Regionalsport Schwarzwald "Wir müssen ruhig bleiben" – Wild Wings-Torhüter Dustin Strahlmeier im SÜDKURIER-Interview

Dustin Strahlmeier ist einer der Erfolgsgaranten bei den Schwenninger Wild Wings. Im SÜDKURIER-Interview spricht der 25-Jährige über Olympia, die letzten Hauptrunden-Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga und sein soziales Engagement

Herr Strahlmeier, Olympia läuft. Sitzen Sie auch täglich vor dem Fernseher?

Ja klar. Wenn wir kein Training haben, schaue ich mir alles an. Neben Eishockey am liebsten Snowboard.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft startet am Donnerstag gegen Finnland ins Olympische Turnier. Was trauen Sie dem Team zu?

In der Gruppenphase sollte auf jeden Fall Norwegen besiegt werden. Gegen die großen Nationen Schweden und Finnland wird es schwierig. Aber auch diese Teams kann man schlagen. Gelingt gegen eine der großen Nationen eine Überraschung, ist einiges möglich.

Sie sind in der aktuellen DEL-Saison einer der besten deutschen Torhüter. Verspüren Sie ein bisschen Wehmut, dass Sie bei Olympia nicht zur deutschen Auswahl gehören?

Wehmut ist es nicht. Aber es wäre schön gewesen. Leider ist es nicht meine Entscheidung. Deshalb muss ich es auch hinnehmen.

Trotz Olympia-Pause sind Sie dennoch im Einsatz. In der Slowakei findet am Wochenende erstmals der sogenannte Allstar-Cup statt. Sie stehen im Tor des DEL-Teams. Was erwarten Sie von diesem Turnier?

Ich freue mich drauf, nehme es aber nicht brutal ernst. Es ist auf jeden Fall mal was anderes.

Die knapp vierwöchige DEL-Pause im Februar dürfte Ihnen besonders gut tun. Immerhin standen Sie von allen Spielern in der Deutschen Eishockey-Liga die meiste Zeit auf dem Eis. Wie halten Sie das auf diesem Niveau durch?

Das ist kein Problem für mich. Ich trainiere viel. Das ist die Grundlage. Wichtig sind nicht die körperlichen, sondern die mentalen Pausen. Zudem hat Marco Wölfl immer einen super Job gemacht, wenn er im Tor stand.

Es gab in den vergangenen Monaten Höhen und Tiefen bei den Wild Wings. Wie blicken Sie auf den bisherigen Saisonverlauf zurück?

Es lief bislang sehr gut. Ende November und Anfang Dezember hatten wir eine Phase, in der es nicht so gut klappte. Wir sind aber wieder zurückgekommen. Ärgerlich ist, dass wir von den letzten Spielen vor der Pause einige knapp verloren haben. Punktemäßig ist es auf jeden Fall ein großer Fortschritt gegenüber dem vergangenen Jahr.

Und wie viele Punkte benötigt Schwenningen noch, um zumindest Platz zehn zu verteidigen und die Playoffs zu erreichen?

Dadurch, dass Krefeld derzeit einen kompletten Ausverkauf macht, ist diese Mannschaft nicht mehr konkurrenzfähig und wird die letzten drei Spiele verlieren. Düsseldorf spielt gegen Krefeld und dürfte somit schon drei Punkte mehr haben. Das bedeutet, dass wir auch punkten müssen. Am besten dreimal gewinnen. Wir haben es selbst in der Hand.

Sehen Sie den „Ausverkauf“ in Krefeld als Wettbewerbsverzerrung?

Das ist ein schwieriges Thema. Gut finde ich es nicht. Ich kann verstehen, dass einige Spieler noch in anderen Vereinen Playoffs spielen wollen und deshalb wechseln. Allerdings geht es in der DEL noch um viel und uns spielt das Ganze sicherlich nicht in die Karten.

