Olympia Ein Hoch auf den Bronze-Gewinner im fernen Südkorea: So wird Benedikt Doll in seiner Heimat gefeiert

Eltern und Freunde feiern in Hinterzarten die Bronzemedaille von Benedikt Doll im Verfolgungsrennen der Biathleten. Wir beschreiben die große Freude im Schwarzwald nach dem besonderen sportlichen Erfolg am Rosenmontag.

Rosenmontag hin, Fastnachtsumzug her. Für die Biathlon-Fans im Hochschwarzwald gingen am wohl höchsten Feiertag der Narretei die Uhren am Montag trotzdem etwas anders. Für einige Stunden um die Mittagszeit hatte jedenfalls der Biathlonsport Vorfahrt. Acht Schwarzwälder Wintersportler sind in diesen Tagen bei den Olympischen Winterspielen am Start – erstmals stand mit Benedikt Doll ein Schwarzwälder Biathlet auf dem Podest. Nach Gold im Sprint vor Jahresfrist bei der Weltmeisterschaft in Hochfilzen gewann der 27-jährige Skijäger der SZ Breitnau nun Bronze im Verfolger von Pyeongchang.

An diesem Rosenmontag werden also die Geschichtsbücher neu geschrieben. Die inzwischen 95-jährige Oma Susanne hat den Wettkampf zu Hause in Hinterzarten verfolgt. Anders als 2017 in Hochfilzen haben die Eltern Friederike und Charly Doll diesmal zusammen mit Verwandten aus über 9000 Kilometer Entfernung dem Rennen mitgefiebert. Um Punkt zwölf am Mittag gab es Saueressen, eine Schwarzwälder Essenspezialität, „damit wir pünktlich zum Start vor dem Fernsehgerät sitzen konnten“, erklärt Vater Charly Doll.

Telefonischer Rat von seinem Vater

Statt dem möglichen Gold im Sprint war für Doll am Sonntag nach einer „Fahrkarte“ nur Rang sechs geblieben. Rat und Trost holte er sich telefonisch beim Vater, dem ehemaligen Deutschen Berglaufmeister. „Ich habe ihn seelisch und geistig wieder aufgerichtet und gewusst, dass er heute wieder was reißen kann“, verrät Charly Doll. Mit zweimal Null in seiner Wackeldisziplin, dem Stehendanschlag, legte der Filius den Grundstein für Bronze. „Ich hoffe, er weiß jetzt endgültig was er kann und ich denke, die Olympischen Spiele sind noch längst nicht vorbei“, so der Vater vielsagend.

Durch die Medaille hat Benedikt ein persönliches Startrecht für den Massenstart. „Jetzt hoffe ich, dass er in der Staffel aufgestellt wird“, sagt Vater Doll mit einem Augenzwinkern.

Fast nicht auszuhalten ist ein Wettkampf ihres Sohnes für Mutter Friederike Doll. Beim Fastnachtsessen am Rosenmontag blieb ihr aber nichts anderes übrig, als ruhig auf dem Sofa zu sitzen und dem Benni zuzuschauen. „Natürlich musste ich auch heute meinen Beruhigungstee trinken“, gestand die überglückliche Mama. Das Telefon stand nach Olympia-Bronze natürlich nicht mehr still. Erst später konnte sie den Sekt genießen. „Dass er heute zweimal stehend Null schießt ist eine Sensation“, freut sich die Mama schon jetzt auf die weiteren Wettkämpfe in Südkorea. Fix und fertig war nach dem Rennen auch Franz Lickert, der zunächst in den eigenen vier Wänden den starken Verfolger mit seiner Frau verfolgt hatte, um später noch mit den Dolls mit einem Gläschen Sekt auf Bronze anzustoßen. „Wir sind einfach glücklich, Benni ist in einer so genialen Form, ich traue ihm noch mehr zu“, gab sich der Vorsitzende des SZ Breitnau hoffnungsvoll.

Ausgefallen ist der Fastnachtsumzug auch für Stefan Wirbser. Der Präsident des Skiverbandes Schwarzwald (SVS) hat zu Hause beim olympischen Rennen „kräftig die Daumen gedrückt“. „Gratulation, das war eine bärenstarke Leistung von Benni. Wir freuen uns natürlich sehr über die erste Biathlon-Medaille in der über 120-jährigen Geschichte des SVS“, erklärte Wirbser.

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