Fußball „Immer über die Kante“: Müder SC Freiburg hofft in Mainz auf Wende

Vor und nach der Winterpause schien der SC Freiburg auf dem sicheren Weg zum Klassenverbleib zu sein. Doch zuletzt blieb der Bundesligist wochenlang ohne Sieg – weil meist nur ein Profi torgefährlich ist und viele andere schwächeln. Am Montag in Mainz soll das anders werden

Christian Streich war während der Erfolgsserie im Winter niemals an den Punkt gekommen, an dem er sich zufrieden zurücklegen wollte. Auch als der SC Freiburg Ende Januar Vize-Meister RB Leipzig mit 2:1 geschlagen hatte, anschließend ein 2:2 bei Borussia Dortmund holte und satte sieben Punkte vor dem Relegationsplatz stand, hakte der Trainer den Abstiegskampf nicht ab. Stattdessen sprach er von einer „sehr trügerischen Situation“, in der sich der Sport-Club in der Fußball-Bundesliga befinde. Streich kann die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft realistisch einschätzen. Deshalb wusste er stets, dass sein Team in der Saisonendphase wieder in den Abstiegsstrudel geraten könnte. Genau so ist es gekommen.

Nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg, darunter vier Niederlagen, ist der Vorsprung auf den Relegationsrang auf drei Punkte geschmolzen. Verlieren die Breisgauer am Montag (20.30 Uhr/Eurosport) das Kellerduell bei Mainz 05, ziehen die Rheinhessen wegen des besseren Torverhältnisses an ihnen vorbei – und Freiburg statt des FSV ist 16.

Unrealistisch ist das nicht, denn der Kräfteverschleiß der Freiburger in den vergangenen Wochen ist offensichtlich. Deshalb sagt Streich: „Es geht um Frische und die Bündelung der Kräfte. Da waren wir schon brutal stark, deswegen haben wir viele Rückstände aufgeholt. Aber das hat Substanz gekostet.“

Das Problem des Teams ist, dass es seine spielerischen Schwächen vor allem läuferisch ausgleichen muss. Denn es ist weder im Sommer noch in der Winterpause gelungen, die Abgänge der spielstarken Maximilian Philipp (zu Dortmund) und Vincenzo Grifo (Mönchengladbach) adäquat zu ersetzen. Der Mittelfeld-Neuzugang Bartosz Kapustka, ein polnischer Nationalspieler, ist nur einer von mehreren Profis, die bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.

Zudem leidet der Kader die ganze Saison über unter Verletzungspech. Besonders der frühe Ausfall von Stürmer Florian Niederlechner, die lange Abstinenz von Routinier Mike Frantz und das zwischenzeitliche Fehlen des Mittelfeldstrategen Nicolas Höfler machten sich bemerkbar. So spielen sich die Südbadener zu wenige Torchancen heraus und haben außerdem nicht genügend Profis, die sie in Tore ummünzen. Allein Nils Petersen erzielte die Hälfte der bisher nur 26 Saisontreffer.

Holte der SC gerade bei den Erfolgen im Winter oft Rückstände auf, fehlte diese Qualität zuletzt – wohl wegen nachlassender Kräfte. „Wir zahlen etwas den Preis für die Wochen, in denen wir gepunktet haben. In denen wir immer über die Kante gegangen sind“, meinte Streich. Laut „Badischer Zeitung“ war der Sport-Club im Januar an den Stürmern Luca Waldschmidt (HSV) und Admir Mehmedi (Leverkusen) dran. Doch Waldschmidt blieb in Hamburg und Mehmedi wechselte nach Wolfsburg.

Der Mannschaft könnte helfen, dass viele ihrer Spieler Erfahrungen im Tabellenkeller haben. „Uns war schon die ganze Saison bewusst, dass wir im Abstiegskampf sind“, sagte Routinier Julian Schuster. „Über den Zusammenhalt müssen wir uns zum Glück keine Gedanken machen.“

Ein Blick auf den Spielplan zeigt zudem, dass Freiburg zwar nicht gegenüber dem punktgleichen VfL Wolfsburg, aber im Vergleich zu Mainz 05 das etwas leichtere Restprogramm hat. Und gewinnt das Streich-Team gegen den FSV, wäre das bereits ein großer Schritt Richtung Klassenverbleib. „Wir müssen uns mental so frisch kriegen, dass wir Montagabend in den Kampf gehen können“, sagte Streich. (dpa)

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