Salem – Bernhard Prinz von Baden

Bernhard Prinz von Baden in seinem Büro im Schloss Salem. Bild: dpa
Bild: Rolf Haid

Einst war es die mächtigste und reichste Dynastie in ganz Europa, inzwischen musste die Familie einen Großteil ihres Besitzes verkaufen. Im Jahr 2000 kam Schloss Eberstein bei Gernsbach unter den Hammer, im Jahr 2003 das Neue Schloss in Baden-Baden. 2009 kaufte das Land Baden-Württemberg den größten Teil von Schloss Salem – es ist größer als der Buckingham-Palast in London. Doch so hat Bernhard Prinz von Baden die Familie vor dem Ruin gerettet.

Seine Einnahmen bezieht er heute aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus dem Weinbau. Das Weingut Markgraf von Baden gehört mit insgesamt 135 Hektar zu den größten privat geführten Weingütern in Deutschland. Der 47-Jährige, auch Herzog von Zähringen, leitet die Familienunternehmen des Hauses Baden wie die markgräflichen Weingüter seit 1998. Seine Familie unterhält enge verwandtschaftliche Beziehungen zum englischen Königshaus. Bernhard ist der Großcousin der britischen Prinzen William und Harry. Das Haus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ihren Ursprung datiert sie anhand einer Urkunde aus dem Jahr 1112. Darin hatte Kaiser Heinrich V. dem Bistum Bamberg eine Burg vermacht und als Fürsprecher den Markgrafen Hermann II. ernannt, dem er erstmals den Beinamen "von Baden" verpasste.

Bernhards Urgroßvater Max von Baden (gestorben am 6. November 1929 in Konstanz) war als Prinz von Baden der letzte Thronfolger des Großherzogtums Baden. Von Oktober bis November 1918 war er etwa einen Monat lang der letzte Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs unter Kaiser Wilhelm II. Am 9. November verkündete von Baden eigenmächtig, der Kaiser habe abgedankt, und übergab sein Amt dem Führer der Sozialdemokraten, Friedrich Ebert. Bernhard Prinz von Baden ist verheiratet mit Stephanie und hat drei Söhne: Leopold (16), Friedrich (13), Karl-Willhelm (12).

Schloss Salem von außen. Bild: dpa
Schloss Salem von außen. | Bild: Patrick Seeger

Altshausen - Carl Herzog von Württemberg

Carl Herzog von Württemberg im Schloss Altshausen (Kreis Ravensburg). Bild: dpa
Bild: Thomas Warnack

Ein Schatten liegt auf der Familie: Vor eineinhalb Wochen starb Friedrich Herzog von Württemberg bei einem Autounfall in der Nähe von Ravensburg. Der 56-Jährige war der Leiter der Hofkammer, also der privaten Verwaltung, des Hauses Württemberg. Er war der älteste Sohn von Carl Herzog von Württemberg, dem Oberhaupt der Familie. Friedrich Herzog von Württemberg hinterlässt seine Frau Marie sowie drei erwachsene Kinde. 

Das Haus Württemberg ist eines der ältesten früher regierenden Häuser Deutschlands. Napoleon verhalf der Familie einst zum Königreich Württemberg (1806 bis 1918). Herzog Carl, das Familienoberhaupt und Vater des verunglückten Friedrich, wurde 1936 als sechstes Kind von Herzog Philipp Albrecht und seiner zweiten Gemahlin Erzherzogin Rosa von Österreich in Friedrichshafen geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Tübingen. Anschließend arbeitete der Herzog in der Verwaltung der Güter und Besitzungen der Familie. Seit dem Tode des Vaters im Jahr 1975 ist er Chef des Hauses Württemberg.

Carl Herzog von Württemberg heiratete am 18. Juli 1960 Diane von Orléans, eine Tochter des Henri Robert Ferdinand Marie Louis Philippe d’Orléans aus dem Hause Bourbon. Die Württembergs mögen ihr Königreich verloren haben – der Wohlstand ist geblieben. Die Württembergs gehören auch heute noch zu den reichsten Familien in Deutschland. Die Bild-Zeitung listete das Vermögen kürzlich auf: Zur Hofkammer gehören 5000 Hektar Wald und 40 Hektar Weinberge, etwa 2000 Hektar Wiesen und Äcker, Hunderte Grundstücke mit und ohne Immobilien im In-und Ausland, Wälder in Kanada, Österreich und Spanien. Auch 70 Kulturdenkmäler wie das Schloss Monrepos in Ludwigsburg gehören zum Eigentum der Württembergs. Dazu besitzt der Familienkonzern diverse Industriebeteiligungen und breit gestreute Finanzanlagen. Außerdem gehören zur Hofkammer drei Golfplätze in Neckarwestheim, Bondorf und Holzgerlingen.

