Regionalsport Schwarzwald "Die Nationalität ist nicht entscheidend." Interview mit Wild Wings-Trainer Pat Cortina

In dieser Woche kehrt Wild Wings-Trainer Pat Cortina wieder nach Schwenningen zurück, um die Arbeit mit der Mannschaft aufzunehmen. Im SÜDKURIER-Interview spricht der 52-Jährige über den Kader und die Strategie, mit acht Ausländern in die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga zu starten.

Wie war der Urlaub mit der Familie?

Wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen. Wir haben vier Tage in Berlin verbracht und sind anschließend für eine Woche in die Toskana und ans Meer gefahren. Anschließend war ich noch ein paar Tage in Montreal.

Inzwischen ist der Kader der Wild Wings komplett. Ist es für Sie als Trainer okay, dass Schwenningen mit acht statt neun Kontingentspielern in die Saison geht?

Ja, für mich ist das so in Ordnung. Die Nationalität eines Spielers ist nicht entscheidend. Wesentlich wichtiger ist für mich, wie viel er für unsere Mannschaft einbringt und wie er arbeitet, um sich im täglichen Training stetig zu verbessern. Ich bin sehr zufrieden mit den Spielern, die wir im Kader haben und für ganz bestimmte Positionen vorgesehen sind.

Aber normalerweise sind die Kontingentspieler die Besten und tragenden Säulen in einem DEL-Team. Stimmen Sie dieser Meinung zu?

Vielleicht haben Sie recht. Auch wir haben einige sehr gute Spieler, sehr gute Ausländer und sehr gute deutsche Profis. Die erfolgreichen Teams in der DEL haben hervorragende Spieler, die nicht unter das Ausländer-Kontingent fallen.

Hätten sie als Trainer gerne einen neunten Ausländer im Team gehabt?

Es geht nicht darum, was ich mir wünsche, sondern um die Identität der Schwenninger Wild Wings. Es geht darum, wer wir sind und wer wir sein möchten. Am Ende der vergangenen Saison hatte ich gesagt, dass wir mehr Tiefe im Kader brauchen. Ich glaube, dass wir diese Tiefe auf den meisten Positionen jetzt haben. Ich mag die Geschichte mit acht, neun oder zehn Ausländern nicht. Es geht nur um das Team. Wir versuchen, die bestmögliche Mannschaft zu haben, die der Philosophie der Wild Wings gerecht wird. Und wir wollen diesen Spielern die Chance geben, auf dem Eis jene Rollen einzunehmen, für die sie geeignet sind. Nur so können sie sich zu wichtigen DEL-Spielern entwickeln. Was ich mir wünsche, sind gute Jungs, die stolz darauf sind, Wild Wings zu sein und jeden Tag wie echte Profis arbeiten. Da spielt es keine Rolle, woher sie kommen.

Fürchten Sie, dass die Zahl von acht Ausländern ein Handicap für das Ziel, die Playoffs zu erreichen, sein könnten?

Absolut nein. Und das darf später auch keine Entschuldigung sein.

Natürlich wäre es möglich, bereits in den ersten Tagen nach dem Saisonstart einen weiteren Ausländer zu verpflichten. In diesem Fall könnte dieser Profi allerdings die Vorbereitung nicht mit der Mannschaft zusammen absolvieren und die taktischen Abläufe nicht verinnerlichen. Wäre das ein großer Nachteil?

Nein, Eishockey bleibt Eishockey. Wenn ein Spieler fit ist und aktiv spielt, wird er sich schnell an ein neues Team anpassen. Man muss in der Geschichte der Wild Wings nicht weit zurückblättern, um Spieler zu finden, die später zur Mannschaft stießen und einen sehr positiven Einfluss auf das Team hatten. Im Übrigen habe ich als Trainer auch schon Profis erlebt, die vom ersten Tag an dabei waren und sich bis zum letzten Tag nicht in das Team integriert haben.

Haben Sie Verständnis dafür, dass viele Schwenninger Eishockey-Fans enttäuscht sind, weil die Wild Wings mit nur acht Ausländern in die Runde starten?

Ja, das kann ich verstehen. Aber ich hoffe, dass die Fans auch wissen, dass es bei uns nur um das Team geht und sie die Mannschaft unterstützen, egal, wer spielt. Ich könnte auch fragen, ob die Fans Verständnis dafür haben, dass wir enttäuscht sind, weil sie uns nicht vertrauen. Es wäre eine große Hilfe für die Mannschaft, wenn die Fans an uns glauben und dies auch zeigen – so wie in der vergangenen Saison. Lasst uns wenigstens abwarten, bis die Runde beginnt und der Tag kommt, an dem wir womöglich keinen Erfolg haben. Schon jetzt Enttäuschung zu verbreiten, hilft keinem. Warum sagt keiner: Hey das ist großartig! Die Wild Wings tun tatsächlich das, was sie sagen. Sie geben jungen Spielern eine Chance, sich zu entwickeln. Diese Mannschaft sieht interessant aus. Helfen wir den Youngsters, damit sie in der DEL mithalten können!

Der Kader umfasst 24 Spieler. Reicht das für eine gute Vorbereitung und einen hoffentlich erfolgreichen Start?

Das werden wir bald sehen.

Kai Herpich erhielt den letzten, noch freien Platz im Mannschaftskader. Was erwarten Sie von ihm?

Kai hat sehr hart gearbeitet. Ich glaube, er weiß, welche Chance er bei uns bekommt und wird sie auch nutzen. Er muss aktiv sein und der Mannschaft Energie geben. Er muss es jedem Gegner schwer machen, gegen uns zu spielen. Kai muss diszipliniert sein und taktische Verantwortung übernehmen.

Fragen: Werner Feisst

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