Regiosport Hochrhein Jerome Bruder: "Fans des EHC Herrischried sind den großen Aufwand wert"

Eishockey: Interview mit dem 25-jährigen Verteidiger, der mittlerweile 60 Spiele für die White Stags bestritten hat

In den Mannschaftssportarten gibt es neben den Stürmern, deren Ziel es ist, Tore zu schießen, auch Torhüter und Verteidiger, die Tore verhindern wollen. Zu den acht Verteidigern des EHC Herrischried ist einer, der den meisten Spielern fast schon ein "wahrer Bruder" geworden ist. Jerome Bruder (25) schnürt in seiner sechsten Saison die Schlittschuhe für den EHC Herrischried. Unser Mitarbeiter Niklas Steinert sprach mit "Jay Jay", über den Trainer Adrian Strahm sagt: „Jerome ist ein sehr zuverlässiger Spieler, der den Körperkontakt sucht. Für das Team ist er auf und neben dem Eis ein wichtiger Teil der Mannschaft. Nicht zu vergessen ist sein sarkastischer Humor.“

Jerome, Sie spielen bereits Ihre sechste Saison für den EHC Herrischried und zählen dort zu den Routiniers. Wo haben Sie zuvor gespielt?

Mit zwölf Jahren begann ich beim EHC Freiburg. Dort spielte ich in den verschiedenen Altersstufen bis zur Junioren-Bundesliga. Der ganz große Schritt in die erste Mannschaft blieb mir jedoch leider verwehrt.

Wie ging es dann weiter? Wie kam der Wechsel zum EHC Herrischried?

Nach meiner Zeit im Nachwuchs spielte ich bei den Amateuren des EHC Freiburg in der Regionalliga Südwest. Leider kollidierten Trainings- und Spielzeiten zu oft mit meinen Arbeitszeiten, weshalb ich nur noch selten aufs Eis kam. Daraufhin bekam ich von Willi Zimber Junior und Timo Preuß den Tipp, doch mal beim EHC Herrischried anzuklopfen. Beide hatten zuvor schon den Schritt in den Hotzenwald gewagt und gerieten ständig ins Schwärmen.

Sind nun fester Bestandteil der White Stags. Was aber viele nicht wissen: Sie wohnen nach wie vor in Müllheim und arbeiten in Freiburg. Warum nehmen Sie so einen großen Aufwand von über 60 Minuten Anfahrt mehrmals in einer Woche in Kauf?

Ja, anfangs war ich schon ein wenig skeptisch, ob das alles so funktioniert. Aber den Schritt habe ich nie bereut. Natürlich ist die Fahrt nach Herrischried sehr zeitraubend. Ich kann aus beruflichen Gründen auch nicht immer dabei sein. Aber die Jungs im Team, der Verein und selbstverständlich auch die großartigen EHC-Fans lassen den Spaßfaktor deutlich überwiegen.

Genau 60 Ligaspiele haben Sie bereits für die White Stags als Verteidiger bestritten. Haben Sie beim EHC Freiburg auch schon als Verteidiger gespielt?

Ja, seit meiner Jugend spiele ich Verteidiger. Stürmer ist nicht so meins. Zum einen bin ich stocktechnisch nicht der begnadetste Spieler. Zum anderen bin ich auch ein bekennender Chancentod und treffe leider oft nicht mal das leere Tor (lacht).

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Verteidiger und Stürmer?

Für einen Verteidiger ist vor allem das schnelle Umschaltspiel wichtig. Das bedeutet, dass man stets eine gute Spielübersicht bewahren muss und bei einem möglichen Gegenangriff am besten keinen vorbei lässt. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Aufgabe und Position zwischen Sturm und Verteidigung sehr schnell wechseln kann und somit viele Fähigkeiten eine Voraussetzung in unserem Sport sind.

Wie wichtig ist als Verteidiger die Fähigkeit, auf Schlittschuhen rückwärtsfahren zu können?

Die Rückwärtsbewegung ist in der Verteidigung eine elementare und sehr wichtige Eigenschaft. So hat man das Spielgeschehen immer im Blick und kann das Spiel besser antizipieren. Um bei einem Konter dennoch nicht überlaufen zu werden, ist vor allem ein schnelles Rückwärtslaufen und der Wechsel von vorwärts auf rückwärts unabdingbar.

Jay Jay, was ist als Verteidiger wichtiger: Besser die Spielsituation lesen können oder doch starke Kondition?

Wie man zum Bespiel bei erfahrenen alten Hasen wie Tomas Krejci beobachten kann, lässt sich vieles an der Kondition wettmachen, wenn man das Spiel richtig lesen kann. Aber wichtig ist definitiv beides!

Was brauchen Sie nach einem Spiel als erstes?

Je nach Spielverlauf eine kühle Erfrischung mit den Jungs, wenn wir auf den Sieg anstoßen, meine Ruhe zum reflektieren oder einfach nur eine Mütze Schlaf.

Wer ist Ihr Eishockey-Idol?

Früher war es Wayne Gretzky, der selbst erst spät angefangen hat, Eishockey im Verein zu spielen. Heute ist es mein guter Kumpel aus der Freiburger Zeit, Mirko Sacher. Er verdient aktuell in der DEL bei den Schwenninger Wild Wings sein Geld.

Fragen: Niklas Steinert

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