Bürgerwehren aus ganz Baden-Württemberg treten zu Ehren von Carl Herzog von Württemberg am 31.07.2016 vor Schloss Altshausen an.
Bürgerwehren aus ganz Baden-Württemberg treten zu Ehren von Carl Herzog von Württemberg am 31.07.2016 vor Schloss Altshausen an. | Bild: Thomas Warnack (dpa)

Donaueschingen – Christian Erbprinz zu Fürstenberg

Erbprinz Christan zu Fürstenberg
Erbprinz Christan zu Fürstenberg | Bild: Stephanie Jakober

Das Haus Fürstenberg herrschte bis 1806 über eines der größten Fürstentümer im Südwesten. Auch heute noch zählt die Familie zu den wichtigsten privaten Waldbesitzern Deutschlands und liegt hinter den Thurn und Taxis auf Rang zwei. Die Fürsten zu Fürstenberg gehören zum ältesten europäischen Hochadel. Das katholische Geschlecht wurde im Jahr 1070 erstmals urkundlich erwähnt. Residenz der Familie ist seit 1723 Donaueschingen. Mit Schloss Heiligenberg besitzt das Haus Fürstenberg zudem eines der bedeutendsten Renaissancedenkmäler nördlich der Alpen.

Beide Schlösser werden von der Familie bewohnt. Das Vermögen des Fürstenhauses wurde im Jahr 2004 auf 700 Millionen Euro geschätzt. Fürst Heinrich übernahm nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wien die Leitung der Fürstlich Fürstenbergischen Betriebe und ist seit 2011 Chef des Hauses Fürstenberg. Fürstin Massimiliana, geborene Prinzessin zu Windisch-Graetz, ist Großkreuzdame des Malteser Ritterordens. Erbprinz Christian arbeitet seit 2004 im Familienunternehmen mit. Er ist verheiratet mit Jeannette Catherine, die aus einer Industriellenfamilie aus dem Ruhrgebiet stammt. Prinz Antonius Hugo Egon ist seit 2011 mit Gräfin Matilde Borromeo Arese Taverna verheiratet, die beiden leben in Mailand. Nur noch den Namen Fürstenberg trägt die Brauerei.

Das Fürstenhaus zog sich im Dezember 2004 nach mehr als 720 Jahren aus dem Braugeschäft zurück. Die Brauerei wurde an die Münchner Brau Holding International AG (BHI) verkauft. Die Fürstenbergs pflegen die Tradition – und einen gewissen Lebensstil: Dazu gehören die Ausstattung mit teuren Autos, eine Kunstsammlung, Hofbibliothek, Reitturniere, Musiktage und vieles mehr. Auf Kritik stieß in den vergangenen Jahren der Verkauf wesentlicher Teile der traditionellen fürstlichen Sammlungen.

Das Fürstlich Fürstenbergische Schloss in Donaueschingen. Bild: hwtravel/stock.adobe.com
Das Fürstlich Fürstenbergische Schloss in Donaueschingen. Bild: hwtravel/stock.adobe.com

Sigmaringen – Karl-Friedrich Fürst von Hohenzollern

Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern und seine Ehefrau Katharina Fürstin von Hohenzollern. Übrigens: auch Preußen-König Friedrich II. ("Alter Fritz") war ein Hohenzollern. Bild: dpa
Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern und seine Ehefrau Katharina Fürstin von Hohenzollern. Übrigens: auch Preußen-König Friedrich II. ("Alter Fritz") war ein Hohenzollern. | Bild: Thomas Warnack

Man muss weit in der Geschichte zurückgehen – dann findet man den Beweis: Die Preußenkönige und deutschen Kaiser sind eigentlich Schwaben und eng mit den Hohenzollern in Sigmaringen verwandt. Bis heute haben beide Linien des Adelshauses ihren gemeinsamen Stammsitz auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen in Baden-Württemberg. Die Wege des Fürstengeschlechts trennten sich um 1214, als die Brüder Konrad und Friedrich das Erbe aufteilten.

