Ihr Fall erschütterte die Menschen über Freiburg hinaus. Ende Oktober wurde bekannt, dass eine 18-Jährige unmittelbar neben der Diskothek „Hans-Bunte-Areal“ im Industriegebiet der Stadt in einem Gebüsch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein soll. Seither ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei mit Hochdruck gegen die bislang zehn Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Fall und dem bevorstehenden Prozess haben wir hier für Sie zusammengestellt.

  1. Was ist bisher über den Ablauf der Tat bekannt? Das Opfer hat mit dem mutmaßlichen Haupttäter Majd H. die Diskothek verlassen. Kurz darauf kam es Polizeiangaben zufolge zu dem Missbrauch. Der Hauptangeklagte soll die übrigen Tatverdächtigen dann ermutigt haben, sich ebenfalls an der jungen Frau zu vergehen. Im Blut der 18-Jährigen wurden später Spuren einer Droge gefunden, die ihr wohl ins Getränk gemischt worden war.
  2. Das könnte Sie auch interessieren
  3. Wie viele Tatverdächtige gibt es und was weiß man über sie? Derzeit sitzen zehn Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Es handelt sich um neun Syrer sowie einen Tatverdächtigen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Sie waren zur Tatzeit zwischen 19 und 29 Jahre alt.
  4. Was ist mit dem elften Tatverdächtigen? Die Polizei hat Hinweise durch eine Zeugenaussage auf einen elften Täter, nach ihm wird nach wie vor gefahndet. Die Beschreibung des Zeugen passe auf keinen der übrigen zehn Verdächtigen. Deshalb gehen die Ermittler von einem elften Beteiligten aus.
  5. Wie viele Beamte ermitteln in dem Fall? Bis Mitte Februar waren 13 Ermittler mit der Gruppenvergewaltigung befasst. Inzwischen hat die Polizei nach eigenen Angaben die Gruppe auf vier Ermittler reduziert, die „nach wie vor offenen Spuren nachgehen“, wie ein Sprecher dieser Zeitung mitteilte. Die Gruppe sei schrittweise verringert worden, erklärte er.
  6. Werden alle Tatverdächtigen gemeinsam vor Gericht stehen? Nein, es wird zwei voneinander getrennte Prozesse geben.
  7. Warum? Zunächst soll die Verhandlung des Hauptangeklagten und zweier weiterer Männer beginnen: Es handelt sich um zwei 22-Jährige und einen 23-Jährigen. Dieser soll an der Gruppenvergewaltigung nicht beteiligt gewesen sein, wird aber wegen unterlassener Hilfeleistung mitangeklagt. Alle drei sollen bereits im September 2017 in der Wohnung einer der Angeklagten eine damals 19-Jährige vergewaltigt haben. Deshalb werden diese drei Männer gesondert vor Gericht gestellt.
  8. Warum hat der Prozess noch nicht begonnen? Bislang ist das Landgericht Freiburg noch mit den Vorbereitungen beschäftigt. Im Fall der übrigen acht Angeklagten gestalte sich die Übersetzung der umfangreichen Anklageschrift schwierig. Wenn sie übermittelt worden ist, setzt eine zweiwöchige Frist für Einwände ein. Erst dann kann die Kammer über die Zulassung der Klage befinden und entscheiden, wann die Hauptverhandlung eröffnet wird.
  9. Wann beginnt die Verhandlung? Genaue Termine stehen noch nicht fest. Die Verhandlung der ersten Gruppe könnte noch im April beginnen. Im Fall der übrigen acht Angeklagten „könnte es eng werden“, wie ein Sprecher des Gerichts mutmaßt.