Regionalsport Schwarzwald "Wir stehen da, wo wir hingehören." Zwischenbilanz in der Kreisliga A, Staffel 2

Spannung im Auf- und Abstiegskampf

Fußball-Kreisliga A, Staffel 2: Mit dem SV Hinterzarten überwintert ein Bezirksliga-Absteiger und Mitfavorit für die Meisterschaft auf Platz eins. „Mit den nackten Zahlen – 35 Punkte, 44 geschossene Tore und nur 17 kassierte Treffer – sind wir sehr zufrieden. Es hätten aber durchaus einige Zähler mehr sein können. Die Entwicklung der Mannschaft stimmt jedenfalls“, sagt Spielertrainer Kay Ruf, dessen Elf seit dem sechsten Spieltag die Liga anführt. Er rechnet weiterhin mit Grafenhausen als Titelkonkurrent und ergänzt: „Der SSC Donaueschingen ist für mich die größte Überraschung. Sie haben zweimal gegen uns sehr gut gespielt. Auch mit Bräunlingen ist noch zu rechnen. Es wird ein heißes Rennen um Platz eins“, so Ruf.

Mit drei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer und einem Nachholspiel in der Hinterhand, steht der FC Bräunlingen auf Platz zwei. „Wir haben eine gute erste Saisonhälfte gespielt, sind jedoch weiterhin Außenseiter im Kampf um die ersten zwei Plätze. Donaueschingen und Hinterzarten sehe ich vor uns“, sagt Trainer Uwe Müller und erwartet auch Grafenhausen noch deutlich weiter vorne. Müller ist dabei, eine junge Mannschaft mit Perspektive aufzubauen. Die Elf kassierte bisher nur 18 Gegentreffer und führt die Fairnesstabelle an.

Seit einigen Jahren plant der SSC Donaueschingen den Angriff auf die ersten Plätze. Jetzt scheinen die Schellenberger ernst zu machen. Mit Thomas Minzer hat ein Kenner des Vereins das Traineramt übernommen und wird offenbar von der Mannschaft geschätzt. „Wir stehen in der Tabelle exakt da, wo wir hingehören. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, aber bisher keine Partie gegen eine Top-Mannschaft der Liga gewonnen. Die Platzierung sagt alles über die Qualität der Mannschaft aus“, betont Minzer. Mit einer ähnlich starken Rückrunde hat der SSC gute Chancen, in der Saison den Aufstieg zu schaffen.

Erst in den Relegationsspielen gegen den Abstieg schaffte der FC Löffingen II in der vergangenen Saison den Klassenerhalt. Offenbar wurden die richtigen Lehren daraus gezogen, denn schon jetzt ist klar: Der Kampf um den Klassenerhalt ist diesmal kein Thema. Immer wieder baute Trainer Stefan Löffler Akteure mit hoher Qualität aus dem Landesliga-Kader in die zweite Mannschaft ein. Löffingen hat zusammen mit Hinterzarten die meisten Tore (44) geschossen. Die bisher vier gelb-roten Karten werden indes von keiner anderen Mannschaft überboten und zeigen, woran es zu arbeiten gilt.

Schon vor dem ersten Spiel glaubte Bernhard Stern, Trainer des TuS Oberbaldingen, dass der Aufsteiger mehr Potenzial hat, als nur um den Ligaerhalt zu kämpfen. Die 26 Punkte und Platz fünf bestätigen den Coach. „Wir hätten auch sechs Punkte mehr haben können. Letztendlich fehlte uns die Konstanz, um ganz oben mitzuspielen. Eine Platzierung unter den besten sieben Mannschaften ist unser Ziel und sicherlich auch erreichbar“, so Stern. Nach 14 ungeschlagenen Monaten ging seine Elf nach der ersten Niederlage am fünften Spieltag durch ein kleines Tief, zog sich aber wieder heraus. Einige Spieler haben Begehrlichkeiten geweckt. „Wenn du mit Saja Jallow und Almani Camara die zweit- und drittbesten Torjäger der Staffel hast, ist das normal. Ich gehe dennoch davon aus, dass wir in der Konstellation zusammenbleiben und es keine Abgänge geben wird“, ergänzt Stern.

