Wenn Christian Marbach das Grab seines ermordeten Großvaters besucht, kommt er ganz nah am Tatort vorbei. Nur fünf Minuten zu Fuß entfernt, zwischen den winterkahlen Bäumen weithin sichtbar, liegen die roten Backsteingebäude des Delmenhorster Krankenhauses. Ärzte und Pfleger kümmern sich um Kranke, geben Medikamente und retten Leben. Auch Marbachs 78-jähriger Großvater hoffte hier auf Hilfe – und wurde umgebracht. Von einem Mann, der ihn gesund pflegen sollte: von Niels Högel.

Heute, 15 Jahre später, spricht der Enkel ruhig und offen über die erschütternden Details. Darüber, dass sein Großvater eines der Opfer in einer unfassbaren Mordserie ist. Mehr als 100 Patienten soll Niels Högel, so sind die Ermittler sicher, als Krankenpfleger in fünf Jahren getötet haben: erst im nahen Oldenburg, dann in Delmenhorst. Wegen des Todes von Marbachs Großvater und fünf anderen Patienten in Delmenhorst stand Högel bereits in zwei Verfahren vor Gericht. Er sitzt lebenslang im Gefängnis. Doch Christian Marbach bewegen noch viele Fragen.

Christian Marbach, der Enkel eines Todesopfers und Sprecher der Nebenkläger im Prozess gegen den Krankenpfleger Niels Högel spricht während eines Interviews.
Christian Marbach, der Enkel eines Todesopfers und Sprecher der Nebenkläger im Prozess gegen den Krankenpfleger Niels Högel spricht während eines Interviews. | Bild: dpa

Die Aufklärung der Mordserie kam nur zögerlich voran. Der größte Prozess, in dem es um 97 Tote geht, soll erst im Herbst beginnen. Marbach sagt: „Das eine ist der Mordprozess gegen den Täter. Das andere ist die Frage, wie kann das in einem Krankenhaus passieren?“

Der Enkel erinnert sich genau an jene Tage im Herbst 2003, die sein Vertrauen in die Justiz und ins Gesundheitssystem zerstören sollten. Wenn man ihm zuhört, wenn man die Aussagen früherer Kollegen Högels und der Ermittler vor Gericht einbezieht, entsteht der Eindruck, dass manche in den Kliniken nicht gut hingeschaut haben. Es vielleicht auch nicht immer wollten.

Eine Gedenktafel in den Graftanlagen in Delmenhorst erinnert an die Opfer: „In Gedenken an all diejenigen, die sich Niels H. anvertrauten und um ihr Leben betrogen wurden.“
Eine Gedenktafel in den Graftanlagen in Delmenhorst erinnert an die Opfer: „In Gedenken an all diejenigen, die sich Niels H. anvertrauten und um ihr Leben betrogen wurden.“ | Bild: dpa

Wegen einer Operation kam Marbachs Großvater ins Klinikum im niedersächsischen Delmenhorst. „Das war unser Krankenhaus“, sagt Marbach. „Wir sind dort alle geboren.“ Ein kleines Haus, in dem sich viele zumindest vom Sehen kennen. Und in dem die Tante als Krankenschwester arbeitete.

Zwei Wochen später, der Operierte sollte bald entlassen werden, klingelte bei Marbachs das Telefon. Ein Pfleger musste den alten Mann wiederbeleben. Tags darauf wirkte der Patient verstört. „Er hatte massiv Angst. Er hat gespürt, dass jemand an ihm herummanipuliert“, erzählt Marbach. Doch die Familie deutete das falsch: Sie hielt es nicht für möglich, dass jemand im Krankenhaus Wehrlose tötet. „Das ist für uns heute sehr schwer zu verarbeiten.“

Zwei Tage danach musste der Großvater erneut reanimiert werden. Diesmal scheiterte es. Die Familie ging von einem Behandlungsfehler aus. Heute wissen die Angehörigen: Niels Högel spritzte dem alten Mann ein Medikament, das tödliche Nebenwirkungen hatte. Das machte er wieder und wieder, wahllos suchte er seine Opfer aus. Vor Gericht sagte der Ex-Pfleger, dass er es aus Langeweile tat und um vor Kollegen mit seinen Wiederbelebungskünsten zu glänzen.

