Leichtathletik Überlingerin Johanna Siebler wird Vize-Weltmeisterin beim Siebenkampf

Toller Erfolg für Johanna Siebler aus Überlingen: Die 17-Jährige gewann bei der Weltmeisterschaft in Nairobi Silber

Leichtathletik: Sie ging als Favoritin auf Gold an den Start, holte Silber und freute sich trotzdem riesig über ihren Erfolg. „Beim Siebenkampf kann so viel passieren, da zählt die Papierform herzlich wenig“, erklärt die 17-jährige Überlingerin. „Deshalb bin ich überglücklich über Silber, auch wenn es wirklich extrem knapp war zu Gold.“ Letztlich fehlten Johanna Siebler fünf Meter im abschließenden 100-Meter-Lauf.

Der erste Tag verlief nach Plan. Über 100-Meter-Hürden startete die Überlingerin mit einer persönlichen Bestzeit. Im Hochsprung und im Kugelstoßen kam sie jeweils auf zwei Zentimeter an ihre Bestmarke heran. Der 200-Meter-Lauf hätte etwas besser sein können, „aber die Beine wurden am Ende etwas schwer“, sagte sie. Man habe gemerkt, dass Nairobi auf knapp 1800 Metern liegt. Dennoch war Johanna Siebler mit ihrem ersten Wettkampftag vollauf zufrieden. Allerdings gab es da noch Maria Vincente, die in drei von vier Disziplinen ihre Bestmarke verbesserte und klar in Führung lag.

Am zweiten Tag ging es mit dem Weitsprung weiter. Auch hier erwischte die Überlingerin einen perfekten Start mit einer neuen Bestmarke mit 5,71 Meter, doch die Spanierin verbesserte ihren Bestwert ebenfalls und landete bei 6,05 Meter. Johanna Siebler lag zu diesem Zeitpunkt bereits auf Platz zwei, allerdings schon 260 Punkte hinter Vincente. Doch dann kam die Parade-Disziplin der Deutschen: Speerwerfen. Und für die Spanierin war das eine Zitterpartie. Vor dem dritten Wurf lag Siebler mehr als 18 Meter vor Maria Vincente, was eine deutliche Führung bedeutet hätte, doch dann schleuderte die Spanierin den Speer doch noch auf 30,90 Meter.

Die Überlingerin dagegen konnte sich kaum verbessern und blieb klar unter ihrer Bestleistung. „Ich habe den Abwurf im Speerwerfen einfach nicht richtig getroffen“, zog Johanna Siebler Bilanz nach dem Wettkampf.

So lag die Deutsche einen Wimpernschlag (zehn Punkte) hinter Maria Vincente und war über die abschließenden 800 Meter gefordert. Der Rückstand bedeutet, dass sie eine Sekunde aufholen musste, was fünf Metern entsprach. Johanna Siebler übernahm gegenüber der Spanierin über die Langdistanz das Kommando, ließ es aber etwas zu gemächlich angehen, denn im Sprint schaffte sie es nicht, sich abzusetzen. Maria Vincente blieb der Überlingerin an den Fersen und rannte mit ihr gemeinsam über die Ziellinie. Damit war die Entscheidung zugunsten von Vincente gefallen.

„Ich habe in Nairobi nie Gold erwartet, auch wenn ich die Beste auf dem Papier war“, sagte Johanna Siebler. „Ich wollte eine Medaille und wusste, dass das schwer genug werden würde.“ Maria Vincente habe ihren besten Wettkampf überhaupt absolviert und Gold absolut verdient. „Ich freue mich tierisch über Silber und kann es immer noch nicht ganz fassen, dass ich Vize-Weltmeisterin bin“, sagte die Überlingerin. „Das nimmt mir niemand mehr.“

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