Ringen TuS Adelhausen verpasst den großen Coup

Die Dinkelberg-Staffel bringt ihren Neun-Punkte-Vorsprung nicht durch und verliert den Rückkampf im Halbfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft beim KSV Köllerbach mit 7:17.

Nahezu das ganze Dorf war als Rückhalt unterwegs, doch es hat nicht gereicht. Der TuS Adelhausen entschied im Rückkampf beim KSV Köllerbach nur drei der zehn Kämpfe für sich und verlor deutlich mit 7:17 und damit hauchdünn in der Gesamtwertung mit 27:28 Punkten. Damit war der Vorsprung, den sich die Mannen der Trainer Florian Philipp und Bernd Reichenbach vor Wochenfrist mit dem 20:11 errungen hatten, dahin. Dennoch durften die wackeren Ringer vom Dinkelberg im Saarland erhobenen Hauptes von der Matte gehen. Sie hatten dem Titelfavoriten zwei Mal einen heißen Kampf geboten und den bisher größten Erfolg der 55-jährigen Vereinsgeschichte errungen.

Gegner der Köllerbacher Ringer ab dem kommenden Wochenende im Kampf um den Deutschen Titel wird überraschend der SV Wacker Burghausen sein. Die Niederbayern machten beim ASV Mainz das 10:14 aud dem Hinkampf in eigener Halle wett und verließen als 18:11-Sieger die Halle in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt.

Spannung war garantiert über zwei Stunden bis zur Schlussbegegnung. Dramatisch verliefen so die finalen Weltergewichtsduelle. Der Ex-Köllerbacher Konstantin Schneider (75 kg-Greco) glich zwar zu Beginn der zweiten Runde einen 0:2-Rückstand aus, doch Timo Badush holte sich am Mattenrand eine Einser-Wertung und erhöhte nach der dritten Passivitätsermahnung für Schneider auf 4:2. Dem gelang zwar 70 Sekunden vor Schluss noch das 3:4, doch mehr war nicht drin.

Die brutale Last der Entscheidung lag auf Eigengewächs Stephan Brunner (75 kg-Freistil). Er ging energisch zur Sache gegen Andrij Shykka. Doch der Köllerbacher Kapitän hatte das 0:15 aus der Vorwoche nciht vergessen, wollte Wiedergutmachung. Nach der ersten Runde lag Brunner nur 0:4 hinten, das hätte noch gereicht. Dann aber drehte Shykka auf und holte binnen einer Minute zwölf Punkte zum 16:0-Überlegenheitssieg. Die Köllerbacher Ecke stürmte die Matte und begrub den Deutschen Meister von 2014 unter sich. Für Brunner blieb nach Abpfiff die Statistenrolle, getröstet von Trainer Florian Philipp.

Dabei hatte der Abend gut für die zahlreichen TuS-Fans begonnen. Nick Scherer (57 kg-Greco) hatte schon nach 52 Sekunden seinen Schultersieg gegen Sergio Schäfer in der Tasche. Ein wichtiger Sieg, da diese Wertung bei Punktgleichheit in die Berechnung eingeflossen wäre. Nick Matuhin (130 kg-Freistil) gelang mit einem 0:9 gegen Oleksander Khotsianivsky die erhoffte Schadensbegrenzung. Zoheir El Ouarraque (61 kg-Freistil) geriet 50 Sekunden vor dem Gong mit 3:4 in Rückstand. Der Franzose den drehte den Kampf kurz darauf erneut und holte dank seines 7:4-Erfolges gegen Nico Zarcone zwei Zähler. Im Halbschwergewicht holte Zakarias Berg lediglich einen Punkt, da Gegner Gennadij Cudinovic in der Schlussminute noch auf 2:3 verkürzte.

Danach war das Pulver verschossen. Der TuS Adelhausen gewann keinen Kampf mehr, der Vorsprung schmolz dahin. Ausgerechnet Punktegarant Ivo Angelov (66 kg-Greco) unterlag dem starken Nachwuchsringer Etienne Kinsinger mit 0:2. Für Michael Kaufmehl (86 kg-Freistil) gab es gegen den Ex-Adelhausener Istvan Vereb ein empfindliches 1:9. Nun hatte der KSV Köllerbach zum 7:7 ausgeglichen.

In einem Weltklassekampf mit 17 Punkten in der letzten halben Kampfminute musste sich Akhmed Chakaev knapp mit 9:11 gegen Mihail Sava geschlagen geben. Mehrere Konter auf Savas Beinangriffe legte Mattenleiter Goller eher für den Köllerbacher aus. Bis 30 Sekunden vor dem Gong führte Chakaev noch mit 3:0. Da Sascha Keller (80 kg-Greco) gegen Laszlo Szabo auf verlorenem Posten stand und noch in der ersten Runde 0:15 unterlag, steht der KSV Köllerbach zum ersten Mal seit der Saison 2011/12 wieder im Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Für den TuS Adelhausen endet nach zwei spannenden Halbfinals die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Neben dem Sprung ins Halbfinale gab es Meistertitel für die "Zweite" in der Regionalliga sowie für die "Dritte" in der Bezirksliga sowie für die zweite Jugendmanschaft in der Bezirksjugendliga.

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