Regionalsport_Hochrhein SV Albbruck: Abschied vom Titelkampf

Fußball-Kreisliga A-Ost: Bittere und unglückliche 0:1-Niederlage der Mannschaft von Trainer Rainer Jehle gegen Tabellenführer FC Geißlingen. Pascal Bercher erzielt das entscheidende Tor kurz vor Spielende

Fußball-Kreisliga A-Ost: – Fast schon überschwänglich feierte Pascal Bercher sein Tor in der 81. Minute. Es bescherte Tabellenführer FC Geißlingen den Sieg. Bitter für den SV Albbruck, der sich redlich bemühte und zumindest einen Punkt verdient gehabt hätte. Die Elf von Trainer Rainer Jehle vergab die Chance, sich an die Spitzenteams heranzupirschen. Das Titelrennen findet jetzt erst mal ohne die Albbrucker statt.

Die Kicker des SV Albbruck ließen nach der unglücklichen Niederlage die Köpfe hängen, liefen enttäuscht vom Platz. Sie hatten sich einiges vorgenommen. Obwohl Trainer Rainer Jehle wieder einmal auf mehr als halbes Dutzend seiner Stammspieler hatte verzichten müssen. Seine Elf war nah dran. Am Ende fehlte das Glück, das der Gegner hatte. Und Bercher braucht nun mal zuweilen nur diese eine Chance, um alles zu entscheiden, die Albbrucker Hoffnungen zu zerstören.

Eine halbe Stunde später mischte sich, mit Blick auf das Geleistete, tatsächlich ein bisschen Stolz in die Kommentare der Albbrucker. "Ich muss meiner Elf ein großes Kompliment machen. Sie hat gekämpft und es dem Tabellenführer richtig schwer gemacht", lobte Jehle. Die eine Hälfte fehlte, ein anderer Teil des Teams habe kaum trainieren können. Jehle: "Mit dem Wenigen an Material haben wir das Beste rausgeholt."

Trotzdem ärgerte er sich etwas über die Entstehung des Siegtors der Gäste. Vorausgegangen war eine Verletzung des Albbruckers Mario Winkler, die Geißlinger spielten den Ball ins Aus. Simon Zimmermann warf den Ball, wie es sich gehört, zurück in die Reihen der Geißlinger. Doch statt wieder ins Aus, in die Arme von Geißlingens Torhüter Marc Schulze. Dann ging's schnell. Schulze schlug lang ab, der eingewechselte Marco Frey setzte sich rechts durch, in der Mitte bekam Bercher den Ball vor die Füße. Das war's. "Schade", kommentierte Jehle, "wir waren in dieser Situation zu anständig."

Die Albbrucker wirkten in der zweiten Hälfte entschlossener als der Gegner. Sie brachten einige Mal Unruhe in die Defensive des Spitzenreiters, was vor der Pause nicht immer gelang.

Geißlingens Trainer Markus Eggert grinste und erklärte ruhig: "Ein bisschen Glück gehört dazu. Aber ich denke, wir haben's erzwungen. Wir haben bis zum Schluss Vollgas gegeben." Sein Lob galt dem Gegner. "Gegen die Albbrucker haben wir komischerweise immer Mühe. Sie haben eine gute Mannschaft, schnelle Spieler. Trotz der vielen Verletzten sind sie stark." Die Klettgauer nahmen die drei Punkte natürlich gerne mit. Eggert sprach von einem wichtigen Sieg im ersten Spiel nach der Winterpause: "Das ist gut für die Moral." Seine Elf suchte bis zum Schluss die Chance, wartete auf eine Unachtsamkeit in der stabilen Albbrucker Abwehr und nutzte sie. Man könnte fast sagen: Aus diesem Holz sind Meister geschnitzt.

Bildergalerie im Internet:www.suedkurier.de/sportfotos

Interview:

Moritz Rotzinger (21) ist ein Eigengewächs des SV Albbruck. Der Mittelfeldspieler hatte nach einer fünfmonatigen Verletzungspause, nach seinem Wadenbeinbruch, seinen ersten Einsatz.

Moritz, das 0:1 ist bitter.

Bitter, ja. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Es war etwas glücklich, dass der Ball Pascal Bercher vor die Füße springt. Wir hätten genauso das Tor schießen können. Ich denke, ein Remis wäre gerecht gewesen. So wie wir aufgestellt waren, können wir mit unserer Leistung zufrieden sein.

Ihr seid nach der Pause am Drücker gewesen. Wie sehen Sie das?

Ja, das waren wir. Das Glück hat einfach gefehlt.

Ist die Chance vertan, noch einmal ganz nach vorne zu kommen?

Was soll ich sagen. Die Liga ist so ausgeglichen. Jeder kann gegen Jeden gewinnen. In der Tabelle verändert sich sicher noch einiges.

Für die vielen Verletzten die ganze Runde steht Ihr gut da. Wie schafft Ihr immer wieder diesen Kraftakt?

Wir haben einen guten Zusammenhalt. Das ist das Wichtigste. Man hat's heute wieder gesehen. Wir kämpfen und rennen füreinander.

Wie haben Sie sich bei Ihrem ersten Einsatz seit langem gefühlt?

Die Platte in der Wade spüre ich. Aber es ist gut gegangen. Ich habe in den letzten vier Wochen gut trainiert, ich hatte keine Angst. Ich bin aber erst bei 80 Prozent. Da ist noch Luft nach oben.

Wie geht's weiter?

Gegen den FC Schlüchttal sollten wir gewinnen, wenn wir dran bleiben wollen. Ich möchte mit dem Team am Schluss gerne unter den besten Viert sein.

Fragen: Michael Neubert

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