„Darauf hat der SV Geisingen 90 Jahre gewartet“

Saison-Halbzeit in der Bezirksliga Schwarzwald. Euphorie beim Herbstmeister

Fußball-Bezirksliga: (daz) Zehn der 16 Bezirksligisten haben die Saison-Halbzeit erreicht. Die anderen sechs wurden am Sonntag vom schlechten Wetter gestoppt. Unabhängig davon darf sich der SV Geisingen als Herbstmeister feiern lassen. „Darauf haben wir 90 Jahre gewartet. Noch nie stand der SV Geisingen in seiner Geschichte besser da als jetzt“, freut sich Spielertrainer Marijan Tucakovic. Dabei lief am Samstag in Gutmadingen zunächst alles gegen Geisingen. Das 0:1 in Minute zwei und die Verletzung von Lukas Öhler sechs Zeigerumdrehungen später. „Wahrscheinlich haben wir auch deshalb die schlechtesten ersten 30 Minuten der Saison gespielt. Erst danach haben wir uns gefunden und in Halbzeit zwei richtig gut gespielt“, ergänzt Tucakovic. Die Aufgabe bestehe nun darin, die Platzierung in die Winterpause mitzunehmen. Dass es gegen Gutmadingen elf gelbe und eine rote Karte gab, schreibt Tucakovic dem Derbycharakter zu und betont: „Zum Glück wurde auf beiden Seiten kein Spieler verletzt.“

Heinz Jäger, Trainer des FC Gutmadingen, sah trotz der vielen Karten kein unfaires Spiel. „Selbst die gelbrote Karte gegen Benjamin Huber war überzogen. Viele Szenen waren zudem dem Platz geschuldet.“ Für Jäger spielte seine Elf „eine erste Halbzeit wie aus dem Bilderbuch“, habe dann aber für acht Minuten die Kontrolle verloren und zwei Treffer kassiert. „Wir hatten eine super Stimmung in der Halbzeitpause. Leider gab es dann die Gegentore“, so Jäger. Seine Mannschaft müsse die Schuld dafür bei sich selbst suchen. Zuversichtlich stimmt Jäger, dass seine Elf auch bei den Niederlagen nie die schlechtere Mannschaft war. „Unser Problem ist, dass wir zu viele Chancen für einen Treffer brauchen. Da sind uns einige Konkurrenten einen Schritt voraus.“ Jäger hofft nun auf drei Punkte gegen Tennenbronn, warnt aber schon jetzt: „Wir passen exakt in das Beuteschema der Tennenbronner.“

Aus der Spitzengruppe hat sich zunächst einmal der FV Tennenbronn verabschiedet. Gegen die DJK Donaueschingen II erzielte die Elf von Trainer Carmine Italiano in Minute 82 die Führung und ging dennoch nur mit einem Punkt vom Platz. „Wir haben auf eigenem Platz zu viele Punkteteilungen. Da fehlt oftmals die letzte Konsequenz. Nach ganz oben ist für uns zunächst einmal der Zug abgefahren“, stellt Italiano fest, um im gleichen Atemzug zu ergänzen. „Die Meisterschaft war bei uns nie ein Thema. Wenn wir Platz drei oder vier erreichen, wäre das gut.“ Nun gehe es darum, nicht den Kontakt zu diesen Rängen zu verlieren. In erster Linie sollten dazu die Heimspiele gewonnen werden, zumal Tennenbronn von allen 15 Liga-Konkurrenten als sehr heimstark eingeschätzt wird.

Der FV Marbach spielte beim 2:1-Erfolg in Bonndorf wieder einmal seine Auswärtsstärke aus. Mittlerweile ist der Aufsteiger die viertbeste Auswärtsmannschaft. „Wir lagen sehr schnell mit 0:1 zurück und haben eine Viertelstunde gebraucht, um das Spiel zu beruhigen Wir haben danach unsere beiden Treffer schön herausgespielt“, freut sich Trainer Michael Henseleit. Was in der zweiten Halbzeit abging, war für Henseleit fast schon irregulär. „Blitz, Donner, Regen und peitschender Wind haben keinen Spaß mehr gemacht. Die Spieler waren fast am Boden festgefroren. Dennoch hatten wir noch drei, vier gute Chancen“, ergänzt Henseleit, dessen Elf einen Elfmeter verschoss. Henseleit ist überzeugt, dass seine Spieler in den ersten 15 Punktspielen viele Erfahrungen gesammelt, aber auch einiges an Lehrgeld bezahlt haben. „Uns fehlen etwa fünf Punkte, aber wir werden eine bessere Rückrunde spielen“, kündigt der Marbacher Coach an.

Als „sehr ärgerlich“ stuft Uli Bärmann, Trainer des FC Dauchingen, den 2:2-Gegentreffer seiner Elf in der Nachspielzeit gegen die SG Riedböhringen ein. „Wir sind selbst schuld. Wenn wir nach der 2:0-Führung den dritten Treffer nachlegen, ist das Spiel gelaufen. So aber lassen wir Chancen aus und sind selbst im Angriff, als der Fehler unterläuft, der zum 2:2 führt“, fügt Bärmann an. Das Spiel war für ihn ein Spiegelbild des bisherigen Saisonverlaufs. „Wir haben viele gute, aber auch schwächere Phasen. Die 18 Punkte sind okay, aber es hätten durchaus mehr sein können und da denke ich nicht nur an den vergangenen Samstag.“

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge nahm Frank Berrer, Trainer der SG Riedböhringen/Fützen, den einen Punkt aus Dauchingen mit. „Leider hat der Schiedsrichter die Vorteilsregel falsch ausgelegt. In der 94. Minute schießen wir das 3:2 und während der Ball auf dem Flug ins Netz ist, pfeift der Schiri Freistoß für uns. Der eine Punkt ist zwar für die Moral gut, bringt uns aber in der Tabelle nicht voran“, erläutert Berrer. Der SG-Trainer war in Dauchingen vor allem mit den zweiten 45 Minuten seiner Elf sehr zufrieden und hat die Hoffnung nicht aufgegeben, „dass wir bis zur Winterpause die rote Laterne noch abgeben werden“. In Hochemmingen und gegen Brigachtal hat seine Elf dazu noch zwei Chancen.

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