Regionalsport Schwarzwald SV Geisingen geht vom Aufstieg aus

Rückblick auf die Bezirksliga-Hinrunde. Spannung im Auf- und Abstiegskampf

Fußball-Bezirksliga: Die erste Hälfte der Bezirksliga-Saison 2017/2018 verspricht Spannung in den Entscheidungen um Auf- und Abstieg. Während sich ein Quintett noch berechtigte Hoffnung auf einen der ersten beiden Plätze machen darf, geht es für sechs Vereine nur darum, den Abstieg in die Kreisliga zu vermeiden. Mit fast vier Toren im Schnitt treffen die Mannschaften besser als im Vorjahr. Mit rund 170 Zuschauern bleibt der Schnitt auf einem konstanten Niveau.

Nach sieben Punkten aus den ersten fünf Spielen dachten wohl nur die Wenigsten, dass der SV Geisingen nach der Hinrunde von der Tabellenspitze grüßt. Eine Serie aus neun Siegen und einem Remis spülte die Mannschaft von Marijan Tucakovic im Rennen um den Aufstieg an die erste Stelle. „Ich bin hochzufrieden mit der Hinrunde. Mittlerweile gehe ich vom Aufstieg aus, die ersten Vorbereitungen laufen langsam an“, bestätigt der Spielertrainer, der aber auch vor Selbstzufriedenheit warnt. „Es geht nicht von alleine. Die ersten vier Verfolger haben alle noch gute Chancen, uns zu ärgern.“

Nur einen Punkt weniger, dafür ein Spiel mehr hat der FC Pfaffenweiler. Dort setzt sich die kontinuierliche Entwicklung der jungen Mannschaft fort. Patrick Anders, der vor der Saison als Spielertrainer übernahm, ist vom bisherigen Saisonverlauf sehr angetan. „Wir haben die beste Offensive und daneben die stabilste Abwehr. Das macht mich besonders zufrieden. Platz zwei ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Wir wollen nicht von Aufstiegskampf sprechen, sondern so lange wie möglich oben dranbleiben und die noch größeren Favoriten um den Titel ärgern.“ Diese sind für Anders der FC Gutmadingen und der SV Geisingen.

Als Landesliga-Absteiger ging der FC Gutmadingen als einer der Topfavoriten auf den Aufstieg in die neue Saison. Mit 34 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Heinz Jäger zwar nur einen Zähler hinter der Spitze, hat aber keine Nachholspiele in der Hinterhand. „Nach einem Abstieg ist es schwer, sich in der neuen Liga zu etablieren. Das ist uns gut gelungen. Bei drei unserer fünf Niederlagen waren wir klar die bessere Mannschaft. Pech und Unvermögen sorgten dafür, dass wir zu wenige Punkte haben“, erklärt Jäger. Zudem ist seine Mannschaft in der Offensive von Toptorjäger Manuel Huber (17 Treffer) abhängig. Jäger: „Wir haben auch andere gute Stürmer, die Tore schießen können.“

Mit erst 15 Gegentoren in genauso vielen Spielen verfügt der FC Hochemmingen über die beste Defensive der Liga. „Das ist ein sehr großer Faktor für unseren Erfolg. Die stabile Abwehr wirkt sich auch auf unsere Offensive aus“, erklärt Trainer Mario Maus, der insgesamt positiv auf sein persönlich erstes Halbjahr auf dem Trainerstuhl zurückblickt. „Wir müssen noch cleverer werden, dann ist mit dieser Mannschaft noch sehr viel möglich. Vom Aufstieg wollen wir aber nicht reden.“ Sollte die Defensive des Tabellenvierten weiterhin wenig zulassen und die Angreifer noch effektiver werden, ist der FC Hochemmingen ein Geheimfavorit im Aufstiegsrennen.

Der FC Königsfeld macht es gerne spannend. Zehn der bisherigen 14 Spiele endeten mit nur einem Tor Unterschied. Die Mannschaft von Trainer Jörg Holik hat von allen Spitzenmannschaften noch die meisten Nachholspiele in der Hinterhand und kann somit noch Boden gutmachen. Jedoch ist die Tordifferenz der Königsfelder die niedrigste aller Topteams. Einer stabilen Defensive (23 Gegentreffer) steht eine mit 33 Treffern eine vergleichsweise zurückhaltende Offensive gegenüber. Für Königsfeld wird wichtig sein, dass die Mannschaft neben Torjäger Aleksandar Novakovic (bisher elf Tore) noch weitere Knipser hervorbringt. Dann hat der Tabellenfünfte gute Chancen, die Teilnahme an der Relegation zu wiederholen.