Der Verdacht war da, aber niemand sagte etwas

Obwohl Kollegen Verdacht schöpften, stoppte ihn lange niemand. Dabei lassen sich an beiden Arbeitsstellen, in Oldenburg und Delmenhorst, Hinweise finden. „Die Morde hätten verhindert werden können, wenn Verantwortliche früher reagiert hätten“, sagte Oldenburgs Polizeipräsident Johann Kühme im vergangenen August, als er die Ermittlungsergebnisse vorstellte. Doch erst im Sommer 2005 flog Högel auf: Eine Krankenschwester ertappte den Pfleger, als er einem Patienten eine Überdosis spritzte. Sogar da reagierten Vorgesetzte und Kollegen nicht sofort. Erst ein paar Tage später gingen sie zur Polizei. So konnte Högel noch einen kranken Menschen töten, wie die Ermittler heute wissen.

Der wegen mehrfachen Mordes angeklagte ehemalige Krankenpfleger Niels Högel sitzt im Landgericht Oldenburg auf seinem Platz und verdeckt sein Gesicht mit einer Aktenmappe.
Der wegen mehrfachen Mordes angeklagte ehemalige Krankenpfleger Niels Högel sitzt im Landgericht Oldenburg auf seinem Platz und verdeckt sein Gesicht mit einer Aktenmappe. | Bild: dpa

Sechs Klinikmitarbeiter hat die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen Tötung durch Unterlassen angeklagt. Zwei damalige Oberärzte und eine weitere Führungskraft in Delmenhorst müssen sich demnächst vor Gericht verantworten. Bei drei Pflegekräften ist noch offen, ob es zum Prozess kommt.

Einige Pflegerinnen stehen an diesem trüben Wintertag vor dem Delmenhorster Josef-Hospital. Ein Rettungswagen wartet auf einen Einsatz. Ein Krankenhaustag wie jeder andere. Zum Alltag zurückkehren – das fällt vielen Opferangehörigen angesichts ihrer offenen Fragen schwer. Doch Antworten werden sie hier nicht bekommen.

Klinik in Verruf

Der Geschäftsführer ist erst seit Anfang des Jahres im Haus. Auch der ärztliche Direktor Frank Starp kam erst nach der Mordserie an die Klinik. Er spricht von einem tragischen Einzelfall, aus dem das Josef-Hospital gelernt habe. Es hat ein sogenanntes Whistleblowing-System eingeführt: Mitarbeiter können darüber anonym Auffälligkeiten melden. Außerdem untersucht ein externer Rechtsmediziner alle Patienten, die in dem Krankenhaus sterben. „Diese Maßnahmen haben vor allem abschreckenden Charakter und sind ein Sicherheitsnetz, durch das künftig sehr früh die Alarmglocken schrillen würden“, sagt Starp. Und sie sollen verlorenes Vertrauen wiederherstellen. Das Josef-Hospital steckt tief in den roten Zahlen, nicht nur, aber auch weil Patienten wegen der Morde wegbleiben. „Auch wenn die Vorgänge bereits mehr als zehn Jahre zurückliegen, haben die Taten unserem Ruf erheblichen Schaden zugefügt“, sagt Starp.

