Fußball Etwas Würde würde dem HSV nicht schaden

Sportredakteur Dirk Salzmann sieht den erneuten Trainerwechsel beim HSV kritisch und hat sich die Faktenlage bei den Norddeutschen ein bisschen genauer angeschaut

Der Hamburger SV wechselt erneut den Trainer und bekräftigt den Glauben an den Klassenerhalt. Ja, warum auch nicht? Sieben Punkte fehlen zum Relegationsplatz – und sollte der in den verbleibenden Saisonspielen tatsächlich noch erreicht werden, könnte nach heutigem Stand ausgerechnet in zwei Duellen gegen Holstein Kiel der Klassenerhalt noch gesichert werden. Allein der Glaube fehlt an ein solches Szenario. Der Hamburger SV ist Gründungsmitglied der Bundesliga, große Kicker spielten für diesen Verein in einer großartigen Stadt. Der Hamburger SV hat sich aber auch selbst verloren in den vergangenen Monaten. Den jüngsten Beweis dafür lieferte der Club gestern Mittag ab. Bernd Hollerbach erfuhr von seinem Rauswurf angeblich zunächst aus den Medien, später per Telefon. Bestätigen musste er seinen Abgang selbst – solche Abläufe wurden in der Vergangenheit schon eleganter gelöst.

Es geht noch um den Kampf um den Klassenerhalt – aber auch darum, die wahrscheinlich vorerst letzten Tage im Oberhaus mit Würde zu absolvieren. Fakt ist, dass es so nicht weitergehen kann im hohen Norden. Fakt ist, dass ein Jahr in Liga zwei dem HSV vielleicht ganz gut täte. Und Fakt ist, dass wir uns jetzt schon Karten für das Derby gegen St. Pauli zu Weihnachten wünschen. Fakt ist aber eben vor allem, dass es nur sieben Punkte bei acht noch ausstehenden Spielen zum Relegationsplatz sind. Wie war das noch mal mit den vor Apotheken kotzenden Pferden?

dirk.salzmann@suedkurier.de

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