Thema & Hintergründe

Gedächtnis der Region: 70er Jahre

Wie sah das Leben in unserer Region in den 70er Jahren aus? In unserer Serie „Gedächtnis der Region“ schauen wir uns die Bodenseeregion, den Hochrhein und den Schwarzwald an und zeigen Ihnen, was sich verändert hat. Beispielsweise wurden Fahrkarten für Bahnreisende noch von Hand geschrieben.
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Salem Schlosssee damals und heute: Aus einer tristen Baggersee-Mondlandschaft wird ein Naturerlebnispark
In den 70er Jahren wurde der Grundstein für das Areal mit Freibad, Bildungs-, und Freizeiteinrichtungen gelegt. Wir zeigen Ihnen in unserer SÜDKURIER-Serie „Gedächtnis der Region“, wie sich das Salemer Areal seither verändert hat.
Die Mondlandschaft des Salemer Baggersees im Jahre 1972, als die Gemeinde den See und die umliegenden Grundstücke für ihr neues Gemeindezentrum erwarb.
Blumberg Ein Trick half der Sauschwänzle-Museumsbahn zum Start
Gedächtnis der Region: Die Väter der Sauschwänzlebahn ernten zunächst viel Spott. Heute ist die Bahn weltweit bekannt. Dabei hat auch eine List geholfen.
Nach über 20-jähriger Pause startet am 19. Mai 1977 endlich der erste Museumszug. Gezogen von einer kleinen C-gekuppelten Lok mit dem charmanten Namen „Chanderli“ (pr T3, ehemals Südwestdeutsche Verkehrs AG) geht es mit einer fröhlichen Reisegruppe auf die Strecke. Bild: Archiv Bernhard Prillwitz/Dietrich Reimer
Villingen-Schwenningen Als der Kissenwecker floppte, rückte das Ende des Uhrenherstellers Mauthe näher
Gedächtnis der Region: Viele Umwälzungen in den 70er Jahren. Junghans stoppte großen Auftrag: Dadurch erste Entlassungen bei Schwenninger Unternehmen.
1975 geht die Mauthe-Uhrenfabrik in Schwenningen in Konkurs, damit endete eine 130-jährige Firmengeschichte. Heute steht hier das City-Rondell, das Haus links mit dem markanten Türmchen steht noch. Die Mauthe-Fabrik an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/In der Muslen prägte jahrzehntelang das Stadtbild.
Heiligenberg So rauften sich Heiligenberg, Wintersulgen und Hattenweiler nach der Gemeindereform zusammen
„Gedächtnis der Region“ Als in den 70er Jahren die Gemeindereform anstand, wollten die selbstständigen Gemeinden Hattenweiler und Wintersulgen nicht zu Heiligenberg gehen. Vor allem in Wintersulgen hielt sich der Widerstand lang. Erst als Heiligenberg den beiden Gemeinden Zugeständnisse machte, stimmten dort die Verantwortlichen mehrheitlich für einen Zusammenschluss. Heute sind aus den Gegnern längst Freunde unter einem gemeinsamen Ortsschild geworden. In unserer Serie blicken wir auf die Anfänge zurück.
Die erste Sitzung des neuen Gemeinderats nach der Gemeindereform fand 1975 im Festsaal des Schlosses statt, weil im alten Rathaus der Platz für das nun deutlich größere Gremium nicht ausreichte.
Überlingen Gründung des Windsurfclubs Überlingen in den 70-er Jahren: „Die Mutter aller Trendsportarten“
Gedächtnis der Region: In unserer Serie beleuchten wir die Anfänge des Windsurfclubs in einer damals exotisch anmutenden Sportart. Die Surfer wurden damals rechtlich behandelt, als seien sie auf einer Luftmatratze unterwegs. Tilo Schneckenburger unternimmt einen Rückblick mit Augenzwinkern.
Das Gelände des Windsurfclubs in Überlingen-Nußdorf im Jahr 1970.
Meßkirch Geschenke zur Eingemeindung: Was die Gemeindereform den ehemals selbstständigen Kommunen rund um Meßkirch brachte
Gedächtnis der Region: Die Eingliederung nach Meßkirch in den 1970er Jahren war für die Kommunen ein hoch emotionales Thema. Während einige sich freiwillig eingemeinden ließen, klagten andere dagegen – vergeblich. Profitiert haben die Kommunen jedoch letztlich alle in gewisser Weise von dem Zusammenschluss.