Das Eingangsportal und das Gebäude der Friedhofsverwaltung des evangelischen Friedhofs im Stadtteil Deichhorst.
Das Eingangsportal und das Gebäude der Friedhofsverwaltung des evangelischen Friedhofs im Stadtteil Deichhorst. | Bild: dpa

Es wirkt, als wolle man in Delmenhorst die Vergangenheit endlich ruhen lassen. „Die wiederkehrende Medienberichterstattung über den Fall ist natürlich eine emotionale Belastung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, meint Starp. „Sie bringen jeden Tag vollen Einsatz zum Wohl unser Patienten und haben dennoch häufig das Gefühl, dass sie wegen der kriminellen Taten eines Einzelnen unter Generalverdacht stehen.“

Der Psychiater Karl H. Beine blickt aus einer anderen Perspektive auf den Fall. Er hat sich mit vielen Mordserien an Kliniken beschäftigt. Die von Niels Högel hält er für international herausragend – nicht nur wegen der Opferzahl: „In den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst haben alle Kontrollmechanismen versagt. Dazu wurden die von Angehörigen gemeldeten Verdachtsfälle von der Justiz sehr schleppend bearbeitet.“ Viele warten bis heute auf Gerechtigkeit.

Der Psychiater Prof. Dr. med. Karl H. Beine. Er hat fast 50 Mordserien in Krankenhäusern untersucht.
Der Psychiater Prof. Dr. med. Karl H. Beine. Er hat fast 50 Mordserien in Krankenhäusern untersucht. | Bild: dpa

Als die Polizei Niels Högel im Sommer 2005 festnahm, sprach sich das am Krankenhaus schnell rum. Christian Marbachs Tante besorgte die Dienstpläne des Pflegers. Und der Verdacht bestätigte sich: Er war im Einsatz, als der Großvater starb. Die Marbachs informierten die Polizei. „Es wurde aber nichts untersucht. Das war eine Katastrophe für uns“, sagt Christian Marbach. Die Staatsanwaltschaft klagte Högel in einem Fall an – nur für diesen musste er sich im ersten Prozess verantworten. Als eine andere Angehörige nicht locker ließ, ermittelte die Polizei weiter.

Im Zweiten Verfahren zeigt sich das wahre Ausmaß der Mordserie

Jahre später kam es zum zweiten Verfahren, in dem es um den Tod von Marbachs Großvater und vier anderen Patienten ging. Dabei zeigte sich schnell das Ausmaß der wohl größten Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Polizei gründete eine Sonderkommission. Diese ließ mehr als 130 Gräber öffnen. Doch zahlreiche Leichen waren eingeäschert worden. Bei ihnen lassen sich die Tod bringenden Medikamente nicht nachweisen. Bei 97 Opfern haben die Ermittler genug Beweise gefunden für den nächsten Prozess.

Die Sonderkommission der Polizei ließ die Gräber möglicher Opfer öffnen und die Leichen exhumieren. Hier eine Exhumierung auf dem Friedhof von Ganderkesee in Niedersachsen.
Die Sonderkommission der Polizei ließ die Gräber möglicher Opfer öffnen und die Leichen exhumieren. Hier eine Exhumierung auf dem Friedhof von Ganderkesee in Niedersachsen. | Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte zwischenzeitlich den damals zuständigen Oberstaatsanwalt angeklagt, weil er die Ermittlungen verschleppt haben soll. Zum Prozess kam es nicht, weil das Oberlandesgericht die Vorwürfe als nicht erwiesen ansah. Christian Marbach sagt dennoch: „Wir wurden von der Staatsanwaltschaft um die Wahrheit gebracht. Vieles ist nach so langer Zeit nicht mehr aufzuklären.“

Die Mordserie begann nach Ansicht der Ermittler im Februar 2000. Da soll Niels Högel am Klinikum Oldenburg zum ersten Mal einen Patienten getötet haben. Auch dort ermittelt die Polizei gegen Mitarbeiter. Demnach gab es schon damals Hinweise darauf, dass ungewöhnlich viele Patienten während der Schichten von Högel starben oder wiederbelebt werden mussten. Das Klinikum versetzte den Pfleger erst auf eine andere Station. Schließlich lobte sie ihn mit einem guten Zeugnis weg. In Delmenhorst konnte er weiter morden.

