Regionalsport Schwarzwald Günter Hirsch: "Wie der AC Mailand der neunziger Jahre“

Rückblick auf bisherige Saison in der Kreisliga A 1. FC Fischbach überwintert auf Rang eins

Fußball-Kreisliga A, Staffel 1: Punktgleich mit 38 Zählern führen der FC Fischbach und die DJK Villingen II die Staffel an. Fischbach hat jedoch zwei Spiele weniger als der Konkurrent absolviert und somit einen Vorteil in der Hinterhand. Die halbe Liga muss indes um den Klassenerhalt zittern, da nach der Saison die Staffel von 16 auf 15 Mannschaften reduziert wird.

Am vierten Spieltag übernahm der FC Fischbach die Tabellenspitze, die nur am vorletzten Spieltag, auch wegen eines Spielausfalls, abgegeben wurde. Fischbach schießt wenig Tore (31), lässt aber auch mit erst neun Gegentoren kaum etwas zu. „Die Tabelle erfreut uns natürlich, ist aber nur eine Momentaufnahme. Ich bin mir sicher, dass da andere Teams noch an uns rankommen werden“, warnt Trainer Günter Hirsch vor Euphorie. Wegen der wenigen Tore sieht Hirsch seine Elf „als AC Mailand der neunziger Jahre“. Er weiß, dass es schwer wird, die Führung zu verteidigen. Doch genau das ist das Ziel der Fischbacher, die sich für die Rückrunde mit dem 17-jährigen Sturmtalent Lukas Zahel vom SV Zimmern verstärken. Weitere Zugänge sollen folgen.

Eine ganz starke Saison spielt bisher die DJK Villingen II. Die Elf von Trainer Adrian Schade verfügt über eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Spielerisch legte die Elf deutlich zu. Beeindruckend ist die Heimbilanz mit 25 von 27 möglichen Punkten. Die 44 erzielten Tore werden von keinem Konkurrenten überboten, woran Patrick Haas mit 15 Treffen großen Anteil hat. Bereits in der vergangenen Saison spielte die DJK eine gute Vorrunde. Daran gilt es im Frühjahr anzuknüpfen. Platz eins belegt die Elf zudem in der Fairnesstabelle.

Mit Tolga Sözer (19 Treffer) stellt der FC Weilersbach den besten Torjäger. Ab dem achten Spieltag hat die Elf von Trainer Nunzio Pastore den dritten Platz inne. Nach Platz vier in der vergangenen Saison ist nun mehr möglich, doch zu Fischbach fehlen aktuell bereits neun Punkte. Zumindest im Kampf um Platz zwei sollte Weilersbach mitmischen. Die Qualität hat die Mannschaft. Auf eigenem Platz ist Weilersbach noch ungeschlagen.

Vor der Saison galt der amtierende Vizemeister NK Hajduk VS als einer der Titelfavoriten. Hajduk fand, auch wegen personeller Sorgen, schwer in die Saison und war nie besser als Platz vier. Vorletzter ist Hajduk in der Fairnesstabelle. Wie beim FC Schonach II gab es in den Spielen von Hajduk noch kein Unentschieden. Bedenklich ist die Zahl der Gegentreffer von über zwei pro Spiel. Bei 14 Punkten Rückstand auf Platz eins scheint der Zug nach ganz oben bereits ohne Hajduk abgefahren zu sein.

Aufsteiger SG Vöhrenbach/Hammereisenbach verstand es gut, die Aufstiegseuphorie mit in die Saison zu nehmen. „Wir wollten alles versuchen, um mit 20 Punkten zu überwintern. Jetzt sind es sogar 24 und alle sind zufrieden“, sagt Trainer Franz Ratz. Ganz überraschend kommt die gute Platzierung für ihn nicht. „Ich wusste, dass wir als Mannschaft einiges drauf haben. Wir mussten uns dennoch jeden Punkt hart erkämpfen“, ergänzt Ratz, der die viertbeste Auswärtself betreut. Nur das negative Torverhältnis (30:31) passt nicht so recht ins Bild. Zuletzt ging der Elf die Puste aus. Aus drei Partien gab es nur einen Zähler.

