„Es ist phänomenal, wie überzeugt die Leser unsere Arbeit unterstützen“, sagte Klinikchef Roland Wehrle beim Rundgang durch die Anlage. Das Geld werde für Erhalt und Ausbau der Tätigkeiten zugunsten schwer kranker Menschen eingesetzt. Wehrle weiter: „Diese Unterstützung ist überhaupt nicht selbstverständlich, ein ganz großes Dankeschön deshalb an die Leser. Sie unterstützen uns damit wesentlich in unserer Arbeit für die Patienten.“ Roland Wehrle unterstrich, dass sich das Tannheimer Klinik-Team durch die großartigen Spenden auch bestärkt sehe. „Wir fühlen uns dadurch sehr unterstützt.“

Gute Adresse für Menschen in extremer Lebenslage: die Tannheimer Nachsorgeklinik.
Gute Adresse für Menschen in extremer Lebenslage: die Tannheimer Nachsorgeklinik. | Bild: Roland Sigwart

Michael Müller (53), seit 20 Jahren Finanzchef im Hause und jetzt in die Geschäftsführung an die Seite von Roland Wehrle (69) gerückt, ist ebenfalls begeistert. „Diese Treue der Leser zu unserem Haus ist absolut herausragend“, weiß er. Seit der Klinikinbetriebnahme vor 20 Jahren begleitet das SÜDKURIER Medienhaus die Tannheimer Einrichtung nicht nur mit Berichterstattung. Jährliche Spendenaktionen bilden mit ein Rückgrat für den Betrieb der Einrichtung. „Die Pflegesätze steigen leider nicht in dem Ausmaß wie die Personalkosten“, skizzierte Müller. „Wir können mit den Zuwendungen der SÜDKURIER-Leser das Niveau unseres Reha-Angebotes halten, allein mit den Pflegesätzen wäre das nicht möglich“, betonte der Finanzexperte. „Die Spendenhöhen unserer Leser sind ganz unterschiedlich. Manche sparen sich 10 Euro vom knappen Haushaltsbudget ab, andere können weit mehr geben. Aber wirklich jeder Euro ist eine tolle Hilfe, für die wir dankbar sind“, sagte Chefredakteur Stefan Lutz. „Und die Hilfe kommt an.“

Die Klinikchefs Wehrle und Müller zeigten SÜDKURIER-Chefredakteur Lutz, wie genau die Spendengelder eingesetzt werden. Beim Brandschutz wurde im Haus noch einmal nachgearbeitet. Rauchmelder und Brandschutzvorhänge in den Verbindungsfluren sind bereits installiert, ebenso wie ein Notrufsystem in den öffentlichen Toiletten des Hauses. Die Zusatzinstallationen erfolgten vor allem wegen verschärfter Sicherheitsstandards nach dem Brand in einer Behindertenwerkstatte in Titisee-Neustadt im Jahr 2014.

Renovierungen in den Apartments für die Patienten sowie Verbesserungen in einer Gemeinschaftsküche hätten laut Wehrle nun ebenfalls in der Größenordnung von 295 000 Euro mit den Spendengeldern der Leser umgesetzt werden können.

Stattliches Ensemble: <sup></sup>Die Nachsorgeklinik für krebskranke Kinder in Tannheim aus der Luft. <sup></sup><em>Bild: </em><em>Hans-Jürgen Götz </em>
Stattliches Ensemble: Die Nachsorgeklinik für krebskranke Kinder in Tannheim aus der Luft. Bild: Hans-Jürgen Götz | Bild: Hans-Juergen Goetz

Direkt aus der täglichen Therapiearbeit heraus entwickelt wurde ein Konzept für die Stärkung der Selbstsicherheit der Patienten. Frank Stark und Günter Hermann hätten als Mitarbeiter des Hauses einen Erlebnisparcours für rund 135 000 Euro geplant, der auf dem Freigelände unterhalb der Burg aufgebaut werden soll. Laut Wehrle könne mit den Arbeiten im Frühjahr begonnen werden, auch, weil nun dank des Spenden-Ergebnisses der SÜDKURIER-Aktion die Finanzierung sicher sei.

 

Die Nachsorgeklinik

In der Tannheimer Nachsorgeklinik werden krebskranke Kinder nach schwierigen Operationen therapiert. Ein zweiter Schwerpunkt erstreckt sich auf Menschen, die an Mukoviszidose erkrankt sind, eine Krankheit, die durch medizinischen Fortschritt verlangsamt, aber nicht gestoppt werden kann. Das Angebot für Familien-Reha bildet einen weiteren Schwerpunkt. Das Haus ist zu voll ausgebucht. Eine gemeinnützige GmbH trägt die Einrichtung. Gesellschafter sind die Deutsche Kinderkrebsnachsorge, der auf dem Gebiet der Mukoviszidose aktive Bundesverband Cystische Fibrose sowie der Bundesverband für herzkranke Kinder. (tri)