Regionalsport Schwarzwald „Der Regionalliga-Aufstieg wäre ein Hammer.“ Interview mit FC 08-Trainer Jago Maric

Zum Ende eines nahezu optimal verlaufenen Fußballjahres steht der FC 08 Villingen auf Platz zwei der Oberliga-Tabelle. Nullacht-Trainer Jago Maric (38) zieht im Interview mit dem SÜDKURIER Bilanz.

Der Rückblick auf 2017 dürfte Ihnen sicherlich ein zufriedenes Lächeln entlocken.

Absolut. Zuerst der souveräne Wiederaufstieg in die Oberliga und dann eine Hinrunde, mit der alle sehr zufrieden sein können. Ich wusste, dass wir uns auch in der Oberliga nicht verstecken müssen. Dass wir uns aber so gut schlagen, war nicht zu erwarten. Nach dem fünften oder sechsten Spieltag hat man gemerkt, welch großen Respekt die gegnerischen Teams vor uns haben. Dass selbst eine Spitzenmannschaft wie Neckarsulm gegen uns defensiv antritt, ist ein schöner Beweis dafür.

Was sind die Ursachen für den Höhenflug?

Eine starke, homogene Mannschaft, unsere gute Arbeit gegen den Ball und die Tatsache, dass wir unter keinerlei Druck stehen.

Dennoch weckt Platz zwei Begehrlichkeiten. Ein Aufstieg scheint kein Ding der Unmöglichkeit mehr.

Natürlich würde ich mich lächerlich machen, wenn ich den Nichtabstieg als einziges Ziel für 2018 ausgeben würde. Dennoch sehe ich auch weiterhin keinen Druck. Wir wollen uns oben festsetzen. Noch wichtiger ist allerdings, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt. Wenn es wirklich so optimal laufen sollte, dass wir die Chance bekommen, nächste Saison Regionalliga zu spielen, wäre das der Hammer und wir würden es auch gerne tun. Es ist aber alles andere als ein Muss.

Wäre der FC 08 Villingen überhaupt auf die Regionalliga vorbereitet? Das ist schließlich de facto eine Profiliga. Vieles würde sich verändern.

Ich bin zusammen mit meinem tollen Trainerteam für das Sportliche zuständig. Hier wollen wir dafür sorgen, dass das Team alles abruft. Sollte es am Ende wirklich reichen, muss sich der Verein Gedanken machen, wie er die Herausforderung annimmt. Aber nochmal: Wir sollten nicht so tun, als stünden wir bereits kurz vor dem Aufstieg. Es ist noch ein sehr harter und langer Weg. Und wenn wir die Saison als Dritter oder Vierter beenden, wird auch niemand enttäuscht sein.

Eine mögliche Veränderung in der sportlichen Leitung war in den letzten Tagen Thema – der Name Alexander Thumer fiel. Ist das schon sicher?

Meines Wissens nicht. Ich hatte auch noch keinen Kontakt zu Alexander Thumer. Für mich würde sich dadurch nichts Grundsätzliches an meinen Aufgaben verändern. Ich will gemeinsam mit meinen Kollegen von Arasch Yahyaijan über unsere Fitnessabteilung bis hin zum U23-Trainer Marcel Yahyaijan, der ebenfalls einen tollen Job macht, den Verein sportlich voranbringen. Alle harmonieren ausgezeichnet miteinander – ich denke, das merkt man auch.

Apropos U 23: Auch da ist ja ein Aufstieg nicht ausgeschlossen. Könnte sich der FC 08 im Fall des Falles auch noch eine U23 in der Verbandsliga leisten?

Als Fußballer will man immer alles gewinnen und sollte, wenn es sportlich möglich ist, auch aufsteigen. Inwieweit das alles finanziell praktikabel ist, mit dem U23-Team in der Verbandsliga, wird man von Vereinsseite sicher planen, wenn auch im Frühjahr noch die realistische Chance besteht, aufzusteigen. Gut wäre es aus meiner Sicht definitiv.

Die Oberliga-Rückrunde wolle man ohne Druck angehen, sagen Sie. Im Pokal gibt es aber schon den Druck, diesen zu gewinnen, oder?

Planen kann man das im Fußball ohnehin nie. Wir haben mit dem Halbfinale zuhause gegen Kuppenheim gute Chancen, ins Finale einzuziehen. Aber eine Selbstverständlichkeit ist das keineswegs. Natürlich wollen wir dann auch den Pokal holen – allein schon, weil wir wissen, wie toll das Spiel im DFB-Pokal gegen Schalke war.

Wird es zur Rückrunde Veränderungen im Kader geben?

Mit Danilo Cristilli gibt es eine weitere Option, denn er hat seine schwere Verletzung inzwischen überwunden und zuletzt schon wieder mit uns trainiert. Die Verletzung von Frederick Bruno macht uns noch etwas Sorgen. Ich hoffe aber, dass er baldmöglichst wieder zurückkommt. Neuverpflichtungen oder mögliche Abgänge zur Winterpause sind bislang kein Thema.

Das letzte Spiel gegen Pforzheim ist ausgefallen und wird am 10. Februar nachgeholt. Angesichts des Schwarzwälder Winters dürfte die Vorbereitung ziemlich unberechenbar werden.

Klar, aber wir sind den Winter inzwischen ja gewöhnt. Wir fangen am 8. Januar wieder mt dem Training an und hoffen, dass es nicht allzu große Probleme mit der Witterung gibt. Ob die Partien am 10. Februar in Pforzheim und am 17. Februar zuhause gegen Bahlingen stattfinden können, wird man sehen. Natürlich ist jedes weitere Spiel, das ausfällt, schlecht. Dies bedeutet eine zusätzliche Englische Woche.

Sie haben Ihren Vertrag mit dem FC 08 jüngst um drei Jahre verlängert. Was ist noch drin mit dem Verein?

Das wird man sehen. Zunächst geht es darum, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln. Es macht derzeit einfach Spaß, weil viel und fast ausnahmslos positiv über uns geredet wird und die Zuschauerzahlen steil nach oben gegangen sind. Natürlich wäre ein Aufstieg in die Regionalliga der Knaller – für mich persönlich ebenso wie für die Mannschaft. Aber wir sollten uns nicht darauf versteifen.

Wird entscheidend für den weiteren Saisonverlauf sein, wie man aus der Winterpause kommt?

Zu einem guten Teil schon, zumal wir gleich einige wirklich sehr schwere Spiele vor der Brust haben. Es gilt, sich optimal auf den jeweiligen Gegner einzustellen und flexibel alle taktischen Möglichkeiten durchzudenken.

Jetzt ist aber erstmal Weihnachtspause, verbunden mit Erholung.

Absolut. Das ist auch nötig, denn das Jahr war ebenso erfolgreich wie stressig.

Urlauben die beiden Spanier Pablo Gil und Cristian Giles in ihrer Heimat?

Ja. Ich erwarte sie aber spätestens am 10. Januar zurück, so dass wir die Vorbereitung alle gemeinsam bestreiten können. Es gibt noch viel zu tun.

 

Fragen: Stefan Ummenhofer

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