Friedrich begründete die schwäbische Linie – Konrad die fränkische Linie in Nürnberg. Die fränkischen Hohenzollern dehnten ihre Macht im Laufe der Jahrhunderte bis nach Brandenburg aus, wurden Kurfürsten und schließlich 1701 Könige von Preußen. Mit Wilhelm II. musste 1918 der letzte Hohenzollern-Kaiser abdanken. Heute ist der 41-jährige Georg Friedrich Prinz von Preußen der Chef des Hauses Hohenzollern.

Die schwäbischen Hohenzollern sind heute in Sigmaringen an der Donau ansässig. An der Spitze des fürstlichen Hauses steht Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern. Seit 1984 ist er im Familienunternehmen „Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern“ als Generalbevollmächtigter tätig und Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der Zollern GmbH & Co. KG. Karl Friedrich ist leidenschaftlicher Jazzmusiker. Mit seiner Band „Charly And The Jivemates“ produzierte er mehrere CDs. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Oldtimern, Motorradfahren, Wassersport sowie der Jagd. Große Grundbesitze in der Land- und Forstwirtschaft und Immobilien werden vom Stammschloss in Sigmaringen aus "regiert". Das Fürstenhaus ist an mehreren Unternehmungen beteiligt. Die Zollern GmbH ist einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Sigmaringen.

Schloss Sigmaringen
Schloss Sigmaringen | Bild: dpa

Konstanz – Bettina Gräfin Bernadotte und Björn Graf Bernadotte

13.03.2018, Baden-Württemberg, Deutschland, Bettina Gräfin Bernadotte und Björn Graf Bernadotte stehen im Palmenhaus auf der Bodenseeinsel Mainau.
13.03.2018, Baden-Württemberg, Deutschland, Bettina Gräfin Bernadotte und Björn Graf Bernadotte stehen im Palmenhaus auf der Bodenseeinsel Mainau. | Bild: Patrick Seeger (dpa)

 Das Haus Bernadotte, also die schwedische Königsfamilie, hat neben der königlichen auch eine gräfliche Linie, die in Konstanz zuhause ist. Ein blühendes Denkmal hinterließ Lennart Graf Bernadotte (1909-2004): die Insel Mainau im Bodensee. Der Neffe von König Gustav VI. verlor 1932 wegen der Hochzeit mit der Bürgerlichen Karin Nissvandt das schwedische Erbfolgerecht. Ein Hochzeitsgeschenk war damals die Insel Mainau. Der neue Inselherr Lennart Graf Bernadotte, Sohn von Prinz Wilhelm und der russischen Großfürstin Maria Pawlowna Romanow, öffnete sie für das Publikum. Der Sommersitz des Adels wandelte sich zur Haupttouristenattraktion am Bodensee.

Lennart war auch ein Urenkel des russischen Zaren Alexander II. Die Ehe mit Karin wurde 1971 geschieden. Am 29. April 1972 heiratete Lennart die 35 Jahre jüngere Sonja Haunz (1944–2008), seine persönliche Assistentin. Dieser zweiten Ehe entstammen fünf Kinder (Bettina, Björn, Catherina, Christian, Diana). Der Mainau-Gründer starb 2004 im Alter von 95 Jahren. Herrin über Park, Blumengärten, Schloss und Kirche ist heute seine älteste Tochter, Bettina Gräfin Bernadotte (35). Gemeinsam mit ihrem Bruder Björn ist sie Geschäftsführerin der Mainau GmbH. Gräfin Bernadotte heiratete am 2. August 2004 den Agraringenieur Philipp Haug. Björn Bernadotte ist verheiratet mit Sandra, geborene Angerer.

Die Österreicherin, Tochter eines Wirkermeisters aus der Textilindustrie, ist ebenfalls auf der Insel aktiv. Zu ihrer Trauung im Jahr 2009 kamen die Königin Silvia von Schweden und Kronprinzessin Victoria. Björn und seine Ehefrau leben im Barockschloss auf der Insel. Die Bernadottes tragen den Titel Grafen von Wisborg. Der geht zurück auf Lennart: Dessen Erfolge würdigte 1951 seine Tante, Großherzogin Charlotte von Luxemburg, als er den luxemburgischen Titel eines Grafen von Wisborg erhielt.