Die ersten drei Spieltage führte der SV Rietheim das Klassement an. Dann ging es bergab. Trainer Rafael Zimmermann betreut die zweitfairste Mannschaft der Staffel, die zudem mit erst 20 kassierten Toren die zweitbeste Abwehr der Staffel hat. Nach Platz sieben und 44 Punkten in der vergangenen Saison, ist Rietheim mit aktuell 23 Punkten auf einem guten Weg, eine ähnliche Runde zu spielen. Geschafft hat es Zimmermann, die löchrige Abwehr mit zuletzt 60 Gegentreffern zu stabilisieren. Rietheim hat noch drei Spiele nachzuholen und alle Chancen, die Bilanz aufzubessern.

Neben dem NK Hajduk wurde auch der VfB Villingen vor der Saison als Titelkandidat gehandelt. Das hatte sich indes frühzeitig erledigt, denn erst am siebten Spieltag verließ der VfB einen Abstiegsplatz. Der schwache Saisonstart minderte alle Hoffnungen. „Ich bin mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden. Wir haben zu viele Baustellen. Nach ganz oben wird es nicht mehr reichen. Deshalb lautet unser Ziel, eine bessere Abschlussplatzierung als in der vergangenen Runde zu erreichen“, sagt Trainer Tino Szarmach. Vergangene Saison war der VfB Fünfter. Nach unten macht sich Szarmach keine Gedanken. „Es wäre fatal, müssten wir um den Klassenerhalt zittern.“

Mit Platz acht schloss der FC Kappel die vergangene Saison ab und aktuell steht die Elf von Trainer Kai Bommer wieder auf Rang acht. Sechs Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber, bei 30:31 Toren. „Wir hoffen auf die Rückkehr von einigen länger verletzten Spielern. Wichtig ist mir, dass wir konstanter spielen. Wir hätten gut sechs Punkte mehr haben können“, resümiert Bommer. Er warnt davor, sich in Sicherheit zu wiegen. Bommer: „Ab Platz fünf darf sich keiner sicher sein. Da werden möglicherweise auch Kleinigkeiten entscheidend sein.“

Aufsteiger FC Schonach II stand bisher nie auf einem Abstiegsplatz und wird von vielen Trainern als sehr spielstark eingeschätzt. Die Elf um Trainer Robin Kienzler erlebte schon alle Extreme. Vom 8:0-Sieg gegen die SG Buchenberg bis zum 0:7 gegen Weilersbach binnen einer Woche. Der Neuling hat die Marke von 20 Punkten geknackt und besitzt gute Chancen, länger als nur eine Saison in der Liga zu spielen, was als Unterbau der Landesliga-Elf auch angestrebt wird. In der Auswärtstabelle stehen die Schonacher indes auf dem letzten Tabellenplatz.

Als die SG Buchenberg/Neuhausen am 13. Spieltag auf den vorletzten Platz durchgereicht wurde, zogen dunkle Wolken auf. Mit drei Siegen aus den vergangenen vier Partien hat die Elf von Trainer Hannes Feucht die Ausgangslage deutlich verbessert. „Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass es für uns alle um den Ligaerhalt geht. Da uns nach der Winterpause wieder drei Spieler aus unterschiedlichen Gründen wegbrechen, kann es nur diese eine Zielsetzung geben“, so Feucht. Er hat auch bei Rückschlägen, wie dem 0:8 in Schonach, immer an die Mannschaft geglaubt. Um eine weitgehend ruhige Rückrunde zu spielen, setzt Feucht auf konstante Leistungen. Dann sollte das Ziel erreichbar sein.