Grabstätten auf dem evangelischen Friedhof im Stadtteil Deichhorst sind von Bäumen umgeben.
Grabstätten auf dem evangelischen Friedhof im Stadtteil Deichhorst sind von Bäumen umgeben. | Bild: dpa

Für den Experten Prof. Beine sind das Symptome eines kranken Systems. In Krankenhäusern sei der Arbeitsdruck so hoch, dass Ärzten die Zeit für Gespräche fehle. Schwestern hetzten von Patient zu Patient, auf Kollegen achten könnten sie nicht. Morde blieben leicht unerkannt. Zumal der Tod alltäglich ist. „Wenn dann Verdächtigungen da sind, ist es eindeutig so, dass Vorgesetzte beschwichtigen, dass verdeckt wird – bis dahin, dass der Betroffene versetzt oder abgefunden wird mit einem guten Arbeitszeugnis“, sagt Beine.

Der neue Prozess wird Wunden aufreißen. Am Strafmaß für Högel ändern wird er nichts. In Deutschland kann ein Täter nur einmal lebenslang erhalten. Trotzdem ist Aufarbeitung wichtig: „Viele meiner Mandanten wollen, dass alles aufgeklärt wird, damit man daraus lernt“, sagt Rechtsanwältin Gaby Lübben. Sie vertritt etwa 100 Angehörige. „Es soll Verantwortung übernommen werden, aber nicht nur von Niels Högel.“

Morde im Krankenhaus

Menschen suchen in Krankenhäusern Hilfe. In extremen Ausnahmefällen werden sie zu Opfern mörderischer Pflegekräfte. Hier Beispiele aus mehreren Ländern:

  • Italien, 2016: Eine Krankenschwester wird festgenommen, weil sie in einer Klinik in der Toskana mehr als ein Dutzend Patienten mit einer erhöhten Dosis von Medikamenten vorsätzlich getötet haben soll.
  • Großbritannien, 2015: Ein Krankenpfleger muss wegen Mordes für mindestens 35 Jahre ins Gefängnis. Er hatte zwei Patienten nahe Manchester mit einer Überdosis Insulin getötet und etwa 20 vergiftet.
  • Tschechien, 2008: Wegen siebenfachen Mordes wird ein Krankenpfleger zu lebenslanger Haft verurteilt. In einem ostböhmischen Krankenhaus hatte er Patienten zu Tode gespritzt.
  • Deutschland, 2006: Der sogenannte Todespfleger von Sonthofen muss lebenslang ins Gefängnis. Nach Überzeugung der Richter hat der Mann 28 meist alte und zum Teil schwer kranke Patienten zu Tode gespritzt.
  • Frankreich, 2003: Wegen des Todes von sechs schwer kranken Patienten wird eine Pflegerin in Versailles zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sie tötete nach ihrer Aussage aus Mitleid. (dpa)
Polizeipräsident Johann Kühme: "Die Morde hätten verhindert werden können, wenn Verantwortliche früher reagiert hätten."
Polizeipräsident Johann Kühme: "Die Morde hätten verhindert werden können, wenn Verantwortliche früher reagiert hätten." | Bild: dpa

Was tun bei Verdacht?

Hat jemand den Verdacht, dass ein Angehöriger im Krankenhaus Opfer eines Verbrechens geworden ist, sollte er die Polizei einschalten und Strafanzeige erstatten. Das erklärt Bernd Kronauer, Leiter der Geschäftsstelle der Patientenbeauftragten der Bundesregierung. Etwas anderes ist es dagegen, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet. „In dem Fall rate ich, erst mal mit dem Arzt zu sprechen.“ Angehörige haben das Recht, die Behandlungsunterlagen einzusehen – es sei denn, der Verstorbene hat das vor seinem Tod ausdrücklich anders geregelt. In vielen Krankenhäusern gibt es zudem Patientenfürsprecher und Beschwerdestellen. Auch die Krankenkassen unterstützen bei der Aufklärung von Kunstfehlern. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) kann die Behandlungsunterlagen überprüfen. (dpa)

 

„Komplettes Systemversagen“

Der Psychiater Prof. Karl H. Beine (67) ist Lehrstuhlinhaber an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Er arbeitet zudem als Chefarzt am St.-Marien-Hospital Hamm. Er hat ein Buch über Mordserien in Kliniken und Heimen geschrieben („Tatort Krankenhaus“).

