Thema & Hintergründe

Gedächtnis der Region: 70er Jahre

Wie sah das Leben in unserer Region in den 70er Jahren aus?

In unserer Serie „Gedächtnis der Region“ schauen wir uns die Bodenseeregion, den Hochrhein und den Schwarzwald an und zeigen Ihnen, was sich verändert hat. Beispielsweise wurden Fahrkarten für Bahnreisende noch von Hand geschrieben.

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Bilder-Story So sah Ludwigshafen in den 1970ern aus der Luft aus
Gedächtnis der Region: Eine Auswahl an Luftbildern aus dem Redaktionsarchiv zeigt, wie die Gemeinde Bodman in den 70er-Jahren ausgesehen hat. Beim Zollhaus war damals zum Beispiel vieles anders als heute.
Dieses Foto ist aus dem Oktober 1974. Unten in der Mitte ist das Zollhaus.
Deggenhausertal Aus sechs Gemeinden wurde eine: „Die Gemeindereform war keine Liebeshochzeit, sondern eine Vernunftehe“
Gedächtnis der Region: Aus den sechs Gemeinden Deggenhausen, Homberg, Roggenbeuren, Untersiggingen, Urnau und Wittenhofen wurde in den 70er Jahren die Gemeinde Deggenhausertal. Die Vereinbarung trat zum 1. Januar 1972 in Kraft – seither ist das Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen.
Der Gemeinderat der Gesamtgemeinde Deggenhausertal im Jahre 1972 (sitzend, von links): Alfons Stotz, Rupert Metzler, Alois Waizenegger, Hans Hügle und Hubert Nolle; mittlerer Reihe: Ernst Reisch, Adelbert Schneider und Karl Gaus; hintere Reihe: Bürgermeister Alfons Schmidmeister, Josef Bentele, Eugen Blaser, Johann Eichenhofer und August Auer.
Salem Wie 1972 aus acht Gemeinden das heutige Salem entstand
Gedächtnis der Region: Acht Gemeinden bilden ab 1972 die neue Gesamtgemeinde, später kamen weitere hinzu. Werner Kesenheimer wurde Bürgermeister. Er erinnert sich an die Zeit des Aufbaus.
Für die neu gebildete Gemeinde Salem wurde in Neufrach ein neues Rathaus gebaut.
Rickenbach Der Golfclub Rickenbach war bei seiner Gründung 1979 ein sportliches Alleinstellungsmerkmal für die gesamte Region
Gedächtnis der Region: Der Golfplatz in Rickenbach entsteht 1979 mit der Vereinsgründung trotz des Widerstands von Landwirten. Die Gemeindeverwaltung sah eine einmalige Chance für den Tourismus. Die Idee stammt vom Bad Säckinger Altbürgermeister Günther Nufer.
Damals: Die Spielbahn 5 der Golfanlage in Rickenbach, mit Blick vom Dorfbach aus in Richtung Hauptstraße, wo sich das Autohaus Stoll befindet. Das Bild enstand während der Bauphase der Golfanlage.
Weilheim Die Rosentage in Nöggenschwiel werden schon seit ihrem Beginn 1970 groß gefeiert
Gedächtnis der Region: Die Rosentage mit Umzug und Königin sind in Nöggenschwiel seit 1970 Tradition. In unserer Serie „Gedächtnis der Region“ blicken wir auf die Anfänge zurück und darauf, wie aus Nöggenschwiel das Rosendorf wurde.
Kurt Georg Kiesinger besuchte 1970 das Rosenfest in Nöggenschwiel, viele Besucher freuten sich über die Anwesenheit des ehemaligen Bundeskanzlers.
Bad Säckingen Der Weg zur zweiten Rheinbrücke zwischen Bad Säckingen und Stein
Gedächtnis der Region: 1979 wurde die neue Rheinbrücke, auch Fridolinsbrücke, zwischen Bad Säckingen und Stein eröffnet. Anfangs waren die Schweizer Nachbarn jedoch nicht begeistert von den Plänen, eine zweite Rheinbrücke zu bauen.
BildtexteBaustellen der Rheinbrückem in den 70er JahrenBild: Stadtarchiv
Radolfzell Als die letzten französischen Soldaten Radolfzell verließen
Gedächtnis der Region: Mit der Auflösung des Infanterieregiments Piémont verlor Radolfzell nach mehr als 40 Jahren mehr als 1000 Bürger auf Zeit
1977: Achtung – Schafe kreuzen: Die Tiere zeigen beim Auszug der französischen Soldaten wenig Respekt und blockierten vorübergehend die Ausfahrt.