Mit erst14 absolvierten Spielen war der FC Tannheim gemeinsam mit Neukirch besonders von den Spielausfällen betroffen. Dennoch hat die Mannschaft von Trainer Christoph Raithel schon die Hälfte der Punkte, die sie in der vergangenen Saison eingefahren haben. Damals reichte es bekanntlich zum Klassenerhalt. Nichts anderes als das ist auch in dieser Spielzeit oberste Devise. Nach dem siebten Spieltag war Tannheim noch Letzter, wenige Wochen später bereits auf Rang sieben. In der engen unteren Tabellenhälfte kann ein Absturz auf den Abstiegsrang genauso schnell gehen wie die Befreiung aus dem Keller.

Zahlreiche Spielerabgänge musste der FC Schönwald nach dem Abstieg aus der Bezirksliga kompensieren. Vor allem junge Spieler schlossen die Lücken. Schönwald will wieder eine Mannschaft für die Zukunft aufbauen. Trainer Alexander Schätzle sah starke Auftritte, aber auch (einkalkulierte) Rückschläge. Von allen Teams der zweiten Tabellenhälfte hat Schönwald das beste Torverhältnis (28:28). Bei bis zu vier Absteigern wird auch Schönwald noch länger zittern müssen.

Nach zuletzt vier dritten Abschlussplatzierungen ging es für den FC Triberg von allen Kreisligisten am weitesten in der Tabelle nach unten. Im Sommer gab es einen Trainerwechsel und mehrere Spieler haben den Verein verlassen, darunter die Holzapfel-Brüder, die zum Landesligisten FC Furtwangen wechselten. Der Neuaufbau unter Trainer Joachim Wälde ist schwierig und steinig. Gern werden sich die Triberger an den 6:3-Erfolg gegen Hajduk erinnern, aber es gab andere Extreme, wie das 0:7 in Weilersbach.

Vor zwölf Monaten spielte der damalige Aufsteiger FC Peterzell eine ganz starke Vorrunde. Davon war die Elf diesmal meilenweit entfernt. Erst mit drei Siegen aus vier Spielen zum Abschluss verbesserte sich das Bild. „Unser Kader war nie komplett und viele Spieler der zweiten Mannschaft mussten aushelfen. Die Niederlagen kosteten Selbstvertrauen, obwohl die Stimmung in der Kabine immer gut war“, resümiert Trainer Giovanni Mercuri. Er betont zudem: „Ich hatte trotz der unbefriedigenden Situation immer die Rückendeckung der Vereinsführung. Wir waren und sind überzeugt, die Klasse zu halten“, gibt sich Mercuri zuversichtlich.

Die erwartet schwere Saison spielt Aufsteiger SV Nußbach. Zwar stand die Elf von Trainer Richard Dittrich zu Saisonbeginn einmal auf Rang sechs, doch danach nur noch in der unteren Tabellenhälfte. Obwohl sich alle Konkurrenten vor dem kleinen Platz in Nußbach fürchten, gelangen der Heimmannschaft nur drei Siege. Die 30 erzielten Tore dürfen sich im Vergleich zu den Tabellennachbarn sehen lassen, aber 42 Gegentreffer sind zu viel. „Für uns geht es nur um den Klassenerhalt. Alles andere wäre vermessen“, sagte Dittrich vor der Saison. Diese Aussagen haben weiterhin Bestand.

Mit zwei Spielen im Rückstand hängt bei den Sportfreunden Neukirch die Rote Laterne am Weihnachtsbaum. Die Mannschaft von Trainer Udo Glander hat die bisher wenigsten Tore (18) erzielt. „Wir haben einen Verjüngungsprozess eingeleitet, der alternativlos ist und den wir weiterhin gehen. Wir haben Vertrauen in unsere jungen Spieler. Der Findungsprozess dauert etwas länger als erwartet, aber wir werden es schaffen“, sagt Spielausschussvorsitzender Thilo Bärmann. Ziel der Neukircher wird es sein, „vier Mannschaften hinter uns zu lassen.“

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