Bezirksliga-Absteiger SV Grafenhausen brauchte einige Zeit, um sich in der Liga zu akklimatisieren. Am vierten Spieltag stand die Elf von Trainer Roberto Wenzler sogar auf einem Abstiegsplatz. Ab diesem Zeitpunkt ging es bergauf. Neun Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze sind bereits eine große Hypothek, doch Grafenhausen hat noch zwei Nachholspiele. Wenzler verfügt über eine erfahrene Elf, die mit einem guten Start im Frühjahr, wie von vielen anderen Trainern erwartet, auf die Überholspur einbiegen kann.

Nach Platz drei in der vergangenen Saison und einer starken Rückrunde mit nur einer Niederlage, zählte der FC Pfohren zu den Mitfavoriten um das direkte Ticket in die Bezirksliga. „Ich habe uns nicht ganz oben gesehen und eine Platzierung zwischen den Rängen drei und acht als Ziel ausgegeben. Wir haben ganz schwer in die Saison reingefunden, hatten dann eine gute Phase und gegen Ende der Runde ging uns wieder etwas die Luft aus“, bilanziert Trainer Dominic Häring. Das Auf und Ab lässt sich auch in der Tabelle ablesen. Pfohren stand auf Platz zwei, aber auch auf Rang 15. Titelfavorit ist für Häring Hinterzarten, doch er traut auch dem SSC einiges zu. „Wir werden alles versuchen, können aber nicht jedes Jahr eine so starke Rückrunde spielen. Wenn wir zwischen den Plätzen drei bis sieben einlaufen, bin ich zufrieden“, ergänzt Häring. Er hofft auf weniger Verletzungspech und eine weiterhin sehr stabile Defensivarbeit (bisher 22 Gegentreffer).

Bereits in der vergangenen Saison erzielte der SV Gündelwangen mit Rang sechs eine starke Abschlussplatzierung. Der SVG hat mit Thomas Fischer (18 Treffer) den Top-Torjäger in seinen Reihen, ist aber auch Schlusslicht der Fairnesstabelle. Unter Trainer Nurhan Ardiclik ist es gelungen, einen Entwicklungsprozess einzuläuten. Gündelwangen hat auf eigenem wie auf fremden Plätzen jeweils elf Punkte geholt. Die 46 Punkte aus der vergangenen Saison zu wiederholen, wird indes schwer.

Schon deutlich mehr Punkte hat der FC Lenzkirch im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt vor zwölf Monaten. Die Elf von Trainer Zejlko Cosic stand sogar zwei Spieltage lang auf Platz zwei, bevor es bis auf Rang neun runterging. Lenzkirch musste vor der Saison die Abgänge von wichtigen Spielern verkraften, die alle nun in höheren Klassen spielen. Cosic baute neue Spieler ein. Die 37 Punkte aus der vergangenen Saison sollten auch diesmal machbar sein.

Deutlich mehr als Platz zehn hatten sich die Verantwortlichen beim FC Bad Dürrheim II erhofft. Eine Wiederholung von Platz fünf aus der vergangenen Saison scheint außer Reichweite. Trainer Dennis Feuerstein musste seine Mannschaft oft umbauen. Eine Partie musste sogar wegen Spielermangel abgesagt werden. Das Ziel, mehr Spieler für den Verbandsliga-Kader anzubieten, wurde nicht erreicht. Allein Julian Rönnefarth gelang der Sprung. Bad Dürrheim muss zunächst darauf achten, den Vorsprung auf die Abstiegsränge nicht schmelzen zu lassen. Ein Aufstieg ist zumindest in der Saison nicht mehr zu realisieren.

Wie in Bad Dürrheim wurde auch vom FC Neustadt II deutlich mehr erwartet. Auch hier schlugen Personalsorgen durch. Immer wieder mussten Akteure in den Verbandsliga-Kader abgegeben werden, Trainer Oliver Mahler war ständig zu Umstellungen gezwungen. Die Harmonie und das Spielverständnis litten darunter. Fünf Siege, aber schon zehn Niederlagen entsprechen nicht den Neustädter Erwartungen. Bedenklich hoch ist zudem die Zahl der Gegentreffer (42). Da die Perspektiven in der ersten Mannschaft in Bezug auf den Ligaerhalt nicht rosig aussehen, gilt es für die Hochschwarzwälder, auf jeden Fall einen doppelten Abstieg zu verhindern.