Friedrichshafen Und plötzlich sank das Flugzeug: Augenzeugen erinnern sich an den Absturz in der Siedlung Löwental 1972
Gedächtnis der Region: Im Juli 1972 stürzte ein Sportflugzeug ins Dach der Kirche „Zum Guten Hirten“ in der Siedlung Löwental. Volker Briegel war damals 13 Jahre alt und als einer der ersten an der Unglücksstelle.
Helmut Mayer hat im Juli 1972 dieses Foto gemacht – hier ein Ausschnitt. Zu sehen sind das Loch im Kirchendach und Wrackteile. An der Kirche entstand damals schwerer Schaden.
Pfullendorf Als in der Pfullendorfer Hauptstraße noch das Leben pulsierte
Gedächtnis der Region: Im Gegensatz zu heute war die Hauptstraße früher die Lebensader der Stadt.
In den 1970er Jahren waren der Marktplatz und die komplette Hauptstraße noch für den Verkehr freigegeben. Und auch eine Fußgängerzone gab es nicht. Am Marktplatz gab es noch eine Metzgerei und ein Apotheke und das Angebot an Geschäften war groß.
Eigeltingen Als die Eigeltinger Schüler und Sportler 1979 mit Schule und Krebsbachhalle eine neue Heimat bekamen
Gedächtnis der Region: Der Schul-Neubau und Krebsbachhalle in Eigeltingen entstanden in den 1970ern. Sie sind das Herz des Orts jenseits der Dorfmitte.
So sahen Krebsbachhalle und die Eigeltinger Schule im Juli 1979 (links oben) aus der Luft aus.
Bad Säckingen Der Grenzschutzbeamte Fred Thelen gibt Einblick in die Anfangsjahre an der 1979 eingeweihten Fridolinsbrücke
Gedächtnis der Region: 1979 nehmen 15 Grenzschutzbeamten ihren Dienst an der neuen Rheinbrücke auf. Fred Thelen war einer von ihnen und erinnert sich in der Sommerserie „Gedächtnis der Region“ an die schwierigen Anfänge und die schwere Akzeptanz in der Bevölkerung.
Bad Säckingen und die Rheinlandschaft in den 70er Jahren ohne die neue Fridolinsbrücke, im Hintergrund ist die alte Holzbrücke zu erkennen.
Donaueschingen Das Alte verschwindet im Staub: Wie die Drogerie St. Josef in der Karlstraße abgerissen wird
Gedächtnis der Region: Anfang der 1970er-Jahre werden in der Karlstraße viele historische Gebäude abgerissen. Darunter auch jenes der Drogerie St. Josef.
1970 wird in der Karlstraße das Haus abgerissen, in dem der Friseur Bausch seinen Laden hatte. Daneben befindet sich die Drogerie Josef, in der Hedwig Wais arbeitet. Bild: Franz Krickl
Waldshut-Tiengen Kartoffelsäcke waren das erste Kostüm der Waldstadtfäger Waldshut
Gedächtnis der Region: Aus einer Rebellion entstand 1979 die Guggenmusik Waldstadtfäger. Damals zogen die Musiker unter den Namen „Kornhausratten“ durch die Stadt und trugen statt bunten Kostümen Kartoffelsäcke. In der Sommerserie „Gedächtnis der Region“ blicken wir auf die Entstehung der Guggenmusik zurück.
Die Waldstadtfäger posieren in ihrem Kostüm aus dem Jahr 1980/81.
Markdorf Es war ein Für- und Miteinander der Bürger: So war das erste Markdorfer Stadtfest
Gedächtnis der Region: Wie entstand eigentlich das Stadtfest? Schon die erste Auflage vom 20. bis 22. Mai 1977 war ein Renner. Wir blicken im Rahmen unserer Serie „Gedächtnis der Region“ zurück auf ein spannendes Ereignis der Markdorfer Geschichte.
Der Marktplatz hat sich für die Markdorfer zu einem repräsentativen Markt-, Fest- und Parkplatz entwickelt. Mit dem ersten Stadtfest 1977 wurde die Renovierung der Stadtmitte gebührend gefeiert.
Owingen Als die Protestanten ihre Kirche bekamen: Die Owinger Johanneskirche wurde 1971 eingeweiht
Gedächtnis der Region: Einst kamen die versprengten evangelischen Christen zu ihren Gottesdiensten in der St.-Nikolaus-Kapelle zusammen. 1969 konnte in Owingen dann der Grundstein für die Johanneskirche gelegt werden.
Der Rohbau der Johanneskirche im Jahr 1970. Ein Jahr später wurde das Gotteshaus eingeweiht.
Radolfzell Rückschau auf den OB-Wahlkampf 1976: Neurohr macht‘s im ersten Wahlgang
Gedächtnis der Region: Bei der Oberbürgermeister-Wahl 1976 in Radolfzell läutete der Pfälzer Günter Neurohr eine 24-jährige Ära ein
1976: Am Sonntagabend des 12. September 1976 versammelten sich viele Neugierige vor der SÜDKURIER-Redaktion Radolfzell an der Kreuzung Schützenstraße und Höllstraße. Sie warteten auf das Ergebnis der OB-Wahl und den Sonderdruck ihrer Tageszeitung.