Die Benzenburghalle in Rohrdorf wurde am 25. Januar 1976 eingeweiht. Die Pläne waren schon älter, konnten aber aus finanziellen Gründen erst nach der Eingemeindung nach Meßkirch verwirklicht werden. Ringgenbach erhielt erst 1981, Menningen 1982, Rengetsweiler 1991 (Randenhalle) ein neues Gemeindehaus, noch später Langenhart und zuletzt Heudorf (2018). In allen Orten war die Eigenleistung der Bewohner gefragt, um die Kosten niedrig zu halten
Stockach Gedächtnis der Region: Als Stockach eine Autobahn bekam
Beim Bau der A 98 in den 1970ern war zunächst umstritten, ob die Stadt Stockach eine oder zwei Anschlussstellen erhält.
Die Autobahn war im Juli 1979 voll im Bau. Die Ab- und Auffahrt Stockach-Ost nimmt auf diesem Bild bereits Form an. Rechts in der Mitte ist der Loreto-Friedhof und ganz rechts Stockach zu sehen.
Bilder-Story Gedächtnis der Region: Bilder vom Bau der A 98 bei Stockach Ende der 1970er-Jahre
Zwischen 1977 und 1982 wurde die Autobahn 98 von Singen nach Stockach gebaut. Luftbilder zeigen die Entwicklung und den Bau der Anschlussstelle Stockach-Ost.
Mai 1979: Hier entsteht langsam eine Schneise für die Autobahn 98 zwischen Singen und Stockach.
Sipplingen Sie bringen Kindern seit den 70er Jahren das Schwimmen bei
Gedächtnis der Region: Die Sipplinger DLRG-Ortsgruppe kümmert sich seit 1976 um die Schwimmausbildung im Ort. Seither haben rund 660 Kinder das Seepferdchen abgelegt.
Die Absolventen des ersten Schwimmkurses der DLRG Sipplingen im Jahr 1976. Rechts oben auf dem Bild ist Karl-Heinz Rimmele abgebildet.
Meßkirch Bauen für die neue Heimat
Krankenhaus, Alten- und Pflegeheim Conrad-Gröber-Haus, neue Wohnbaugebiete: In den 70er Jahren wurden in Meßkirch viel neu gebaut, umgebaut, auch abgerissen. Zeitweise waren an den Bauprojekten 300 Arbeitskräfte aus der Region zeitgleich beschäftigt. Daran erinnert unsere Serie „Gedächtnis der Region“.
Der Anbau an das damalige Krankenhaus (links) wurde 1978 abgerissen und neu erstellt. Der Caritasverband Sigmaringen installierte hier das Conrad-Gröber-Haus als Alten- und Pflegeheim.
Bad Säckingen Mit der Umleitung des Verkehrs Ende der 70er Jahre atmet und blüht die Bad Säckinger Innenstadt auf
Der Bau der Trompeterunterführung beim Scheffel-Gymnasium und der Fridolinsbrücke hält den Durchgangsverkehr aus dem Zentrum von Bad Säckingen fern. Damit wird die positive Stadtentwicklung der vorangegangenen Jahre fortgeführt. Darüber lesen Sie in dieser Ausgabe unserer Serie „Gedächtnis der Region“.
70er Jahre: Der Verkehr aus Westen in die Innenstadt führt über den Bahnübergang Baslerstraße.
Friedrichshafen Nahverkehr in den 70er Jahren: Einst ging es mit der Eisenbahn über den Bodensee
Gedächtnis der Region: 1976 wurde der Eisenbahn-Trajektverkehr über den Bodensee eingestellt. Bauliche Reste aus dieser Zeit sind sind bis heute erhalten. Wir zeigen sie Ihnen im Rahmen unserer SÜDKURIER-Sommerserie „Gedächntis der Region“.
22. Januar 1976 – die „Rorschach“ legt in Friedrichshafen ab.
Pfullendorf Bauen gegen die Wohnungsnot: Wie in den 1970er Jahren neue Wohngebiete entstanden
Gedächtnis der Region: Wohnraum war in den 1970er Jahren knapp. Vor allem Mehrfamilienhäuser sollten dem Mangel abhelfen.
