Fußball Acht Fakten und Thesen zur WM-Qualifikation

Die Qualifikationsrunde ist beinahe abgeschlossen, in Südamerika und Europa sind die Gruppenspiele abgeschlossen.

  1. .Chile hat sich aus der WM geklagt! Im Rückblick gesehen ist das tatsächlich so. Der Südamerika-Meister hatte am 6. September 2016 gegen das 0:0 gegen Bolivien wegen des Einsatzes von Nelson Cabrera (34) bei der Fifa Einspruch eingelegt. Der gebürtige Paraguayer war laut Fifa-Statuten noch nicht für sein neues Land spielberechtigt. Der Fall landete vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der Chile zwei Punkte mehr zusprach. Allerdings bekam auch Peru Punkte zugesprochen, das fünf Tage zuvor mit Cabrera gegen Bolivien 0:2 verloren hatte. Peru erhielt dadurch drei Zähler am grünen Tisch und somit einen mehr als Chile. In der Abschlusstabelle sind beide Teams punktgleich – aufgrund des besseren Tor-Verhältnisses darf nun aber Peru die Playoff-Spiele gegen Neuseeland bestreiten.
  2. .Ohne Holland fahr’n wir zur WM! Und ja, das ist schade! Wie 2002 müssen unsere Nachbarn zu Hause bleiben. So groß die Schadenfreude auch sein mag, sportlich werden die Niederlande fehlen. Warum? Die Holländer hätten auch bei der WM auf Offensivfußball gesetzt, was zumindest ein Spektakel versprochen hätte – siehe auch Punkt 7. Und auch wenn Hollands Stars in die Jahre gekommen sind, werden wir Arjen Robben, der nach der Partie seine Länderspielkarriere beendete, & Co. doch vermissen.
  3. .Messi, Argentinien, ein böser Verdacht – und die Serie gegen Deutschland: Doch noch dabei! Argentinien liegt dem dreifachen Torschützen Lionel Messi zu Füßen, der so doch noch die Chance bekommt, mit einem WM-Titel zur Legende zu werden. Im Vorfeld der Partie hatte übrigens ein Interview von Fifa-Präsident Gianni Infantino für Aufregung gesorgt, in dem er gesagt hatte: „Messi muss noch eine WM gewinnen.“ Das sorgte natürlich schnell für Verschwörungstheorien. Vorerst gilt aber das Gesetz der Serie: Bei den drei WM-Teilnahmen 2006, 2010 und 2014 war jeweils gegen Deutschland Endstation.
  4. .Erinnerungen an Helmers Phantomtor: Noch so ein Fall für Verschwörungstheoretiker! Panama sicherte sich in der CONCACAF-Zone durch ein 2:1 (0:1) gegen das bereits qualifizierte Costa Rica das WM-Ticket, Leidtragender waren die USA, die durch das 1:2 bei Trinidad und Tobago erstmals seit 1986 bei einer Endrunde fehlen. Honduras erreichte durch das 3:2 gegen Mexiko noch Platz vier und damit die Playoffs. Panamas 2:1 könnte allerdings noch ein Nachspiel haben, denn beim Ausgleichstor von Gabriel Torres überquerte der Ball nicht die Torlinie, sondern strich am Pfosten vorbei – den Videobeweis gibt es erst ab der Endrunde. Erinnerungen an das Phantomtor von Thomas Helmer aus dem Jahr 1994 gegen Nürnberg wurden wach. Die Aussichten eines möglichen Protests sind aber gering. In einem ähnlichen Fall schmetterte die Fifa vor Jahren einen Protest Irlands ab, als Frankreichs Thierry Henry im Playoff-Rückspiel zur WM 2010 ein Tor nach Handspiel erzielte und die Franzosen so nach Südafrika schoss.
  5. .Deutsche Trainer: Für den deutschen Trainer Michael Skibbe geht der WM-Traum weiter, der frühere Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler erreichte mit Ex-Europameister Griechenland durch das 4:0 gegen Gibraltar die Playoffs und könnte nach Joachim Löw (Deutschland) und Gernot Rohr (Nigeria) als dritter deutscher Trainer zur WM nach Russland fahren. Diese Chance hatte sich für Bernd Storck indes schon frühzeitig zerschlagen. Beim unbedeutenden 1:0 (0:0) seiner Ungarn gegen die Färöer wurde der deutsche Coach mit „Auf Wiedersehen“-Gesängen verhöhnt.
  6. .Die Schweizer und die Barrage! Ja, statt Playoffs sagt der Schweizer lieber Barrage. Ist egal, weil dasselbe. Und auf jeden Fall geht es gegen Schweden, Griechenland, Irland oder Nordirland. Wie die Schweizer gesetzt sind Italien, Kroatien und Dänemark. Gelost wird am Dienstag um 14.00 Uhr in Zürich.
  7. .Panama und Island sind erstmals für eine WM-Endrunde qualifiziert. Mit Saudi-Arabien eventuell auch Honduras und Peru sind weitere „Kleine“ dabei. Wie könnte sich das auf die WM auswirken? Früher war es schwerer, bei einer EM die Vorrunde zu überstehen als bei einer WM. Inzwischen haben die Teams aus Afrika, Asien oder Südamerika aufgeholt, die EM 2016 wurde dagegen mit 24 statt 16 Teams ausgespielt. Kritiker sahen sich in dem Turnier in Frankreich bestätigt, dass die Spiele unattraktiver werden, wenn zu viele kleine Nationen dabei sind. Es gab wenige Torchancen, weil die Außenseiter mit allen Mann verteidigten. Andererseits hat gerade der Auftritt der Isländer vor zwei Jahren gezeigt, dass solche Nationen auch eine Bereicherung sein können.
  8. .Es wird schwerer – auch für die deutsche Nationalmannschaft: Bei der Gruppenauslosung am 1. Dezember im Moskauer Kreml droht Deutschland eine Hammergruppe. So könnte Deutschland schon in der Gruppenphase auf Ex-Champions wie Frankreich, Spanien, England oder Italien treffen. Grund dafür ist die Einteilung der Lostöpfe, die der Weltverband Fifa in diesem Jahr einzig auf Grundlage der Oktober-Weltrangliste vornimmt. Und in diesem Ranking liegen die genannten Nationen nicht auf den Topplätzen. Bei der Auslosung zur WM 2014 in Brasilien war der Auslosungsmodus noch anders. Damals wurde nur Lostopf eins nach der Weltrangliste besetzt.


Das Phantom-Tor von Panama im Video:

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