Nahezu die gleiche Bilanz gegenüber der Vorsaison weist der FV Tennenbronn auf. Mit 27 Punkten und Platz sechs hat die Mannschaft des neuen Trainers Carmine Italiano keine Abstiegssorgen. Aufstiegsträume hat der Trainer jedoch auch nicht. „Ich fühle mich beim FV Tennenbronn mit unserem Abschneiden sehr wohl. Zwei, drei Punkte mehr wären sicher möglich gewesen. Wir müssen uns vor allem in den Heimspielen weiter verbessern“, analysiert Italiano. Das Ziel für die Rückrunde sei es, auf die ersten vier Plätze vorzurücken.

Für viele überraschend steht die DJK Donaueschingen II auf Platz sieben. Der Aufsteiger hat sich mit seiner spielerisch starken Mannschaft in der Liga behauptet und sollte in dieser Saison den Klassenerhalt problemlos erreichen. Die 33 bisher erzielten Tore verteilen sich auf viele verschiedene Schultern. Der beste Torschütze der Allmendshofener, Peter Eibisch, hat gerade einmal fünf Treffer auf dem Konto. Zudem punktet die Mannschaft von Trainer Erich Thurow mit einer fairen Spielweise, was Platz zwei in der Fairnesstabelle belegt.

Die vorerst letzte Hinrunde als Trainer absolvierte Nils Boll mit dem TuS Bonndorf. Boll wird aus beruflichen Gründen sein Amt an den bisherigen Assistenten Björn Schlageter abgeben. „Da ich wusste, dass mit Björn ein guter Mann weitermacht, habe ich keine Bedenken hinsichtlich der Rückrunde. Hätte der Verein einen fremden Trainer engagiert, wäre ich wohl noch bis zum Sommer geblieben“, erklärt Boll den Zeitpunkt seines Rücktritts. Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der scheidende Trainer zufrieden, muss aber Punkte in der B-Note abziehen. „Gerade gegen Mannschaften aus dem vorderen Drittel haben wir auswärts sehr gut gespielt. Auf der anderen Seite haben wir zu viele Punkte unnötig liegengelassen“, moniert Boll. Einen Angriff auf das obere Drittel hält er nicht für ausgeschlossen. „Eine Abschlussplatzierung zwischen fünf und acht sollte das Ziel sein und ist auch gut möglich.“

Ähnlich lautet die Zielsetzung beim FC Dauchingen. Trainer Uli Bärmann ist mit den 22 Punkten zwar zufrieden, sieht aber noch Luft nach oben. „Der ein oder andere Punkt war sicher noch drin. Wir sind nur in zwei Spielen klar unter unserem Leistungsniveau geblieben. Wir müssen unsere Chancen besser nutzen und dürfen keinesfalls in die gefährliche Zone durchgereicht werden. Ich hoffe auf einen Platz weiter oben in der Tabelle.“

Mit zuletzt drei Siegen aus drei Spielen bescherte sich der FV Marbach ruhige Feiertage. Anstatt im Tabellenkeller befindet sich der Aufsteiger nun mit Platz zehn im Mittelfeld. Der Weg soll weiter nach oben führen, wenn es nach Trainer Michael Henseleit geht. „Ich glaube, dass wir eine gute Rückrunde spielen werden. Unser Ziel ist es, noch den ein oder anderen Platz nach oben zu klettern.“ Die hohe Erwartungshaltung an die Marbacher – mit 80 Punkten aufgestiegen und vor der Saison namhafte Neuzugänge dazugewonnen – sorgte offenbar für einen Stolperstart. „Gerade am Anfang haben wir oft einen Vorsprung verspielt. Wir haben uns vor allem kämpferisch gesteigert und können mit den oberen Mannschaften mithalten“, fügt Henseleit an.

Seit sechs Spielen ist der SV Hölzlebruck ungeschlagen und hat dabei drei Siege eingefahren. Dadurch hat sich die Mannschaft von Trainer Andreas Binder Luft im Abstiegskampf verschafft. „Wir haben sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsrang. Das ist keineswegs ein beruhigender Vorsprung. Wir sind uns bewusst, dass wir den Blick ständig nach hinten richten müssen“, warnt Binder. Laut seiner Rechnung müssten die Hölzlebrucker die Hinrunde nochmals wiederholen, damit sie auf der sicheren Seite stehen. „Ich schätze, dass 36 Punkte für den Klassenerhalt reichen.“ Ligaspitze sind die Hochschwarzwälder in der Fairnesstabelle.

