Waldshut) mit einem Freund in dem Fluss schwimmen gegangen. Danach kam demnach aber nur der Freund wieder aus dem Wasser. Bei einer Suchaktion entdeckten Einsatzkräfte den bewusstlosen Mann im Wasser treiben und bargen ihn nach Angaben der dpa. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. 

Kaltfront an einigen Orten

Zwischenzeitlich hatte eine Kaltfront am Wochenende Gewitter und Stark­regen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter in den Südwesten gebracht. Laut DWD fielen etwa an der Wetterstation in Rheinau (Ortenaukreis) am Samstag 33 Liter Regen innerhalb kurzer Zeit. Doch nicht jeden Ort traf das Nass und so sorgte der Regen kaum für richtige Abkühlung. Wegen der Trockenheit bleibt die Waldbrandgefahr im Südwesten daher vorerst hoch. „Da hat auch der Regen vom Wochenende nichts genützt“, sagte Meteorologin Jäger.

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Der Freiburger Professor für Feuer­ökologie, Johann Georg Goldammer, bemängelte, dass Deutschland für größere Wald- und Landschaftsbrände nicht ausreichend gewappnet sei. „Wir bräuchten eine dem Technischen Hilfswerk vergleichbare Einrichtung zur Feuerbekämpfung und zur Bewältigung anderer Katastrophenlagen auf Bundesebene“, sagte der Professor der Universität Freiburg. Bisher habe es kein Bundesland für nötig erachtet, ein eigenes Löschflugzeug anzuschaffen, und auch der Bund habe keine entsprechenden Kompetenzen, sagte er. Für die Zukunft könne eine solche Truppe mit hochwertiger Ausrüstung indes wichtig werden. Goldammer deutete an, dass der Sommer 2018 kein einzelner Ausreißer bleiben werde.

Freiburger Studenten sitzen buchstäblich auf dem Trockenen. Auf der Höhe von Freiburg schauen bereits die blanken Steine aus dem Fluss Dreisam.
Freiburger Studenten sitzen buchstäblich auf dem Trockenen. Auf der Höhe von Freiburg schauen bereits die blanken Steine aus dem Fluss Dreisam. | Bild: Patrick Seeger, dpa

Doch das Hochsommerwetter hat auch positive Seiten: In Waldshut zum Beispiel konnten die Filmnächte bei herrlichen Temperaturen ohne witterungsbedingte Störung stattfinden. Auf der breiten Kaiserstraße – der historischen Hauptstraße der Innenstadt – saßen bis in den späten Abend hinein die Zuschauer, um sich Filme wie „Jim Knopf und die wilde 13“ anzusehen.

Warme Nacht, großes Kino: Die Waldshuter Kaiserstraße in der Innenstadt wurde während der Filmnächte zum speziellen Kinosaal.
Warme Nacht, großes Kino: Die Waldshuter Kaiserstraße in der Innenstadt wurde während der Filmnächte zum speziellen Kinosaal. | Bild: Peter Rosa

Wegen der anhaltenden Trockenheit sind nach Einschätzung von Fachleuten in diesem Jahr deutlich weniger Stechmücken unterwegs. „Im Moment gibt es so gut wie keine Mücken“, sagte der Biologe Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) im Gespräch mit dieser Zeitung. Die einschlägigen Brutstätten am Oberrhein seien nach dem höchsten Wasserstand Mitte Juni mittlerweile knochentrocken, hieß es. Ohne Nässe keine Schnaken. In diesem Fall hat die saisonale Hitze auch eindeutig ihr Gutes.