Europa-League Hertha-Bubis holen 1:1 zum Europa-Abschied - Köln verpasst im Spiel eins nach Stöger die Überraschung

Hertha BSC hat sich mit einem schmucklosen Unentschieden von der internationalen Bühne verabschiedet und auch Köln hat die Überraschung verpasst.

Mit einem schmucklosen Unentschieden und einem bemerkenswerten Profi-Debüt von Jonathan Klinsmann hat sich Hertha BSC von der internationalen Bühne verabschiedet. Eine Berliner Bubi-Mannschaft mit einem Altersdurchschnitt von gerade einmal 23,36 Jahren trennte sich am Donnerstag im letzten Gruppenspiel der Europa League von Östersunds FK 1:1 (0:0). Die Führung der Gäste aus Schweden durch Sotirios Papagiannopoulos (58. Minute) glich Peter Pekarik (61.) aus. Drei Minuten vor dem Ende hielt Klinsmann einen Elfmeter von Brwa Nouri. Das Weiterkommen in die K.o.-Runde hatte der Fußball-Bundesligist bereits vorher verspielt.

Schon die Aufstellung verriet, dass Trainer Pal Dardai dem Ligaspiel am Sonntag beim FC Augsburg die Priorität einräumt. Bis auf Youngster Maximilian Mittelstädt wechselte er in der Startelf im Vergleich zum jüngsten 1:2 gegen Eintracht Frankfurt alle Spieler aus. Dardai bot dabei die bislang jüngste Mannschaft unter seiner Regie auf. Zu seinem Profi-Debüt kam der 20 Jahre alte Torhüter Klinsmann.

Der Sohn des einstigen Weltmeisters und Bundestrainers war im Sommer von der Berkeley-Universität aus den USA nach Berlin gekommen, hatte bisher aber nur für das Regionalligateam gespielt.

Erstmals stand in einem Pflichtspiel auch Dardai-Sohn Palko (18) von Beginn an auf dem Platz, nachdem er Anfang November gegen Luhansk für elf Minuten eingewechselt worden war. Gegen die Ukrainer war Hertha der einzige Sieg (2:0) beim Europa-League-Comeback nach acht Jahren gelungen. Dardai junior setzte vor 15 686 Zuschauern im gähnend leeren Olympiastadion das erste Zeichen. Nach einer abgewehrten Ecke hämmerte das Talent den Ball aus 18 Metern an die Latte (18.).

Auch danach blieb Palko Dardai gegen die in Bestbesetzung angetretenen Schweden gefährlich. Gleich zweimal scheiterte er in aussichtsreicher Position an Östersunds Keeper Aly Keita (28., 30.). Klinsmann musste erst nach einer halben Stunde erstmals eingreifen und parierte einen Schuss von Papagiannnopoulos stark.

Die völlig neu zusammengestellte Berliner Mannschaft bestimmte klar die Partie, wirkte im Dauerregen engagiert und spritzig, auch wenn einige Ungenauigkeiten dabei waren. Mit einer Mischung aus weiteren Jungprofis wie Jordan Torunarigha (20) und Spielern wie Ondrej Duda und Genki Haraguchi, von denen Dardai mehr verlangt als in dieser Saison bisher gezeigt, wollte sich Hertha ehrenvoll von der internationalen Bühne verabschieden.

Das Spiel schien schon fast ein Spiegelbild der gesamten Gruppenphase, denn die Gastgeber belohnten sich lange nicht und wurden durch Papagiannopulos bestraft. Die Abwehr der Berliner agierte nicht energisch genug, kurz darauf bereiteten Dardai und Mittelstädt allerdings mustergültig den Ausgleich durch Oldie Pekarik (31) vor.
 

Köln verpasst im Spiel eins nach Stöger Europa-League-Überraschung

Yuya Osako vom 1. FC Köln kämpft gegen gegen Branko Jovicic von Roter Stern Belgrad um den Ball.
Yuya Osako vom 1. FC Köln kämpft gegen gegen Branko Jovicic von Roter Stern Belgrad um den Ball. | Bild: Dragan Stankovic (dpa)

Im Spiel eins nach der Ära Peter Stöger hat der 1. FC Köln die Europa-League-Überraschung verpasst. Vier Tage nach der Trennung vom bisherigen Cheftrainer verlor der Bundesliga-Letzte am Donnerstagabend unter dem Interimscoach Stefan Ruthenbeck bei Roter Stern Belgrad nach einer couragierten, aber spielerisch erschreckend schwachen Vorstellung mit 0:1 (0:1) und schied damit in seiner ersten Europapokal-Saison nach 25 Jahren bereits in der Gruppenphase aus. Damit sind alle drei deutschen Europa-League-Starter Hertha BSC, 1899 Hoffenheim und der FC früh gescheitert.

Slavoljub Srnic (22.) erzielte im entscheidenden Spiel um Platz zwei den Treffer für die Serben, die sich in der Gruppe H mit Tabellenführer FC Arsenal aus London für die K.o.-Runde qualifizierten. Die Kölner können sich hingegen ganz auf den Überlebenskampf in der Fußball-Bundesliga konzentrieren. Helfen soll dabei der am Tag zuvor verpflichteten neuen Sport-Geschäftsführer Armin Veh.

Der von der U 19-Mannschaft vorübergehend auf den Chefposten bei den Profis aufgerückte Ruthenbeck hatte vor der Partie in Belgrad mit den gleichen Verletzungsproblemen zu kämpfen wie sein Vorgänger Stöger. Gerade einmal 16 Spieler statt der erlaubten 18 konnte er für das Gruppen-Finale in den Kader beordern, darunter etliche Amateur-Akteure.

Dennoch traten die in der Bundesliga mit nur drei Zählern abgeschlagenen Rheinländer in der hitzigen Atmosphäre vor 51 100 Zuschauern - darunter 4400 FC-Fans - zunächst mutig auf. Die Deckung stand sicher. Offensiv setzten sie Akzente und hatten schnell ihre Chancen. Zunächst kam Frederik Sörensen (12.) zum Kopfball, dann war der Schuss des freistehenden Serben Milos Jojic (13.) zu schwach.

Die Belgrader waren indes effizient. Gleich mit der ersten Möglichkeit kamen sie durch Srnic zur Führung. Die Gäste ließen sich aber nicht beirren und blieben überlegen. Doch zugleich wurde deutlich, wie spielerisch limitiert die Kölner derzeit sind. Immerhin hatte der quirlige Jojic (34.) noch vor der Pause die Chance auf den Ausgleich, traf aus rechter Position aber nur das Außennetz.

In Hälfte zwei änderte sich nichts am Geschehen. Köln war bemüht, aber begrenzt in seinen Möglichkeiten. Belgrad, das in allen sechs Gruppenspielen gerade einmal zwei Gegentore kassiert hatte, ließ den Bundesligisten kommen und machte die Räume eng. Der Schlenzer von Yuya Osako (53.) war die einzige nennenswerte Szene der Kölner im Strafraum. Die Partie wurde danach immer schwächer. Roter Stern hatte kaum noch Mühe, den Sieg über die Zeit zu bringen.

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