Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern hat sich gewandelt. Der Erziehungsstil könne heute als „demokratisch oder autoritativ bezeichnet werden“, erklärt Ursula Steinebach, die beim renommierten Marianum in Hegne am Bodensee die Berufskollegs für Sozialpädagogik leitet.

Dabei gehe es um klare Anforderungen und Regeln, „die dem Entwicklungsalter des Kindes entsprechen und in deren Grenzen die Kinder viele Freiräume haben“.

Das könnte Sie auch interessieren

Ziel sei es, die anvertrauten Kinder als selbstbestimmte und gemeinschaftsfähige Menschen stark zu machen für ein Leben in demokratischer Gesellschaft.

Tagesablauf hat sich gewandelt

Das Wohl des Kindes habe Vorrang, so Ursula Steinebach, die sich auf Nachfrage nicht zum Fall in Lauchringen äußern möchte. Grundsätzlich aber gilt: „Kinder brauchen am Tag Ruhezeiten. Die Frage ist, wie kann diese Ruhezeit für die Kinder attraktiv gestaltet werden, damit sie sich wohlfühlen, entspannen oder sogar schlafen können?“

Bild: Marianum Hegne

Erzieherinnen müssen bei ihrer Arbeit aber auch Überlastungs- und Stresssituationen bei Kindern und bei sich selbst erkennen und im Griff haben. „Dabei ist auch der Austausch im Team wichtig.“

Gewandelt hat sich auch der Tagesablauf. Mittagessen und Mittagsruhe in der Kita waren vor zwei Jahrzehnten kein Thema für Erzieherinnen, so Steinebach, weil sie im Kindergarten in der Regel nicht stattfanden. „Insofern hat es hier Veränderungen gegeben. Eine besondere Herausforderung im pädagogischen Geschehen ist es in der Regel nicht, wenn die Rahmenbedingungen, also insbesondere die Personalsituation und die räumliche Situation stimmen.“

Was können Eltern tun, wenn sie die Kita-Erziehung kritisch sehen?

Was können Eltern tun, wenn sie die Erziehung ihres Kindes in einer Kindertageseinrichtung kritisch sehen? Viele Einrichtungen haben „ein ausgewiesenes Beschwerdemanagement, in das auch Rückmeldungen der Kinder einbezogen werden.“

Wenn eine Einigung mit der Kindertagesstätte nicht möglich ist, sollten sich die Eltern an den Träger der Kita wenden.

Und welche Erwartungen erfüllt eine gute Erzieherin? Nicht zuletzt bedarf es hohe Professionalität bei der Ausübung des Berufes: etwa umfassendes Wissen, um frühpädagogische Grundlagen und die Fähigkeit eigenes Verhalten zu überprüfen.

Hohe Anforderungen bei Ausbildung

Renate Hipp, ehemalige Leiterin des Montessori-Kinderhauses in Konstanz, verweist auf Nachfrage des SÜDKURIER auf die hohen Anforderungen bei der Ausbildung von Erzieherinnen: nach der Mittleren Reife vier Jahre Praxis und Studium, Referate, Vorträge, Prüfungen. Zu dem Beruf gehöre aber auch eine „große Liebe zum Kind“ und die Voraussetzung, Kindern grundsätzlich Wohlwollen entgegenzubringen.

Bild: Niederberger, Holger

Der Erzieher-Mangel biete heute vielen jungen Menschen den Zutritt zu diesem Beruf, in dem die Ausbildung auch über Praxistage und einen engen Austausch mit Mentoren für die Herausforderungen fit mache. Dabei sei, wie in vielen anderen sozialen Berufen auch, nicht jeder gleich geeignet. Neben der Qualifikation sei es letzten Endes aber immer noch „Charaktersache“, um in dem Beruf zu bestehen.