Regionalsport Schwarzwald Daniela Maier: Der schwere Weg zurück

Skicrosserin vom SC Urach war lange verletzt. Olympia ist das erklärte Ziel

Skicross: Schweiß statt Schnee und Reha statt Rennen stehen für Skicross-Fahrerin Daniela Maier derzeit auf der Tagesordnung. Die Furtwangerin kämpft sich nach schwerer Knieverletzung wieder zurück in die Weltspitze.

Am 8. Dezember beginnt die Weltcupsaison der Skicrosser im französischen Val Thorens. Der Auftaktwettkampf kommt für Daniela Maier aller Voraussicht nach zu früh. Die Furtwangerin, wohnhaft in Rosenheim, bringt sich momentan nach langwierigem Knorpelschaden im Knie im bayrischen Bad Endorf in Form. Drei Operationen waren aufgrund einer Knorpel-Transplantation im Sommer erforderlich. „Ich befinde mich im Aufbautraining. Derzeit stehen vor allem Wassergymnastik und Rennrad auf dem Programm“, erklärt die 21-Jährige. Was den Heilungsprozess so schwierig macht, ist die komplizierte Art der Verletzung. „Die Trainer und Ärzte des DSV haben bisher wenig Erfahrung damit gesammelt. Ich bin das Versuchskaninchen einer neuen Behandlungsmethode“, merkt Maier an.

Deshalb ist der Zeitpunkt ihrer Rückkehr auf Skier ungewiss. „Zum Saisonstart wird es definitiv nicht reichen. Demnächst werde ich mich einem weiteren MRT unterziehen, dann werden die Fortschritte im Knie begutachtet. Erst wenn die Kraftwerte stimmen und die Ärzte mir die Freigabe erteilen, werde ich wieder auf Schnee trainieren.“ Dabei lässt sich die Schwarzwälderin die nötige Zeit. „Es bringt nichts, mir ein kalendarisches Ziel für meine Rückkehr in den Weltcup zu setzen. Dadurch setzte ich mich zu sehr unter Druck. Ich darf das Knie nicht überlasten.“

Mit den gegenwärtigen Fortschritten zeigt sich die Sportsoldatin der Polizei Rosenheim zufrieden. Dennoch gibt es Tage, an denen sie ihren inneren Schweinehund überwinden muss. „Vor allem Montage sind sehr schwer. An denen habe ich oftmals gar keine Lust auf Training“, gibt das Talent lachend zu. Maier weiß auch, dass die Überwindung einer schweren Verletzung zum großen Teil Kopfsache ist. Dabei hilft ihr ein Mentaltrainer. „Mit ihm habe ich vor allem zu Beginn der Verletzung über meine Sorgen gesprochen. Er erklärte mir, worauf es in solch einer Situation ankommt. Letztlich muss sich aber der Sportler selbst mit der Problematik auseinandersetzen.“

Neben der baldigen Rückkehr in den Weltcup-Zirkus steht ein weiterer großer Punkt auf Maiers Wunschliste: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Februar 2018. Wie für jeden Sportler ist die Veranstaltung mit den fünf Ringen auch für Daniela Maier „ein großer Traum.“ Zwei Platzierungen unter den besten 16 oder ein Top Acht-Ergebnis im Weltcup bedeuten das Ticket nach Pyeongchang in Südkorea. Für die Furtwangerin vom SC Urach stellt die Qualifikation ein realistisches Ziel dar. Maier: „Wenn ich in den Wochen davor im Weltcup fahre dann sollte ich das schaffen.“

Von Medaillen will die 21-Jährige nicht sprechen. Obwohl sie nach zwei Weltcupsaisons und einem Podestplatz als eines der vielversprechendsten Talente der Skicross-Szene gehandelt wird, bleibt sie bodenständig. „Ich lasse mich nicht von außen unter Druck setzen. Ich leiste das, was ich kann. Wenn es mal für eine Podestplatzierung reicht, ist das natürlich super“, erklärt die letztjährige Gesamtweltcup-13.

Bis Daniela Maier weitere Erfolge feiern darf, wird es noch einige Monate dauern. Bis dahin stehen weiterhin Schweiß und Reha auf der Tagesordnung.

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