Wutöschingen Garanten für gute Laune: Wie Tanzkapellen vom Hochrhein Stimmung in die hiesigen Wirtshäuser und bis in die USA brachten
Gedächtnis der Region: Tanzkapellen sorgten schon seit den 60er und 70er Jahren für Stimmung auf dem Parkett. In dieser Zeit gründeten sich zahlreiche Formationen, auch am Hochrhein. Manche haben sich inzwischen wieder aufgelöst, doch alle bleiben der Musik in irgendeiner Weise treu – bis heute.
In den 1970er Jahren hatte sie den größten Erfolg: Die Tanzkapelle Phönix. Von links: Erwin Baumgartner, Dieter Weber, Werner Schmid, Walter Lohrer und Reini Schneider.
Singen Gedächtnis der Region: Als die Kunden die Rolltreppen stürmten
Gedächtnis der Region: Die Karstadt Filiale erlebte in den 1970er Jahren einen großen Ansturm. Der erste Geschäftsführer Helmut Wessendorf erinnert sich an die ersten Jahre und die Aufbruchstimmung in der Hohentwielstadt.
Das Richtfest von Karstadt im Dezember 1973 war für Singen ein Ereignis, das sogar mit Umzug gefeiert wurde. Zur Eröffnung gab es ein Feuerwerk.
St. Georgen Gedächtnis der Region: Das Tanzcafé Ex wird ein Raub der Flammen
Gedächtnis der Region: An Ostern 1978 brennt das das kultige Lokal nieder. Bis heute ist die Ursache unklar. Der damalige DJ erinnert sich.
In diesem Gebäude, in dem zuvor das Café Kammerer war, war in den 1970er Jahren das Nachtlokal und Tanzcafé „Ex“ untergrebracht, bis es an Ostern 1978 niederbrannte.
Bodman Gedächtnis der Region: Wie der Uferpark in Bodman entstanden ist
Gedächtnis der Region: Wo sich zwischen Seeum und Gallardo heute Wiesen und Spazierwege am Seeufer von Bodman befinden, war bis in die 1970er eigentlich mal Wasser.
So sah die neue Auffschüttung des Uferparks in Bodman im April 1975 aus.
Bermatingen In der Disco kam man sich näher: Theo‘s war in den 70er Jahren ein angesagter Treffpunkt in Bermatingen
Gedächtnis der Region: In den wilden 70er Jahren wurde auch in Bermatingen gefeiert. Im Romantica, später Theo‘s Disco, drängten sich die Menschen auf der Tanzfläche.
Als Theo Scholl erstmals in der Diskothek in Bermatingen auflegte, war er 19 Jahre alt. Später, im Alter von 27 Jahren, hat er die Diskothek samt Pilsbar übernommen und das „Etablissement“ geschlossen.
Bilder-Story So sah Bodman in den 1970ern aus der Luft aus
Gedächtnis der Region: Die Redaktion hat aus dem SÜDKURIER-Archiv Fotos aus den 70ern zusammengestellt, die Bodman aus der Vogelperspektive zeigen.
Das Gewerbegebiet von Bodman im Jahr 1971.
Donaueschingen Das erste Krankenhaus in Flammen: Als 1975 das Donaueschinger Spital abbrannte
Gedächtnis der Region: 1975 brennt es im Donaueschinger Spital in der gleichnamigen Straße. Dabei kommt eine 63-jährige Frau ums Leben.
Ein Schrecken für die Bürger: Mitte der 1970er Jahre brannte das ehemalige Donaueschinger Karlskrankenhaus, Spital genannt. Daher hat die Straße auch ihren Namen.
Wehr Eine Straße sorgt am Ende für Ruhe und Frieden: Es war ein langer Weg, bis Öflingen seine Umgehungsstraße bekam
Gedächtnis der Region: In den 70er Jahren bekommt Öflingen die lang ersehnte Umgehungsstraße, die den Ortskern vom Durchgangsverkehr mit Lärm und Gestank befreit. Die Bauarbeiten haben allerdings einigen Aufwand mit sich gebracht. Darüber lesen Sie in unserer heutigen Ausgabe der Serie „Gedächtnis der Region“.
Verlegt: Um die Bundesstraße an der Firma Weck (Mitte) und am Pfeilhof (unten rechts) vorbei zu führen, musste 1977 Richtung Kreuzmatt ein Bauernhof weichen. Geblieben ist die Reithalle, nun ein Lager der Weck. Auch die Kapelle des Pfeilhofs wurde versetzt.