Fußball Südbadischer Verband stellt Rechnung für Schiedsrichter

Aktuell sind die Schiedsrichter im deutschen Fußball ein brandheißes Thema. Vor allem jene, die aus Köln per Bildschirm Einfluss auf das Bundesligageschehen nehmen. Dieser Tage werden die Unparteiischen aber auch bei dem einen oder anderen Verein der Region ganz anders thematisiert. Denn der Südbadische Fußballverband (SBFV) hat sozusagen die Rechnung für die Saison 2016/17 verschickt.

Fußball: Die Vereine haben die Pflicht, Schiedsrichter zu stellen. So heißt es in Paragraf 52 der Spielordnung: „Jeder Verein hat mindestens so viele Schiedsrichter zu stellen, als aktive Mannschaften an den Verbandsspielen teilnehmen.“ Und wenn dieses Soll nicht erreicht wird, dann wird der Verein zur Kasse gebeten. Anhängig von der Spielklasse sind laut dem Gebühren-, Kosten- und Beitragsverzeichnis von 150 bis zu 750 Euro fällig. Zudem werden Defizite aus den Vorjahren mit in die Rechnung aufgenommen, Wiederholungstäter müssen also mehr berappen.

Beachtliche 2700 Euro werden dem Hegauer FV abgebucht, der damit im Bezirk Bodensee die höchste Rechnung erhält. Bei überbezirklicher Präsenz wird es schnell teuer, wie der SC Konstanz-Wollmatingen, der FC Singen 04 (je 2025 Euro), die SpVgg F.A.L. und der FC Radolfzell (je 2474 Euro) beweisen.

Dass es auch anders geht und sich das Bemühen der Vereine um den 23. Mann lohnen kann, zeigt der Landesligist SG Dettingen-Dingelsdorf, der 300 Euro erhält. Denn kann man mehr Schiedsrichter aufbieten, als man müsste, bekommt der Verein für dieses Übersoll Geld ausbezahlt. Auf je 450 Euro kommen die DJK Konstanz, der SV Worblingen, der SV Mühlhausen und der SV Deggenhausertal, dabei auch davon profitierend, dass sie auf Bezirksebene spielen. Mit 600 Euro erhält der SV Bermatingen den größten Betrag im Bezirk Bodensee. Ein Betrag, der in ganz Südbaden kaum getoppt wird. Auf beachtliche 1800 Euro Zuschuss bringt es der SV Rust, der damit mit großem Abstand am meisten von seinem Übersoll profitiert.

Fast schon „Sponsoren“ des Südbadischen Fußballverbandes dürfen sich der SV Bühlertal, der SC Lahr und der SV Au-Wittnau nennen, da sie jeweils über 4000 Euro berappen müssen.

Immerhin nahezu 250 000 Euro nimmt der SBFV über das defizitäre Schiedsrichterkontingent ein, wovon er lediglich 33 150 Euro an die Vereine ausschütten muss. Ein gutes Geschäft für den Verband. Doch während man an anderen Stellen die Gebühren kritisch hinterfragen kann, macht es hier durchaus Sinn, die Vereine über das Geld zu einem Engagement bei der Rekrutierung Unparteiischer zu motivieren. Während ohne solche Maßnahmen ein Spielbetrieb kaum noch möglich wäre, könnte sich bei einer Steigerung der Schiedsrichterzahlen ja auch das Niveau heben. Bis hin zu den Video-Schiedsrichtern in Köln. Dem Fußballsport würde das guttun.

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