Am Einfang wurden 1971 nicht nur Wohnblocks, sondern auch viele Einfamilienhäuser gebaut. Das Wohnungsbauunternehmen „Neue Heimat“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes machte hier eine ganze Menge möglich.
Rhina Das Alte Rathaus in Rhina: Ein besonderes Gebäude mit einer besonderen Geschichte
Gedächtnis der Region: Das alte Rathaus in Rhina war schon Heimstadt für Kinder, Jugendliche und die Laufenburger Schützen – und in den 70ern auch für eine Männer-WG. Raimund Huber, früherer Bewohner, erzählt, welche Erlebnisse er mit dem Haus mit der markanten Turmuhr verbindet.
Das Rathaus in Rhina hat seit seinem Bau 1876 schon viele Menschen unter seinem Dach beherbergt. Das Bild zeigt das Rathaus in den 70er Jahren.
Waldshut Die Entwicklung des Waldshuter Aarbergs: Wo heute 2000 Menschen leben, gab es Anfang der 1970er nur Wald und Wiesen
Gedächtnis der Region: In den 1970er Jahren entstand das Waldshuter Wohngebiet Bergstadt mit den ersten Mehrfamilienhäusern. Annette Huber, deren Vater Siegfried Hiener die Wohnblocks baute, und der damalige Stadtrat Hans Studinger erinnern sich im Rahmen unserer Serie „Gedächtnis der Region“.
Blick über die Waldshuter Bergstadt, in der mittlerweile mehr als 2000 Menschen leben. In der Mitte sind die Wohnblocks zu sehen, die Siegfried Hiener erbaute.
Deggenhausertal Vom Baugeschäft zum Metallveredler: In den 70er Jahren wendet sich die Firma Kneissler neuen Geschäftsbereichen zu
Gedächtnis der Region: Die Firma war bis Anfang der 70er im Hausbau tätig, dann ging Josef Kneissler mit der Oberflächenbehandlung ganz neue Wege. Der Betrieb startete in Grünwangen, heute produziert das Unternehmen im Gewerbegebiet in Untersiggingen.
Anfang der 1970er Jahre wurde die erste Brünieranlage des Unternehmens noch am Standort in Grünwangen in Betrieb genommen.
Meßkirch Als die Stadt eine Kläranlage bekam
Gedächtnis der Region: Sickergrube statt Kanalisation. Das war in Meßkirch bis in die 1970er Jahre in vielen Häusern Realität. Dann begann die Stadt mit dem großangelegten Umbau des Wasser- und Abwasser-Systems.
So sah der Neubau der Kläranlage im August 1978 aus. 1980 konnte sie den Betrieb aufnehmen.
Überlingen Wie dem historischen Zeughaus in den 1970er Jahren neues Leben eingehaucht wurde
Gedächtnis der Region: Aus der einstigen Ruine ist mittlerweile ein Schmuckstück geworden. Zu verdanken ist das Friedrich und Heide Hebsacker, die in den 1970er Jahren die Sanierung in die Hand nahmen.
Das historische Gebäude aus dem Jahr 1471 zählt zu den ältesten Bauwerken an der Promenade. 1974 erschien das Zeughaus allerdings in einem desolaten Zustand, wie auf dem Bild links zu sehen ist. Heide und Friedrich Hebsacker ließen sich davon allerdings nicht schrecken und entschieden sich, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren. Zunächst richteten sie darin ein Ladengeschäft mit Waffen für Sportschützen und Sammler ein. Im ersten Obergeschoss war ein Museum mit Prunkwaffen untergebracht. Heute ist das Zeughaus ein beliebter Treffpunkt an der Promenade. Im Jahr 2003 entstand die heutige Gaststätte (rechts). Bilder: Privat (1),  Hanspeter Walter (2)
Nenzingen Der Rathaus-Neubau in Nenzingen in den 70ern war ein alter Wunsch und Zeichen der Einheit
Gedächtnis der Region: Das alte Rathaus und das Gasthaus Adler wurden in den 1970ern abgerissen, damit das heutige Nenzinger Rathaus entstehen konnte.
