Gebannt blicken die Universitäten an diesem Freitag nach Bonn, wo die Bildungsminister von Bund und Ländern die Sieger im Wettbewerb der Elite-Universitäten küren. 19 der renommiertesten deutschen Hochschulen sind im Rennen, wahrscheinlich elf dürfen sich künftig mit dem Titel Exzellenzuniversität schmücken. Das bringt Ehre und viel Geld. Allein aus Baden-Württemberg gehören sechs Unis zum erlauchten Kreis der Bewerber.

15 Millionen Euro jährlich

Der prestigeträchtige Titel Exzellenz-Universität ist verbunden mit zweistelligen Millionenbeträgen für jeden Sieger. Im Schnitt winken 15 Millionen Euro jährlich, die zu 75 Prozent vom Bund und 25 Prozent vom jeweiligen Land kommen. Heidelberg, Tübingen und Konstanz sind aus baden-württembergischer Sicht Titelverteidiger, weil sie sich vor sieben Jahren durchsetzen konnten. Neu beim Wettbewerb dabei sind die Unis Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart. „Mit sechs Universitäten stellt Baden-Württemberg so viele Finalisten wie kein anderes Bundesland“, betont Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer.

Doch gerade in Baden-Württemberg geht die Angst um, dass Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erneut zugunsten ihres Heimatlandes Nordrhein-Westfalen eingreifen könnte. Bei der Entscheidung stehen ihr für den Bund alleine 16 Stimmen zu, so viele wie alle Länder zusammen. Die Befürchtungen sind gewachsen, nachdem Karliczek in einem undurchsichtigen Verfahren eine halbe Milliarde Euro für die Batterieforschung nicht an den Favoriten Ulm vergeben hat, sondern nach Münster und ihren Heimatort Ibbenbüren.

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Die Bedenken sind aber schon früher entstanden. Denn zur Elite-Uni kommt man in einem zweistufigen Verfahren. In einer ersten Wettbewerbsstufe mussten sich die Bewerber mit Forschungsschwerpunkten durchsetzen. In dieser Runde hatte Karliczek schon für schwere Verwunderung gesorgt. Die Bundesministerin habe mit ihren 16 Stimmen zehn Cluster zusätzlich in die Förderung gedrückt. Profitiert hätten davon vor allem Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit jeweils vier zusätzlichen Projekten.

Für die Sieger-Universitäten hat es gravierende Folgen, weil die für alle Cluster zur Verfügung stehenden jährlich 385 Millionen Euro nicht erhöht wurden. Statt auf 43 Forschungsprojekte verteilt sich das Geld jetzt auf 57. Wissenschaftler klagen unter der Hand, dass durch die schmalere Finanzbasis aus exzellenten Projekten nur noch Durchschnitt werde.