15 Tore in 15 Spielen zeigen eindeutig die Schwäche des FC Hüfingen auf. „Defensiv sind wir stabil geworden, aber wir müssen mehr treffen. Sonst wird es sehr eng“, sagt Spielertrainer David Invernot, der frühzeitig das Amt des erst vor der Saison verpflichteten Claudio Andreotti übernahm und nun bis zum Ende der Saison bleiben wird. „Primäres Ziel ist es, vier Mannschaften hinter uns zu lassen. Ich persönlich möchte zumindest Rang zehn, damit es später nicht heißt, Hüfingen hat mit Glück die Liga gehalten“, fügt Invernot an. Im Winter sollen Offensivspieler verpflichtet werden. „Wir sind mit zwei, drei Kandidaten in sehr guten Gesprächen. Da könnte was gehen“, erläutert Invernot.

Am sechsten und siebten Spieltag hielt der SV Öfingen nach einer starken Saison 2016/17 die rote Laterne. Trainer Martin Föhr musste gehen und mit Thomas Klimmer übernahm ein Mann aus dem Spielausschuss. Unter Klimmer arbeitete sich die Elf nach oben. „Für uns zählt allein der Klassenerhalt. Über mehr müssen wir nicht sprechen“, sagt Klimmer. Sein Engagement war zunächst bis zur Winterpause geplant, könnte sich nun aber verlängern. „Wir sind mit möglichen Trainer-Kandidaten in den Gesprächen, haben aber noch keinen verpflichtet. Es ist auch denkbar, dass ich den Job bis zum Saisonende mache“, sagt der Übungsleiter. Die Rückendeckung aus der Mannschaft hat der Interimstrainer offenbar.

Mit dem 0:8 auf eigenem Platz gegen Oberbaldingen verpatzte der FV Möhringen den Saisonauftakt gewaltig. Schon 55 Mal schlug es im Tor der Möhringer ein. Mit 13 Punkten überwintert die Elf auf einem Abstiegsplatz. Die Elf bewegte sich stets zwischen den Rängen neun und 16. Auf eigenem Platz gelang nur ein Sieg. Der fiel für die Elf von Trainer Thomas Ribbe mit 7:5 gegen Göschweiler spektakulär aus. In der vergangenen Saison ließ Möhringen gerade drei Mannschaften hinter sich. Diesmal müssten es vier sein. Ohne eine gewaltige Steigerung läuft die Elf Gefahr, nach dem Aufstieg 2009 wieder abzusteigen. Im Jahr 2015 war Möhringen noch Vizemeister.

Aufsteiger SV Eisenbach spielt aktuell die Rolle des Minimalisten. Nur 15 Tore wurden in 14 Spielen erzielt, aber auch nur 24 kassiert. Eisenbach hat den Vorteil, bis zu drei Spiele weniger als die Konkurrenten im Tabellenkeller absolviert zu haben. Auch wenn es bisher nur einen Sieg auf eigenem Platz gab, müssen die nötigen Punkte für den Ligaerhalt in erster Linie dort geholt werden. Nach zwei Spielzeiten in der Kreisliga B möchte Eisenbach nicht dorthin zurück. Trainer wie der Lenzkircher Cosic trauen Eisenbach in der Rest-Saison noch einiges zu. Mit sieben Punktteilungen sind die Eisenbacher die Remis-Könige.

Als einziges Team der Staffel überwintert der SV Göschweiler im einstelligen Punktebereich. Die Elf kassierte im Schnitt 3,6 Gegentreffer pro Spiel. Ein zwischenzeitlicher Trainerwechsel brachte sportlich nicht den erhofften Effekt. Wie Eisenbach hat auch Göschweiler noch die meisten Nachholspiele zu absolvieren, doch das schlechte Torverhältnis ist eine zusätzliche Hypothek. Noch sind es nur sechs Punkte Rückstand zum ersten Abstiegsplatz. Die Plätze acht und zwölf aus den ersten Spielzeiten nach dem Aufstieg sind nur schwer zu wiederholen. Mehr als alle anderen Teams der Staffel braucht Göschweiler eine Siegesserie in der Rückrunde.

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