Regionalsport Schwarzwald FC 08 Villingen: Spieler tanzen vor Freude durch den Regen

Nullachter so gut wie in der Relegation. Planungen für Aufstiegsspiele haben begonnen

Fußball-Oberliga: Der Jubel war riesig am Mittwochabend, als der 1:0-Sieg des FC 08 Villingen in Neckarsulm feststand. Ausgelassen tanzten die Akteure durch den Regen. Sie hatten auch allen Grund dazu: Selbst wenn Konkurrent SGV Freiberg am Samstag in Spielberg gewinnen sollte, reicht den Nullachtern in ihrem letzten Heimspiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Weinheim ein Unentschieden, um bei der Aufstiegsrunde zur Regionalliga dabeizusein. „Das lassen wir uns nicht mehr nehmen“, sagte Defensivspezialist Dragan Ovuka nach dem verdienten „Dreier“. In der ersten Halbzeit spielten die Villinger den Gastgeber in Grund und Boden, ließen aber im Abschluss die notwendige Präzision vermissen. Einmal mehr war es FC 08-Kapitän Benedikt Haibt, der elf Minuten vor dem Ende das Tor des Tages erzielte und in einer Jubeltraube verschwand. „Ich bin sehr erleichtert, der große Druck für die Liga ist jetzt erstmal weg“, sagt Trainer Jago Maric.

Stress: Dafür baut sich allmählich die Spannung für das Pokalfinale am Pfingstmontag, 14.30 Uhr, in Lahr gegen den SV Linx auf. „Seit Mittwochabend, 20.50 Uhr, richtet sich unser Fokus auf den Pokal“, sagt Villingens Sportlicher Leiter, Mario Ketterer, der sich über mangelnde Arbeit seit seinem Amtsantritt nicht beklagen kann. Pokal, Oberligarunde, nun wohl bevorstehende Aufstiegsspiele und Vertragsverhandlungen – das Team hinter dem Team ist im Stress. Und am Montagabend, möglichst mit dem Südbadischen Pokal in Händen, gehen die Gedanken wieder in Richtung Liga. So hat man sich bereits mit möglichen Gegnern in der Aufstiegsrunde befasst, Videomaterial zu potenziellen Gegnern organisiert und beobachtet und Pläne geschmiedet. Selbst eingefleischte Skeptiker sind sich mittlerweile sehr sicher, dass sich der Verein die Chance zur Aufstiegsrunde nicht entgehen lässt.

Mögliche Gegner: Klar ist: Der FC 08 würde am Sonntag, 3. Juni, und am Mittwoch, 6. Juni, in die Dreier-Aufstiegrunde zur Regionalliga eingreifen, aus der nur der Erste aufsteigt. Zuvor, am 31. Mai, spielt der Vizemeister der Hessenliga gegen den Zweiten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. In Hessen nimmt nach derzeitigem Stand der TSV Lehnerz an dieser Runde teil. Pikant: Die Lehnerzer brauchen dafür aus den verbleibenden zwei Oberliga-Spielen noch zwei Punkte und treten am Samstag gegen den Lokalrivalen Borussia Fulda an, gegen jenen Verein, mit dem man nach der Runde eine „SG Barockstadt Fulda Lehnerz“ bilden wird. Ein Interessenskonflikt, bei dem der fünf Punkte zurückliegende Konkurrent aus Alzenau Unheil wittert: Schließlich seien auf Borussia-Seite mehrere Akteure, die großes Interesse an einem Lehnerz-Aufstieg hätten, weil sie dann nächstes Jahr in der Regionalliga spielen könnten. Die Partie steht nun unter Aufsicht.

Setzt sich Lehnerz, wie zu erwarten, als Vizemeister in Hessen durch, trifft der Club am 31. Mai zu Hause entweder auf den FK Pirmasens oder auf den 1. FC Kaiserslautern II als Vertreter von Rheinland-Pfalz/Saar. Gewinnt der hessische Club diese Begegnung, müsste der FC 08 am 3. Juni zuerst nach Pirmasens beziehungsweise Lautern, um dann am 6. Juni ein Heimspiel gegen den hessischen Vertreter zu haben. Andernfalls träfen die Nullachter am 3. Juni zu Hause auf die Hessen und müssten am 6. Juni zum Südwest-Zweiten reisen. Spontaneität ist also gefragt bei den Villingern – auf dem Platz und im Umfeld. Mario Ketterer sieht es so: „Wir haben jetzt geschätzte acht Englische Wochen hintereinander irgendwie hinbekommen. Da werden wir es auch schaffen, das zu organisieren.“

Optimismus: Der FC 08 geht auf jeden Fall die nächsten Aufgaben voller Optimismus an. Dies auch, weil sich die personelle Situation weiter entspannt. „Wir haben nun wieder die notwendige Breite im Kader“, freut sich Ketterer. Tobias Weißhaar, der in Neckarsulm geschont wurde, ist wohl bereits am Montag im Pokalfinale wieder eine Option. Ein großes Fragezeichen steht hingegen weiter hinter Cristian Giles, der zum Saisonende nach Reutlingen wechselt. „Wir haben aber die letzten Spiele auch ohne ihn erfolgreich bestritten“, so Ketterer. Ob es für Verteidiger Manuel Stark bis Montag reichen wird, bleibt abzuwarten. Für die möglichen Aufstiegsspiele rechnet man aber wieder mit dem Defensivmann. Mit Damian Kaminski und Frederick Bruno stehen weitere Alternativen zur Verfügung. Auch Nedzad Plavci ist nach seiner Sperre wieder stark wie eh und je, auch wenn er noch nicht getroffen hat. Seine Zukunft sieht der Sürmer nun wohl eindeutig beim 1. FC Rielasingen-Arlen, mit dem er sich vor wenigen Tagen aussprach. Ketterer: „Wir freuen uns auf die letzten Spiele von Nedzad Plavci im Nullacht-Trikot, planen aber für kommende Saison ohne ihn.“

Atmosphärische Störungen: Während die TSG Balingen (Oberliga Baden-Württemberg), der SC Hessen Dreieich (Hessenliga) und der FC Homburg (Rheinland-Pfalz/Saar) bereits als jeweilige Meister ihrer Oberligen den Aufstieg in die Regionalliga sicher haben, muss der vierte Aufsteiger noch per Dreier-Relegation gefunden werden. Apropos Balingen: Nicht gut kamen im Villinger Lager die Passagen der TSG-Aufstiegsfeierlichkeiten an, in denen ein Balinger Spieler den FC 08 mit Schmähgesängen überzog. Der Verein hat sich inzwischen via Facebook entschuldigt, was Mario Ketterer begrüßt: „Ich fand die Aktion dennoch daneben und finde sie auch jetzt noch nicht gut“, so Ketterer. Gleichwohl wolle er nicht nachkarten, weil da offensichtlich dem ein oder anderen die Emotionen durchgegangen seien. Fest stehe: „Wenn wir aufsteigen oder den Pokal gewinnen sollten, freuen wir uns ausgelassen und beschäftigen uns nicht mit anderen Teams.“ Man habe derzeit aber ohnehin so viel zu tun, dass keine Zeit dafür bleibe, sich darüber groß aufzuregen. „Was viel wichtiger ist: Unser ganzer Verein ist in Aufbruchsstimmung. Ich bin guter Dinge, dass der FC 08 Villingen den Menschen in der Region in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten wird“, blickt Ketterer zuversichtlich nach vorn.

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