Regionalsport Schwarzwald "Eishockey gehört zu meinem Leben"

Petteri Väkiparta arbeitet seit fast drei Jahren als Co-Trainer bei den Schwenninger Wild Wings

Eishockey: Der Mann rückt nur selten in den Blickpunkt und ist dennoch eine Schlüsselfigur im Team der Schwenninger Wild Wings. Ob an der Seite von Helmut de Raaf oder Pat Cortina – seit nunmehr fast drei Jahren unterstützt Co-Trainer Petteri Väkiparta den jeweiligen Cheftrainer am Neckarursprung. In dieser Funktion macht der Finne einen richtig guten Job.

„Wir haben Hunger“, schallt es in den Presseraum der Helios-Arena. Manager Jürgen Rumrich steckt den Kopf zur Tür herein und erinnert daran, dass der nächste „Termin“ eigentlich schon länger ansteht. Petteri Väkiparta bleibt gelassen und redet weiter. Er spricht gerne über Eishockey. Der Co-Trainer der Wild Wings ist bei diesem Thema ganz und gar nicht der typisch wortkarge Finne. Väkiparta hat eine Menge zu erzählen. Wie aus dem Lehrbuch philosophiert der 40-Jährige über Voraussetzungen, Ideen und über das Team.

Seit 2015 arbeitet Väkiparta als Mitglied des Trainerteams beim SERC, ohne sich ins Rampenlicht zu drängen. Er kam gemeinsam mit dem damaligen Cheftrainer Helmut de Raaf an den Neckarursprung und hatte zuvor schon einige Jahre mit dem ehemaligen Nationaltorhüter in Mannheim gearbeitet. Man kannte sich und ist auch heute noch gut befreundet. Gerade erst war Väkiparta mit seiner Familie in Salzburg, auch um de Raaf zu besuchen. Dieser zeigte ihm seinen neuen Arbeitsplatz, die Red Bull-Akademie, das modernste Nachwuchszentrum Europas. Ohne Eishockey geht es selbst im Urlaub nicht. „Aber wir haben uns auch die Stadt angeschaut. Salzburg ist wirklich sehr schön“, sagt Väkiparta lächelnd.

Der schnelle Kufensport war schon immer ein wichtiger Teil in Väkipartas Leben. Im Alter von sechs Jahren begann er selbst zu spielen, schaffte es bis in die zweite finnische Liga. „Zu mehr hat es nicht gereicht“, berichtet der Mann aus Heinola im Süden Finnlands. „Das habe ich zum richtigen Zeitpunkt gemerkt und mich anders orientiert.“ Die Trainerlaufbahn bot sich an. Nach dem dreijährigen Studium und sechs Jahren bei Mikkelin Jukurit folgte die erste Station in Deutschland bei den Jungadlern in Mannheim als Co-Trainer von Helmut de Raaf. Anschließend zog es den Ex-Profi zurück nach Finnland, wo er zwei Jahre bei den Espoo Blues in der ersten Liga als Assistant Coach unter Vertrag stand. Seit beinahe drei Jahren ist Väkiparta nun in Schwenningen und hat erst kürzlich für zwei weitere Spielzeiten unterschrieben.

Im Schwarzwald kann er genau das tun, was ihm als Trainer und Mensch wichtig ist. „Es ist fantastisch, Teil des Sports zu sein, den man seit seiner Kindheit liebt“, erklärt Petteri Väkiparta. „Ich darf das machen, was ich liebe und das ist eine Ehre. Man weiß ja nicht, was das Leben sonst bereit gehalten hätte. Eishockey gehört seit 34 Jahren zu meinem Leben, das ich mir ohne diesen Sport nicht vorstellen kann.“ Das Wichtigste ist dem Familienvater die Arbeit mit den Menschen. Väkiparta: „Wir sind nicht in erster Linie Trainer und Spieler, sondern Menschen. Jeder hat seine Meinung und seine Einstellung zum Leben und zur Arbeit. „Man muss miteinander in Kontakt kommen und zusammenfinden. Diese Beziehung muss so stabil sein, dass man auch seine Schwächen zeigen und an diesen arbeiten kann.“

Eine Philosophie, die das gesamte Trainerteam der Wild Wings vertritt, und eine gewisse Offenheit erfordert. Als Helmut de Raaf vor zwei Jahren überraschend Schwenningen verließ, stand auch der Co-Trainer vor einer neuen Herausforderung. Zum ersten Mal war Väkiparta in der Situation, den neuen Chefcoach nicht zu kennen und nicht zu wissen, was ihn erwartet. „Ich habe mir überlegt, ob ich ein bisschen herumtelefonieren soll, um etwas über Pat Cortina in Erfahrung zu bringen. Ich habe mich dafür entschieden, niemanden zu fragen. Ich war einfach ich selbst und ohne vorgefasste Meinung. Pat hat offensichtlich das Gleiche getan. Es hat schnell zwischen uns gepasst.“

Tatsächlich scheinen Chef und „Co“ gut zusammenzupassen. Dazu kommen mit Torwarttrainer Ilpo Kauhanen und Manager Jürgen Rumrich zwei weitere Bausteine eines offensichtlich gut harmonierenden Teams. Das Quartett versteht sich als Gemeinschaft, die Hierarchie ist eher flach. Die Aufgaben werden geteilt, ohne allzu scharfe Grenzen. Eines aber ist klar: „Mein Job ist es, Pat so viele Informationen wie möglich zu liefern. Aber am Ende trifft Pat die Entscheidung“, sagt der Assistent. Dass dieser Prozess oft von kontroversen Diskussionen begleitet wird, gehört für die Coaches und den Manager ebenfalls dazu. Väkiparta: „Wir haben unterschiedliche Ansichten und reden über alles. Aber wenn wir aus unserem ‚Bunker‘ herauskommen, sind wir der gleichen Meinung. Dazu haben wir auch viel Spaß miteinander.“ Und das sicherlich nicht nur beim gemeinsamen Mittagessen.

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