In zwei Wochen geht es für die Wild Wings mit dem Heimspiel gegen Mannheim in der DEL weiter. Worauf wird es in den letzten drei Hauptrunden-Spielen besonders ankommen?

Wir dürfen auf keinen Fall das Nervenflattern bekommen und müssen ruhig bleiben. Wir müssen uns bewusst sein, wie wichtig diese Spiele sind, dürfen aber auch nicht zu viel riskieren. Dann klappt es auch.

Wie groß wäre die Enttäuschung, falls die Playoffs ohne die Schwenninger Wild Wings stattfinden?

Das wäre ein brutaler Rückschlag. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken, weil ich fest davon ausgehe, dass wir die Playoffs erreichen.

Nach Ihren 41 DEL-Partien in dieser Saison warten Sie noch immer auf das erste Spiel ohne Gegentor. Wie sehr wurmt das?

Ein paar Chancen waren ja bereits da. Leider hat es noch nie mit dem Shut-Out geklappt. Irgendwie ist immer was Blödes dazwischen gekommen. Allerdings sind die Punkte fürs Team das Entscheidende und nicht ein persönlicher Erfolg.

Im letzten Spiel vor der Olympia-Pause haben die Wild Wings gegen Berlin von neun Überzahlspielen nicht ein einziges genutzt. Was denkt ein Torhüter, wenn so viele Chancen ausgelassen werden?

Das war schon etwas ärgerlich. Power-Play läuft bei uns in dieser Saison einfach nicht gut. Technisch hat die Mannschaft aber auf jeden Fall das Zeug für eine bessere Quote. Deshalb ist auch schwer zu sagen, warum es nicht klappt.

Sie sind abseits der Eisfläche sozial engagiert und unterstützen zwei schwer kranke Jungs aus Gütenbach. Wie kam es dazu?

Der Vater der beiden hat mich angeschrieben und mir die Situation der Familie geschildert. Ich habe schon in meiner Zeit in Straubing für die Palliativ-Hilfe etwas gemacht. Ich versuche einfach in der Region, in der ich spiele, etwas zurückzugeben.

Aktuell läuft durch Ihre Initiative im Internet eine Versteigerung zu Gunsten der zwei Jungs. Was können die Eishockey-Fans ersteigern?

Ein Original-Spielertrikot von mir und zudem noch etwas ganz Besonders. Mein Manager Sana Hassan gab mir ein handgemaltes und signiertes Bild mit dem besten Spieler aller Zeiten, Wayne Gretzky, und dem besten Verteidiger aller Zeiten, Paul Coffey. Das ist schon etwas sehr Außergewöhnliches und ich hoffe, die Versteigerungen bringen viel Geld ein für die beiden Jungs.

Fragen: Christof Kaltenbach

Charity-Auktion

Dustin Strahlmeier unterstützt die beiden schwer kranken Kinder Marcel und Benny Fritschi aus Gütenbach. Aktuell gibt es auf der Internet-Auktionsplattform ebay zwei Versteigerungen. Dabei kann ein Original-Spielertrikot von Strahlmeier sowie ein handgemaltes und signiertes Bild mit den Eishockey-Legenden Wayne Gretzky und Paul Coffey ersteigert werden. (kat)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
SERC Wild Wings: Im SÜDKURIER-Themenpaket zu den Schwenninger Wild Wings finden Sie alle Berichte, Bilder und Videos zum Thema - alle Spiele, alle Spielerwechsel und Nachrichten rund um den Eishockey-Club, der 2013 nach zehn Jahren in der zweiten Liga wieder in die DEL zurückgekehrt ist.

Zur aktuellen Tabelle
Alle SERC-News im RSS-Feed
% SALE bei SÜDKURIER Inspirationen %
Neu aus diesem Ressort
Regionalsport Schwarzwald
Regionalsport Schwarzwald
Regionalsport Schwarzwald
Regionalsport Schwarzwald
Regionalsport Schwarzwald
Regionalsport Schwarzwald
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren