Radsport Nico Denz: "Wasserträger" liefert eine starke Arbeit ab

Radprofi Nico Denz bei der Tour de Suisse. Albbrucker im Dienste des französischen Teams Ag2r La Mondiale

Radsport: – Ein Radsport-Laie mag das kaum glauben: Straßenrennen sind eine Mannschaftssportart. Davon kann auch Nico Denz ein Lied singen. Der 23-jährige Albbrucker, der in seiner zweiten Saison als Profi für die französische Mannschaft Ag2r La Mondiale fährt, war dennoch total begeistert, als er von seiner Teamleitung für die Tour de Suisse berufen worden ist, die am Sonntagabend mit dem Einzelzeitfahren in Schaffhausen zu Ende ging. Als "Wasserträger" war Denz vorgesehen, und er hat seine Sache gut gemacht. Ag2r La Mondiale entschied die Teamwertung der Tour für sich.

Die beiden "Chefs" von Denz landeten auf Spitzenplätzen: Der Italiener Domenico Pozzovivo wurde im Gesamtklassement – 2:37 Minuten hinter Sieger Simon Spilak (Team Katusha Alpecin) – Vierter. Der Schweizer Mathias Frank, ebenfalls ein "Leader" im Team von Denz, hatte im Gesamtklassement als Siebter exakt vier Minuten Rückstand auf die Spitze.

Denz selbst war mit seinem Abschneiden auf der Schlussetappe beim individuellen Kampf gegen die Uhr auch zufrieden. In unmittelbarer Grenznähe zu seiner deutschen Heimat fuhr der Albbrucker mit einem Rückstand von 3:05 Minuten auf Tagessieger Rohan Dennis (BMC Racing Team) auf den 58. Platz. Im Gesamtklassment war Denz allerdings nicht unter den Top 100 zu finden. Aber das war auch nie Zweck der Übung gewesen.

Stolz ist Denz vor allen Dingen, dass sein Teamkollege Pozzovivo auf der sechsten Etappe von Locarno nach La Punt ins Gelbe Trikot gefahren ist. Das war auch ein Ergebnis der klugen Mannschaftsarbeit von Denz. "Leider hat Domenico das Gelbe Trikot nur einen Tag tragen dürfen", ärgert sich Denz, dass Simon Spilak seinen Chef schon auf dem siebten Tagesabschnitt von Zernez nach Sölden als Gesamtspitzenreiter ablöste.

Seinen Tiefpunkt erlebte der Albbrucker während der fünfte Etappe von Bex nach Cevio. Auf dem Weg ins Tessin ging's da zum Beispiel über den 2005 Meter hohen Simplonpass. "Da habe ich mich durchgequält, aber am nächsten Tag war alles wieder gut", erinnert sich Denz. Dass er sich so schnell erholte, war auch wichtig, denn tags darauf stand die Königsetappe nach La Punt an. Wieder einen Tag später endete die Kletterei auf dem Tiefenbachgletscher bei Sölden in 2780 Metern Höhe. "Solche Hochgebirgsetappen bin ich bisher noch nie gefahren", ist Nico Denz noch immer stolz. "Meine längste Rundfahrt bisher führte über sieben Tage in Polen", erinnert er sich kurz vor dem Abendessen bei seinen Eltern in Remetschwiel.

Lange Zeit kann er sich allerdings nicht an Mamas Tisch stärken, denn die nächsten Einsätze stehen am Wochenende an. Auf dem Programm steht für Nico Denz die Deutsche Meisterschaft in Chemnitz. Dann geht es nach Livigno (Italien) ins Training, ehe er die Polen-Rundfahrt Ende Juli bestreitet. Vom 19. August bis 10. September steht er bei seinem Team auf der Teilnehmerliste für die Vuelta. Die Spanien-Rundfahrt über mehr als drei Wochen wäre für Denz der bisherige Höhepunkt seiner sportlichen Laufbahn als Radprofi. Aber das ist für ihn momentan noch ganz weit weg.

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