Auto Neue Lichttechnik: Der Audi A8 kann schielen

Die Scheinwerfer des Audi-Premiummodells sollen nicht mehr blenden können. Den Ingenieuren könnte damit eine kleine Revolution in der Autotechnik gelungen sein.

Allein die Zahl ist ungeheuerlich: 966 105 422 - fast eine Milliarde. So viele Möglichkeiten soll es geben, das Scheinwerferlicht des Audi A8 zu verteilen. Das geschieht selbstverständlich nicht durch den Fahrer, sondern das geschieht automatisch. Aber der Reihe nach: Dank dieser sogenannten Matrix-Scheinwerfer soll die nächtliche Fahrt mit dem Audi A8 künftig noch sicherer werden. Wenn im September auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt die überarbeitete Fassung der Luxuslimousine enthüllt wird, bekommt sie als erstes Serienmodell die neuen Frontleuchten.

Fahrer muss sich um nichts mehr kümmern

Sie bestehen nach Angaben des Ingolstädter Herstellers aus jeweils 25 Leuchtdioden, die einzeln angesteuert, auf- und abgeblendet oder gedimmt werden können. Dadurch ergäben sich eben exakt jene 966 105 422 verschiedene Lichtverteilungen, mit denen ohne Blenden oder Schwenkmechanismen zahlreiche neue Lichtfunktionen möglich würden. Der Variantenreichtum soll vor allem für ein blendfreies Dauerfernlicht genutzt werden. Einmal aktiviert, strahlten die aufpreispflichtigen Scheinwerfer außerorts immer mit voller Leuchtkraft, erläuterte Entwickler Stephan Berlitz. Statt bei Gegenverkehr oder einem vorausfahrenen Auto abzublenden, werden nur einzelne Segmente gedimmt. Realisiert wird dies mit Hilfe einer Kamera am Innenspiegel.Wenn das Licht des rechten Scheinwerfers in die eine Richtung leuchtet, das des linken in eine andere, dann ist es fast so, als ob der große Audi schielen könnte.

Audi koppelt Scheinwerfer mit Navi

Weil die Scheinwerfer mit dem Navigationssystem gekoppelt sind, können sie laut Audi zum Beispiel schon vor dem Lenkeinschlag in Kurven leuchten. In Kombination mit dem Nachtsichtsystem werden Fußgänger im Gefahrenbereich mit Lichtpunkten markiert. Ein Fußgänger oder Radfahrer, der dem Auto entgegenkommt, solle ebenfalls nicht geblendet werden, sagte Audi-Sprecher Schlossmacher gegenüber dem SÜDKURIER. Auch das gewähre die Kombination des Nachtsicht- mit dem Matrix-Leuchtensystem. Laut Schlossmacher würde der Audi auch in kaum beleuchteten Dörfern nicht die Einwohner mit hellem Licht belästigen: Hauswände, reflektierende Schilder und ähnliches bändigten das Licht ebenfalls.

Auch Mercedes hat vergleichbare Scheinwerfer für das kommende Jahr angekündigt. Und Opel stellte bereits vor gut einem Jahr erste Prototypen mit Matrixlicht vor, die spätestens mit dem nächsten Insignia in drei, vier Jahren in Serie gehen sollen.

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