Niels Högel soll mehr als 100 Patienten ermordet haben. Ist das ein herausragender Fall, wenn sich alles als wahr erweist?

Ja, das ist er – in Deutschland, aber auch international. In keinem der mir bekannten Fälle ist eine derart hohe Zahl von Tötungen nachgewiesen worden. Herausragend ist er aber auch in der Hinsicht, dass ich ein so komplettes Systemversagen noch nicht erlebt habe. In den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst haben alle Kontrollmechanismen versagt. Dazu wurden die von Angehörigen gemeldeten Verdachtsfälle von der Justiz sehr schleppend bearbeitet.

Wieso konnte Niels Högel so lange ungehindert morden?

Für die Kollegen im Krankenhaus ist es unvorstellbar, dass jemand, mit dem sie jahrelang zusammengearbeitet haben, Patienten schädigt oder gar tötet. Außerdem ist der Arbeitsdruck in den Krankenhäusern so groß, dass das Personal nicht ausreichend Zeit für gewissenhafte Beobachtungen hat. Die Pflegekräfte können weder rechts noch links schauen, weil sie nur ihre Aufgabe schaffen wollen. Auch die Zeit für Gespräche mit Kollegen ist nicht da. Vorgesetzte erkennen dadurch nicht, wenn sich Mitarbeiter verändern.

Heißt das, dass Morde im Krankenhaus schlichtweg übersehen werden?

Es gibt Aufdeckungsbarrieren. Im Krankenhaus erwartet so etwas niemand von einem Kollegen. Man will es erst mal nicht glauben. Wenn dann Verdächtigungen da sind, ist es eindeutig so, dass Vorgesetzte beschwichtigen, dass verdeckt wird – bis dahin, dass der Betroffene versetzt oder abgefunden wird mit einem guten Arbeitszeugnis. Denn die Aufklärung und der offene Umgang mit Fehlern wird als Wettbewerbsnachteil gesehen. Es besteht die Sorge, dass die Patienten wegbleiben und dass das Haus in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Gibt es Warnsignale, die darauf hindeuten, dass jemand Patienten töten könnte?

Die Täter sind häufig solche, die den Beruf ergriffen haben, um eigene Probleme zu bewältigen. Sie wollen ihr Selbstwertgefühl aufwerten, denn Pflege- und medizinische Berufe rangieren in der Werteskala sehr weit oben. Bei ihnen ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Mitarbeiter müssen erkennen, wenn ein Kollege sich verändert, wenn er zynisch wird, wenn er grob über Patienten spricht, diese beschimpft oder haut. Und dann muss man mit diesen Menschen reden. Mit allen Tätern inklusive Niels Högel ist wahrscheinlich nicht offen und direkt gesprochen worden.

Lassen sich Morde im Krankenhaus überhaupt vermeiden?

Im Einzelfall lassen sich Patiententötungen nur schwerlich verhindern. Man kann aber verhindern, dass aus Einzeltaten Serien werden. Es muss ausreichend Personal da sein. In Schulungen müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgeklärt werden, dass es Morde in Krankenhäusern gibt. Vorgesetzte und Kollegen müssen achtsamer miteinander umgehen. Gespräche und der Austausch untereinander dürfen nicht als Zeitverschwendung gelten, sondern als essenziell für die gute Behandlung von Patienten.

Fragen: Irena Güttel, dpa