Blitzeinschläge, dicke Hagelkörner, überschwemmte Straßen: Schwere Unwetter haben die Rettungskräfte in Süddeutschland in der Nacht zum Dienstag stark gefordert. Aus der Oberpfalz meldete die Polizei faustgroße Hagelkörner, viele Dächer und Fahrzeuge wurden beschädigt. In Franken wurden Straßen und Keller überschwemmt. In Regensburg setzte ein Blitz einen Dachstuhl in Brand.

In Baden-Württemberg war besonders die Region südlich und westlich von Stuttgart betroffen. Der Hauptbahnhof der Stadt Reutlingen musste zwischenzeitlich wegen Überflutung gesperrt werden. Ein Baukran wurde unterspült, vom Wasser betroffene Baustromverteiler verursachten einen Stromausfall.

Reutlingen: Die von der Stadt Reutlingen zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Einsatzkräfte der Feuerwehr und Anwohner auf einer überfluteten Straße im Einsatz gegen Wassermassen nach Starken Regenfällen.
Reutlingen: Die von der Stadt Reutlingen zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Einsatzkräfte der Feuerwehr und Anwohner auf einer überfluteten Straße im Einsatz gegen Wassermassen nach Starken Regenfällen. | Bild: - (Stadt Reutlingen)

Einen älteren Mann in Kirchheim unter Teck musste die Polizei aus seinem mit Wasser vollgelaufenen Auto befreien: Ein Polizist schlug die Scheibe des Wagens ein und wurde dabei leicht verletzt, der Autofahrer blieb unverletzt.

Für Dienstag rechnen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes mit vereinzelten Gewittern und Starkregen, wieder im Süden.

Bereits am Mittwochabend waren schwere Unwetter über Süd- und Mitteldeutschland gezogen. Sintflutartiger Regen ließ in Südhessen zahlreiche Keller vollaufen. Besonders betroffen war Bürstadt an der Bergstraße. Einige Kellerwohnungen standen hier 60 bis 80 Zentimeter hoch unter Wasser.

Unwetterfolgen auch in Frankreich: Nach einem Erdrutsch entgleiste am Dienstagmorgen ein Vorortzug südwestlich von Paris. Sieben Menschen wurden leicht verletzt, wie der Radionachrichtensender Franceinfo unter Berufung auf Verkehrsministerin Elisabeth Borne berichtete. Der Erdrutsch wurde durch starke Regenfälle ausgelöst.

Wetterdienst erwartet auch am Dienstag Gewitter im Südwesten

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet auch am Dienstag mit Gewittern im Südwesten. Am Vormittag sollte es im Norden des Landes erste Schauer und Gewitter geben, sagte ein Meteorologe. Punktuell seien Unwetter zwar nicht ausgeschlossen, die Ausprägung werde aber deutlich geringer sein als in den vergangenen Tagen.

Ab dem Mittag erwartete der Wetterdienst dann vor allem in der Südhälfte Baden-Württembergs Gewitter. In kurzer Zeit können demnach bis zu 25 Liter Regen fallen. Außerdem sind kleinkörniger Hagel und Windböen mit bis zu 60 Stundenkilometer möglich. In der Nacht zum Mittwoch klinge das Gewitterrisiko dann allmählich ab, hieß es.