Biathlon Dahlmeier hat Olympia fest im Visier

Biathletin steigert ihre Form Stück für Stück. Im Massenstart belegt sie in Ruhpolding Platz zwei

Beim Weltcup in Ruhpolding sind der Sieg in der Staffel am Samstag und Platz zwei im Massenstart von Laura Dahlmeier gestern die besten Platzierungen. Eine Analyse der deutschen Frauen knapp vier Wochen vor den Olympischen Spielen in Pyeongchang.

  • Die Laufleistungen: Mit schnellsten Zeiten glänzt die Massenstart-Fünfte Denise Herrmann auch bei ihrem ersten Weltcup-Auftritt im Chiemgau. Die ehemalige Langläuferin dient im Moment selbst Laura Dahlmeier als Orientierungspunkt. Auch Maren Hammerschmidt ist gut dabei, allerdings fällt dies kaum auf, weil sie ihre aussichtsreichen Positionen am Schießstand nicht absichert. Dahlmeier zeigt im Massenstart, dass es nach ihrem Infekt sukzessive aufwärts geht – auch wenn sie den Zielsprint gegen die 35-jährige Kaisa Mäkärainen um acht Zehntel verliert. Nach der zweiten unplanmäßigen Pause über Weihnachten ist die 24-Jährige – auch dank ihrer enormen Grundlagen – schon wieder bei den Besten, dennoch fehlt ihr noch die Souveränität der vergangenen Saison. Zu sehen ist dies auch in der Staffel gewesen, wo es Laura Dahlmeier am Anstieg nicht gelingt, leichtfüßig an der Italienerin Federica Sanfilippo vorbeizuspringen, sondern sie erst danach, ihrer hervorragenden Abfahrtskünste sei Dank, überholt.
  • Die Schießleistungen: Der Knackpunkt ist die zu hohe Fehlerquote am Schießstand. Nicht nur im kollektiv verkorksten Einzelrennen zeigt sich die Verunsicherung deutlich. Das registrieren die Trainer auch in den Einzelgesprächen danach. „Das ist viel Kopfsache“, sagt Bundestrainer Gerald Hönig. Hinzu kommen ärgerliche kleine Schlampereien und mangelnde Konzentration beim fünften und letzten Schuss. Maren Hammerschmidt ist im Stehendanschlag eine Wackelkandidatin – und wenn sie sich dort schon einmal durchbeißt, gelingt ihr liegend die perfekte Serie nicht. Franziska Hildebrand macht sich zu viele Gedanken.
  • Die Stimmung: Nach wie vor ist das Klima in der Mannschaft prima, auch der Zusammenhalt stimmt. Doch es fehlt etwas an Lockerheit. Da kommt der Sieg in der Staffel am Samstag vor Italien als Krampflöser zur rechten Zeit. Auch Dahlmeiers Podestplatz hilft, den Druck zu mildern. „Vergangenes Jahr waren wir in einem Flow-Gefühl und Laura vornedran“, sagt Gerald Hönig. Die Dauersiegerin hat ihren Teamkolleginnen Rückendeckung gegeben.
  • Die Vorzeigefrau: Laura Dahlmeier ist unbestritten eine Ausnahmeathletin und darf nach wie vor großes Vertrauen in ihre Schieß- und Lauffähigkeiten haben. Eigentlich hat die 24-Jährige bei ihrem physischen Potenzial auch mit Blick auf Olympia keinen Grund unruhig zu sein. Rang zwei in Ruhpolding ist der erhoffte Aha-Effekt. Doch die fünffache Weltmeisterin von Hochfilzen erlebt eine für sie neue Situation: Sie muss mit Niederlagen umgehen. Das zu verarbeiten, fällt nicht leicht. Laura Dahlmeier braucht Erfolgserlebnisse, mit denen sie sich freiläuft wie in der Staffel und im Massenstart, um ihr Siegergen wieder herauszukitzeln.

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