Einer der wichtigsten Besuchermagneten am Bodensee: die Insel Mainau. Graf Björn lebt hier im Barockschloss. Bild: dpa
Einer der wichtigsten Besuchermagneten am Bodensee: die Insel Mainau. Graf Björn lebt hier im Barockschloss. | Bild: Patrick Seeger

Stockach – Johannes von Bodman

Johannes Freiherr von Bodman. Die Familie ist seit 1488 Teil der Rittergesellschaft Jörgenschild. | Bild: Jarausch, Gerald

Die Herren von Bodman gehörten zum Uradel im Hegau und Allgäu am Bodensee. Hohenbodman, der ursprüngliche Stammsitz des Geschlechts, ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Owingen im Bodenseekreis. Die Familie wurde 1146 erstmals urkundlich erwähnt, es wird vermutet, dass sie von den Grafen von Lindau abstammt, darauf würden die drei Lindenblätter im Familienwappen hinweisen. Fest steht, dass ihnen Rudolf von Habsburg 1277 den ehemaligen Königshof Bodman verpfändete. Einer Sage nach brannte ihre alte Burg im Jahr 1309 während eines Familienfestes, ausgelöst durch einen Blitzschlag. Bei dieser Tragödie starben fast alle Angehörige der Familie. Nur das jüngste männliche Familienmitglied der Bodmans, der einjährige Johannes von Bodman, überlebte das Inferno.

Er wurde von seiner Amme in einen Kessel gesteckt und aus dem Fenster geworfen. Der Kessel fiel hinab und blieb, von Sträuchern gebremst, schließlich hängen. An der Stelle, wo sich der Kessel mit dem kleinen Johannes verfing, erinnert heute ein Gedenkstein an das Ereignis. Der Kessel ist im Schloss Bodman ausgestellt. Das Schloss Bodman beherbergt heute das Rentamt – die Verwaltung von Gut Bodman. Bereits 1488 waren die Herren von Bodman Mitglied in der Rittergesellschaft Sankt Jörgenschild in Schwaben, Teil Hegau und Bodensee. Die Bodmanns betreiben ein land- und forstwirtschaftliches Unernehmen sowie eine Bootsanlage. In den letzten Jahren ist der Boots­betrieb stark gewachsen. Inzwischen werden 750 Schiffe ein- und wieder aus­gekrant und 300 Schiffe lagern in den Hallen.

Das Schloss in Bodman. 1760 zog die Adelsfamilie des Grafen von Bodman vom Schloss in Espasingen in das Schloss in Bodman. Bild: Ulrike Klumpp
Das Schloss in Bodman. 1760 zog die Adelsfamilie des Grafen von Bodman vom Schloss in Espasingen in das Schloss in Bodman. B | Bild: Ulrike Klumpp

Bad Säckingen – Leopold Freiherr von Schönau-Wehr

Miriam und Leopold von Schönau-Wehr. Auf dem Eichbühlhof leben die beiden erst seit kurzem.
Miriam und Leopold von Schönau-Wehr. Auf dem Eichbühlhof leben die beiden erst seit Kurzem. | Bild: Julia Becker

Das Geschlecht derer von Schönau stammt ursprünglich aus Schoenau nahe Schlettstadt im Elsass und gehört zum unterelsässischen Uradel. Im 14. Jahrhundert ließ sich die Familie im Südschwarzwald nieder und begründete dort die Linien Schönau-Wehr, Schönau-Zell, Schönau-Schwörstadt und Schönau-Oeschgen. LeopoldFreiherr von Schönau-Wehr und seine Frau Miriam Freifrau von Schönau-Wehr residieren auf dem Eichbühlhof in Schwörstadt.

Der Jurist ist seit 2012 Geschäftsführer der Freiherrlich von Schönau-Wehr’schen Gutsverwaltung. Nachdem Napoleon 1806 dem damaligen Vorderösterreich ein Ende bereitet hatte, endete auch die Herrschaft derer von Schönau. Zum einstigen Familienbesitz gehörten unter anderem die Wehrer Burgruinen Werrach und Bärenfels, das Säckinger Schloss Schönau – auch bekannt als Trompeterschloss – sowie die Gebäude der Wehrer Stadtverwaltung: das Alte und Neue Schloss. Neben der Verwaltung des Familienbesitzes sowie der Land- und Forstwirtschaft widmet sich die Familie noch heute zahlreichen karitativen Anliegen.