Schon tiefere Sorgenfalten müssten die Anhänger des SV/TuS Immendingen haben. Wie im Vorjahr geht es auch in der aktuellen Spielzeit nur um den Klassenerhalt. Trainer Kadir Ibis hat mit Marcel Winkler (neun Tore) und Atila Yüce (sieben) gefährliche Angreifer in seinen Reihen, die Defensive lässt aber mit 37 Gegentoren noch zu viel zu. Die gesamte Saison der Immendinger ist vom Abstiegskampf geprägt. Nie war der SV/TuS besser als Platz zehn. Ein Pluspunkt ist jedoch, dass das Torverhältnis mit minus sechs klar besser ist als das der direkten Konkurrenten.

Bis zum neunten Spieltag sah der bis dahin punktlose FC Brigachtal schon früh als sicherer Absteiger aus. Doch dann führte der nach dem fünften Spiel neu installierte Trainer Werner Bucher die Wende herbei. Vier Siege und ein Remis stehen sechs Niederlagen gegenüber – eine Tendenz, die für den Klassenerhalt locker ausreichen würde. Trainer Werner Bucher ist mit seiner Ausbeute nicht ganz zufrieden. „Ich habe mit 15 Punkten bis zur Pause gerechnet, nun sind es 13. Wir haben mit einem neuen System vor allem taktisch einen Schritt nach vorne gemacht. Ich hoffe, dass wir von Verletzungen verschont bleiben, dann gehe ich guter Dinge in die Rückserie.“ Vor allem die Defensive ist Buchers Baustelle Nummer eins. Mit 49 Einschlägen hat Brigachtal die anfälligste Hintermannschaft der Liga.

Aufsteiger SG Riedöschingen/Hondingen schien in der neuen Liga wenig Anlaufschwierigkeiten zu haben. Bis zu Spieltag acht lag die Spielgemeinschaft mit Platz neun auf einem gesicherten Mittelfeldplatz. Doch dann folgten eine Horrorserie mit sieben Niederlagen am Stück und der Absturz auf den Relegationsrang 14. Zudem musste der Bezirksliga-Neuling den Rücktritt von Trainer Gerd Hanser nach dem vierten Spieltag hinnehmen. Björn Werhan, der danach als Spielertrainer übernahm, fuhr in den nachfolgenden elf Spielen nur neun Punkte ein. Gemeinsam mit Überauchen stellt die SG mit 19 Toren die schwächste Offensive.

Nach einem ordentlichen Saisonstart und Platz acht nach vier Spielen folgte beim SV Überauchen die Talfahrt. Mit neun Punkten belegt die Mannschaft von Trainer Frank Albrecht den zweitletzten Platz im Klassement. Die Tordifferenz verdeutlicht die beiden größten Schwachstellen des SVÜ. Mit 40 Gegentoren klingelt es am zweithäufigsten. Dem gegenüber steht eine harmlose Offensive – 19 Tore bedeuten Ligatiefstwert. „Wir hatten großes Verletzungspech. Ständig fehlten uns acht bis neun Stammkräfte. Wer aber 40 Gegentore kassiert, steht zu Recht im Keller. Die Mannschaft ist intakt, wir hoffen auf eine starke Rückrunde“, betont Trainer Albrecht.

Die rote Laterne hängt in diesem Jahr am Weihnachtsbaum der SG Riedböhringen/Fützen. Zwar stehen bislang nur zwei Siege und acht Punkte auf der Habenseite, dennoch ist das rettende Ufer mit fünf Punkten Rückstand noch in Sicht. „Wir können der Tabellensituation natürlich nicht zufrieden sein. Zwar hatten wir vor der Saison einen Umbruch eingeläutet, einen derartigen Negativlauf haben wir allerdings nicht erwartet“, beschreibt Trainer Frank Berrer die Lage bei der Spielgemeinschaft. Vor allem die Chancenverwertung sei das größte Manko. „Wir hatten in den meisten Spielen ein Chancenplus. Uns fehlte jedoch die Qualität in den Abschlüssen“, so Berrer. Hoffnung machen indes die Langzeitverletzten, die zur Rückrunde wieder zur Mannschaft stoßen werden.

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