Turnen Monja Stich und Res Ott sind die Könige auf dem Dachsberg

Traditionelles Bergturnfest des Markgräfler-Hochrhein-Turngau und des TuS Dachsberg erlebt seine 64. Auflage mit 140 Teilnehmern. TV Schachen stellt größte Gruppe und sieben Einzelsieger

Turnen: – Gefühlte 10 Grad Celsius bei strömendem Gewitter-Wolkenbruch im Campingzelt. Heftiger Gegenwind auf der abschüssigen 100-Meter-Strecke. Drangvolle Enge in der proppenvollen Sporthalle. Zünftige Dachsberger Blasmusik untermalt ein Kuchenbuffett, das seinesgleichen sucht.

Richtig! Es war wieder einmal Bergturnfest auf dem Dachsberg. Und das natürlich mit den entsprechenden kuriosen Randerscheinungen. Rennen, schwitzen, werfen und balancieren auf gut 1000 Meter über dem Meer. Auf dem Dachsberg ließen es dieses Mal genau 140 Sportlerinnen und Sportler richtig krachen und applaudierten am Ende dem Bergkönig – und zum zweiten Mal nach 2916 auch einer Bergkönigin.

Res Ott vom TV Hüntwangen/CH holte sich zum mittlerweile 16. Mal den Sieg auf dem Dachsberg. Mit 36,92 Punkten verwies er Robin Müller (34,59) vom TV Rafz/CH und den Sieger von 2014, Thomas Spicker (33,74) vom TSV Kandern auf die Plätze. Ott dominierte über die 100 Meter (11,49 s) und den Weitsprung (5,76 m). Im Steinstoßen teilte er sich die Bestweite von 7,66 m mit Clubkamerad Robin Demuth, der Vierter wurde. Schnellster über die 1000 Meter war Robin Müller (3,75 min). Zum zweiten Mal, wenn auch konkurrenzlos, freute sich Monja Stich vom Gastgeber TuS Dachsberg bei den Frauen über den Sieg.

Doch letztlich dürfen sich alle Beteiligten als Sieger sehen. Die emisgen Organisatoren um Sabine Geiger (Grießen), Herrmann Rakow (Haagen), Sandro Dathe (Rheinfelden) und Jürgen Böhler (Dachsberg) ebenso wie die Teilnehmer der unzähligen Wettbewerbe auf dem idyllischen Wolpadinger Waldsportplatz und in der kleine Dachsberghalle in Wittenschwand.

Wie seit Jahr und Tag wurde gefiebert, gezittert, angefeuert und Daumen gedrückt. Mal gab es hier mehr Punkte, mal landete die Kugel dort kürzer im Gras. Egal, bei der 64. Auflage dieses Traditionswettbewerbs sprachen einmal mehr die Zahlen für sich. „Wir haben allein 60 Turnerinnen und Turner in der Halle. So eine gute Beteiligung gab es lange Zeit nicht mehr“, freute sich Sandro Dathe vom TV Rheinfelden, bei dem die Fäden zusammenliefen, über den Trubel.

Unter den Augen zahlreicher Kampfrichter wurde an Reck, Pferd, Barren, Balken und auf dem Boden geturnt. Zufrieden mit den Leistungen war auch einer, der sich auskennt: Ekrem Kural vom ESV Weil wachte mit Linda Bürgin (TSG Ötlingen) über die Vorführungen: „Ich bin schon als Aktiver immer gern hierher gekommen. Jetzt habe sich schon meine Kinder dabei.“

Die Hochzeiten des Dachsberg-Turnfestes mit weit über 200 Teilnehmer hat auch Hermann Strittmatter vom TV Bad Säckingen noch erlebt: „Als Jugendlicher war ich schon dabei. Da sind wir sogar im Bus auf den Dachsberg gefahren“, schmunzelt der 63-Jährige, der sich mit dem langjährigen Stammgast Gerhard Eschner (TFG Köln-Nippes) ein interessantes Duell lieferte.

Zwar nicht mit dem Bus, aber in stolzer Mannschaftsstärke waren die Recken des TV Dangstetten vertreten. Die Männerriege campierte teilweise – Gewitter und Regen zum Trotz – im Tipi und hatte Spaß: „Wir hatten Premiere auf dem Dachsberg“, erzählt Jürgen Altenburger: „Unsere Gruppe war zultzt arg klein geworden. Seit wir letzten Silvester beschlossen haben, unser Training von Freitag auf Montag zu legen, erleben wir einen richtigen Boom.“ Es war zwar nicht das ganze Dorf da, aber 16 Männer aus dem kleinen Dangstetten dürfen sich sehen lassen.

Noch größer war wieder die Gruppe des TV Schachen. Yvonne Gerteiser und ihre Leichtathleten sind seit Jahren treue Stammgäste. Lohn waren neben sieben Einzelsiegen auch die Erfolge in den Pendelstaffeln weiblich und Mixed. Sechs Siege holte der ESV Weil, fünf Mal standen Turner der TSG Ötlingen ganz vorn. Den Sieg beim Beachvolleyball holte sich der TV Jestetten. Zweiter wurde – wie 2016 – der TV Rheinfelden.

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