Das alte Nenzinger Rathaus wurde 1976 abgerissen und neu gebaut.
Bilder-Story So sahen Orsingen und Nenzingen in der 70ern aus der Luft aus
Gedächtnis der Region: Das alte Rathaus aus der Luft, später den Neubau und verschiedene Ansichten wie es sie heute nicht mehr gibt, zeigen Luftbilder aus den 1970ern von Orsingen-Nenzingen aus dem SÜDKURIER-Archiv.
Juni 1975: In der Mitte ist St. Ulrich in Nenzingen zu sehen. Rechts kommt die Straße von Stockach und die Bahnschienen verlaufen dort.
Radolfzell Schöne neue Unterrichtswelt in Radolfzell
Gedächtnis der Region: Das Gymnasium Radolfzell zog nach den Weihnachtsferien im Schuljahr 1972/1973 in das neue Schulhaus um.
1973: Der östliche Eingangsbereich des neuen Gymnasiums nach der Eröffnung 1973. Vor dem Eingang verkauft der Bäcker aus seinem VW-Bus Brezeln, Brötchen und Milch. Links ist die Unterseesporthalle zu sehen.
Bad Säckingen-Harpolingen Harpolingen kämpft 1972 für seine Eigenständigkeit und gegen die Eingemeindung zur Stadt Säckingen
Gedächtnis der Region: Harpolingen wehrt sich ein Jahr lang gegen die Eingemeindung zur Stadt Säckingen, die 1973 aber doch kommt. Die Bevölkerung stimmt zu, um der zwangsweisen Eingemeindung zu entgehen.
Mit den Berliner Wirtsleuten Elli und August Grabowski erlebt das Gasthaus „Adler“ eine Glanzzeit. Sie renovieren und bauen den „Adler“ um, sodass es im Ort wieder ein Lokal gibt, in dem sich Einheimische und viele Feriengäste aus ihrer alten Heimat Berlin wohl fühlen. Das Bild oben zeigt den Umbau des Gasthauses „Adler“ im Jahr 1970 von der Dorfstraße aus gesehen.
St. Georgen Ein Meilenstein in der Stadtentwicklung: Wie die Neubauten auf dem Roßberg das Gesicht der Stadt veränderten
Gedächtnis der Region: Ab 1973 entstehen Hallenbad, Bildungszentrum und Stadthalle auf dem Roßberg. Für St. Georgen ist die Entscheidung wegweisend
So sieht es heute aus: Die Sporthalle neben dem Bildungszentrum in der Mitte und der Stadthalle rechts oben.
Meßkirch Wo die Gemeinschaft gepflegt wird: Die Menninger Vereine früher und heute
Gedächtnis der Region: In den Dörfern sind es meistens die Vereine, die dafür sorgen, dass etwas los ist. So wie 1974 in Menningen.
Die Erste Mannschaft des VfR Menningen im Jahr 1974 mit Vorstand und Schriftführer (stehend von links): Vorsitzender Erwin Restle, Martin Henkel, Rüdiger Arendt, Hans Hoffmann, Wendelin Sieger, Guido Bücheler, Hans Walter, Schriftführer Karl Mägerle und der stellvertretende Vorsitzende Klaus Restle; knieend von links: Anton Restle, Wolfgang Arendt, Hubert Henkel, Günther Moser und Hansi Klett. Eine aktive Mannschaft gibt es nicht mehr.
Bodman-Ludwigshafen Als Fußballplätze zwischen Bodman und Ludwigshafen waren, wo heute Naturschutzgebiet ist
Gedächtnis der Region: Die Fußball-Spielfelder von Bodman und Ludwigshafen hatten in den 1970er-Jahren ihre Heimat am Seeufer im heutigen Naturschutzgebiet „Im Hangen“. Bei Hochwasser schwamm dann auch durchaus mal ein Boot im Tor.
So wie auf dem Bild oben sahen im Juli 1979 die drei Fußballplätze zwischen Bodman und Ludwigshafen im Gebiet „Im Hangen“ aus. Zwei der Spielfelder lagen mit der langen Seiten parallel zum See. Der mittlere Platz war längs zum Ufer positioniert.